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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1                
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

9. Feb. – 9. März 2017

 

DOK – DDR – Umsonst

  Filmografie                 Walter Heynowski                Gerhard Scheumann
  Chile-Zyklus                Vietnam-Zyklus (1966-84)                 Kampuchea/ Kambodscha-Zyklus (1980/81)
 

Walter Heynowski & Gerhard Scheumann (Studio H&S)

  Walter Heynowski - von der Satire des Eulenspiegels zum Dokumentarfilm

geb. am 20. November 1927 in Ingolstadt; Ende 1945 Beginn eines Studiums der katholischen Theologie, dann Wechsel zum Studium der Volkswirtschaft an der Universität Tübingen; ab 1946 journalistische Tätigkeit: zunächst Redakteur bei der westdeutschen Jugendzeitschrift „Die Zukunft“; 1948 Wechsel zu „Start“;
1949 Chefredakteur der Satire-Zeitschrift „Frischer Wind“ (später „Eulenspiegel“); 1950 Gründung des Eulenspiegel-Buchverlages;
1956 Deutscher Fernsehfunk, Sendereihe „Zeitgezeichnet“; 1959-1963 stellvertretender Intendant und Programmdirektor: Nach Heynowskis Idee bekam jeder mit dem „Fernsehlorbeer“ Ausgezeichnete eine Widmung auf der Rückseite des Porzellan-Medaillons mit auf den Weg: „Sei stolz auf mich – doch denke dran, dass Lorbeer auch verwelken kann“
1963-1969 Autor und Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme; 1965 Beginn der Arbeit mit Gerhard Scheumann („Der lachende Mann“);
Nach dem großen Erfolg von „Piloten im Pyjama“ am 1. Mai 1969 offizielle Gründung des Studios H&S; Das Studio H&S - benannt nach den Filmdokumentaristen Walter Heynowski und Gerhard Scheumann - war eine vom Staat finanzierte gesellschaftsrechtliche Einrichtung (OHG);
1982 Auflösung des Studios aufgrund Scheumanns kritischer Äußerungen über die Medienpolitik der SED, das H&S-Studio geht in dem DEFA-Studio für Dokumentarfilme auf; ab 1986 Signet H&S wieder erlaubt;
1983-1991 Autor und Regisseur im DEFA-Studio für Dokumentarfilme
1990 nach 25jähriger Partnerschaft gehen Heynowski und Scheumann nun getrennte Wege. Die ehemalige Werkstatt H&S firmiert als Werkstatt Kronenstraße. Scheumann: „Unsere Auffassungen von Maß und Wert haben sich in den letzten Monaten weit voneinander entfernt. Mehr und mehr wurde mir bewusst, dass wir den Kreis unserer gemeinsamen Möglichkeiten ausgeschritten haben“ (Filmspiegel 6/1990).
2001 Retrospektive des Chile-Zyklus auf dem Festival de Cine de Valparaíso (Chile) mit hoher Besucherresonanz, insbesondere bei den jungen Zuschauern (1500 pro Vorstellung). Nach 25 Jahren war Walter Heynowski das erste Mal wieder in Chile und traf mit dem Präsidenten Ricardo Lagos an demselben Ort zusammen, wie Jahrzehnte vorher mit Salvador Allende. Heynowski meinte über das Festival, dass es für ihn „bewegend und großartig war, und ich selbst merkte dass es nicht vergebens war diese Filme gedreht zu haben“.
2003 Auszeichnung durch den chilenischen Staat
2007 Erster Teil seiner Memoiren „Der Film meines Lebens. Zerschossene Jugend“


Gerhard Scheumann - vom Hörfunk und Fernsehen zum Dokumentarfilm

geb. am 25. Dezember 1930 in Ortelsburg/ Ostpreußen; gest. 30. Mai 1998;
nach seinem Abitur wird er von Karl Gass nach Berlin geholt, wo er beim Rundfunk das Ressort Innen- und Wirtschaftspolitik innehat; 1953-1955 Dozent für Rundfunkjournalistik in Weimar; Seit 1957 Doppelleben als IM „Gerhard“; 1960-1961 wöchentliche TV-Sendung und Autor zahlreicher Drehbücher;
1965 erste Zusammenarbeit mit Heynowski; Gründer, erster Leiter und Moderator des innenpolitischen Magazins „Prisma“; 1965 beim Ausscheiden hinterlässt er das so genannte „Prisma-Testament“, in dem er die Tabus im DDR-Journalismus kritisierte.
1982 auf dem IV. Kongress des Verbands der Film- und Fernsehschaffenden der DDR 10-Thesen-Rede über Medienpolitik der SED: „In dem Maße wie sich eine Gesellschaft über ihre Probleme öffentlich verständigt, bekundet sie entweder ihre Reife oder Unreife… Wenn der Dokumentarfilm nur als Vehikel der täglichen Medienpolitik benutzt werden soll, muss er verkommen." Film und Begleitpublikation zu dem Film „Die Angkar“ gaben für Scheumann den Anlass für seine Stellungnahme;
Die Zerschlagung der Künstlergemeinschaft von Heynowski & Scheumann wurde verhindert durch die Intervention von Manfred Wekwerth, dem Präsidenten der Akademie der Künste. H&S wurden „wieder eingegliedert“ in das DEFA-Studio für Dokumentarfilme. Scheumann wurde der Reisepass entzogen, durfte nicht zum Festival nach Leipzig fahren und dort seinen Juryplatz einnehmen. Scheumann legte einen dreiseitigen Widerruf vor der zentralen Parteileitung im DEFA-Studio für Dokumentarfilme ab.
März 1983 Verbot des Signets „Heynowski und Scheumann“ auf Briefköpfen und Filmen
   
   
  H&S – ein internationales, seinerzeit berühmtes Markenzeichen für politisches Filmschaffen. Fast drei Jahrzehnte (1965-1991) gingen Walter Heynowski und Gerhard Scheumann eine „künstlerische Ehe“ ein. Ihr ökonomisch von der DEFA unabhängiges Studio H&S in der Kronenstraße in Berlin-Mitte wurde zum Markenartikel im Ausland. Der Blick auf das eigene Land interessierte H&S nur am Rande. Heynowski & Scheumann gehören zu den bekanntesten wie umstrittensten Dokumentarfilmregisseuren der DDR.

Die H&S-Dokumentarfilme hatten eine für ihr Genre außerordentliche Verbreitung, sie wurden in mehr als 75 Ländern aufgeführt und mit zahllosen internationalen Preisen geehrt.

Heynowski & Scheumann sahen sich in der Tradition des russischen Dokumentarfilmpioniers Dziga Vertov (1896-1954) und waren der Ansicht, dass es kein unpolitisches Kino gibt, sondern dass Filmemacher sich einmischen müssen. Das Generalthema fanden die beiden in den Umwälzungen des 20. Jahrhunderts.

Sie zeigten ihre Sicht der Wirklichkeit in einer moralischen Dimension, bezogen Stellung zu den großen politischen Fragen des Jahrhunderts, wie Vietnam, Chile und der Aufarbeitung des Nationalsozialismus.

Es fällt die „für die DDR ungewöhnliche… Virtuosität von H&S, sich selbst zu vermarkten“ auf. (Tilo Prase in Ostsee Zeitung, Juli 2003)

Norbert Jochum sprach von der „Werkstatt für politischen Dokumentarfilm“ und der „Qualität des 'Studios H&S'…: die politische Wut.“ (Tagesspiegel, 1978 anlässlich der Westberliner Retrospektive im Kino Bali)

„Selbst wenn man im Widerspruch stand zu den Meinungen und Thesen, die sie in ihren Filmen artikulierten, und auch wenn ihre ästhetischen Strategien viele Fragen aufwarfen – an der gestalterischen Virtuosität der bekennenden Vertovianer zweifelte niemand.“ (Filmmuseum Wien, 2013)
   
  Filmografie
1988 Kamerad Krüger, R: Heynowski, Scheumann, 94 Min
1988 Der Mann an der Rampe, R: Heynowski, Scheumann, 13 Min
1987 Teufelszeug, R: Heynowski, Scheumann, 12 Min
1986 Der springende Punkt, R: Heynowski, Scheumann, 8 Min
1986 Die Generale, Teil 1, R: Heynowski, Scheumann, 77 Min
1986 Die Generale, Teil 2, R: Heynowski, Scheumann, 98 Min
1985 Schnappschüsse aus Chile, R: Heynowski, Scheumann, 4 Min
1984 Amok, R: Heynowski, Scheumann, 14 Min
1984 Das lustige Spiel, R: Heynowski, Scheumann, 12 min
1983 Aparte Bilder, R: Heynowski, Scheumann, 10 Min
1983 Ein Pfeiler im Strom, R: Heynowski, Scheumann, 46 Min
1983 Zum Beispiel: Regensburg, R: Heynowski, Scheumann, 7 Min
1981 Exercises, Studio H&S, 10 Min
1981 Die Angkar, Studio H&S, 98 Min
1980 Kampuchea - Sterben und Auferstehen, Studio H&S, 90 Min
1980 Fliege, roter Schmetterling, Studio H&S, 16 Min
1979 Phoenix, Studio H&S, 65 Min
1979 Ein Vietnamflüchtling, Studio H&S, 4 Min
1979 Die fernen Freunde nah, Studio H&S, 44 Min
1978 Am Wassergraben, Studio H&S, 16 Min
1978 Im Feuer bestanden, Studio H&S, 75 Min
1978 Die Toten schweigen nicht, Studio H&S, 76 Min
1977 Vietnam 2 - Der erste Reis danach, Studio H&S, 58 Min
1977 Vietnam 3 - Ich bereue aufrichtig, Studio H&S, 53 Min
1977 Vietnam 4 - Die eiserne Festung, Studio H&S, 60 Min
1976 Vietnam 1 - Die Teufelsinsel, Studio H&S, 65 Min
1976 Eintritt kostenlos, Studio H& S (mit Peter Hellmich), 11 Min
1976 Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind, Studio H& S (mit Peter Hellmich), 66 Min
1976 Immer wenn der Steiner kam, Studio H&S, 62 Min
1975 Meiers Nachlaß, Studio H&S, 21 Min
1975 Geldsorgen, Studio H&S, 6 Min
1975 El Golpe Blanco. Der weiße Putsch, Studio H&S, 68 Min
1974 Psalm 18, Studio H&S, 5 Min
1974 Mitbürger, Studio H&S, 7 Min
1974 Ich war, ich bin, ich werde sein, Studio H&S, 76 Min
1974 Der Krieg der Mumien, Studio H&S, 96 Min
1972 Remington Cal. 12, Studio H&S, 14 Min
1971 Bye-bye Wheelus, Studio H&S, 77 Min
1971 100, Studio H&S (R: Heynowski), 6 Min
1970 Der Mann ohne Vergangenheit, Studio H&S, 62 Min
1969 Der Präsident im Exil, Studio H&S, 93 Min
1968 Piloten im Pyjama, Teil 1, Yes Sir, 68 Min
1968 Piloten im Pyjama, Teil 2, Hilton-Hanoi, 62 Min
1968 Piloten im Pyjama, Teil 3, Der Job, 82 Min
1968 Piloten im Pyjama, Teil 4, Die Donnergötter, 80 Min
1967 Mit vorzüglicher Hochachtung, R: Walter Heynowski, Peter Voigt, 6 Min
1967 Geisterstunde, 76 Min
1966 Der lachende Mann, 65 Min
1966 400 cm³, R: Walter Heynowski, DB: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 6 Min
1965 O.K., R: Walter Heynowski, Sprecher: Scheumann, 32 Min
1965 Liebesbriefe 66, R: Walter Heynowski, Peter Voigt, 33 Min
1965 Kommando 52, R: Walter Heynowski, 34 Min
1965 Ehrenmänner, R: Walter Heynowski, DB: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 9 Min
1964 Hüben und drüben, R: Walter Heynowski, 41 Min
1963 Globke heute, R: Walter Heynowski, 29 Min
1963 Brüder und Schwestern, R: Walter Heynowski, 40 Min
   
   
  Kamerad Krüger DDR 1988, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 94 Min

"Wir waren und sind die Elite“, sagt Walter Krüger, ehemaliger SS-Sturmbannführer unter Hitler und nun Geschäftsführer des "Kameradschaftsverbandes I-Panzerkorps der ehemaligen Waffen-SS e.V.“. Ein bekennender Nazi zieht vor die Kamera penibel und stolz Bilanz. Anlass des Interviews ist ein Jahrestreffen von SS-Veteranen im bayrischen Nesselwang im Jahr 1988, organisiert von Walter Krüger.

Eingeschnittene Wochenschau-Ausschnitte mit Originalkommentar von Reichsparteitagen, Aufmärschen, Kriegshandlungen und von der Befreiung des KZ Mauthausen werden Walter Krügers Erinnerungen gegenübergestellt.

31. Internationale Dokumentar- und Kurzfilmwoche Leipzig 1988: Goldene Taube
   
   
  Der Mann an der Rampe DDR 1988, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 13 Min

Die Verbrechen in Auschwitz und ihr absonderliches Gedenken: Der Mann, der den Zugverkehr in Auschwitz organisierte, ein Beamter der Bundeswehrverwaltung und ein Militaria-Handel, lebt in der Bundesrepublik vollkommen unbehelligt.

Die Tötungstechnologie von Auschwitz taxiert er rein nach ihrem Rentabilitätsprinzip. Militaria-Handel bieten von der kompletten Uniform eines Hauptsturmführers, inklusive Mütze und Stiefel, auch die eindeutigen Accessoires: „Auschwitz“-Aufnäher, Hakenkreuze, Judensterne. Die einzelnen Filmepisoden zeigen, dass die so genannte Ausschwitzlüge nicht der Vergangenheit angehört.
   
  Teufelszeug DDR 1987, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 12 Min

Die Friedensbewegung protestiert in Hasselbach im Hunsrück gegen die Stationierung von 96 Cruise Missiles im Rahmen des Nato-Doppelbeschlusses. Mit Sitzblockaden und dem Aufstellen von 96 riesigen Holzkreuzen verleiht die Bevölkerung ihrer ablehnenden Haltung Nachdruck.
   
   
  Der springende Punkt DDR 1986, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 8 Min

Archivaufnahmen von Bombendetonationen im Zweiten Weltkrieg kombiniert mit graphischen Abstraktionen von der Vernichtungskraft moderner Atomraketen verdichten sich zu einer stummen Warnung vor Aufrüstung und Krieg.

Der Film verweist auf den Anfangspunkt der Entwicklung mit der Atombombe von Hiroshima und klagt Ronald Reagans "Strategic Defense Initiative" (SDI) Politik an, die sogar Waffen im Weltraum stationieren will. Dagegen setzen die Filmemacher die Abrüstungsvorschläge von Michail Gorbatschow aus dem Jahre 1986 in Reykjavík, die sie als reale Utopie einschätzen. Sein Ziel war es, bis zur Jahrtausendwende eine Erde ohne Kernwaffen zu schaffen.
   
   
  Die Generale, Teil 1 DDR 1986, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 77 Min

Vom Truppenführer über den Oberkommandierenden bis zum früheren Staatsoberhaupt: Lebensbilanzen für eine Koalition der Vernunft. Acht Männer aus acht europäischen NATO-Ländern erinnern sich, warum sie sich entschieden, Berufssoldaten zu werden. Lebenswege, die zum Generalsrang führten, ihre Kämpfe und Entscheidungen.

Es stellen sich vor:
Generalmajor a. D. Gert Bastian (Kommandeur der 12. Panzerdivision der Bundeswehr), Admiral a. D. Antoine Sanguinetti (auch Stabschef der französischen Marine), Generalmajor a. D. Johan Christie (ehemals Chef der Logistik der norwegischen Luftwaffe), General a. D. Nino Pasti (Italien, zeitweise Stellvertreter für Nuklearfragen des NATO-Oberbefehlshaber in Europa), Brigadegeneral a. D. Michael Harbottle (Großbritannien, auch Stabschef der UN-Friedensstreitkräfte in Zypern), Marschall a. D. Francisco da Costa Gomes (portugiesischer Präsident von 1974 bis 1976, davor Generalstabschef der Armee), Generalleutnant a. D. Georgios Koumanakos (stellvertretender Generalstabschef der griechischen Armee) und Generalmajor a. D. Hermann von Meyenfeldt (Gouverneur der niederländischen Königlichen Militärakademie).
   
   
  Die Generale, Teil 2 DDR 1986, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 98 Min

In höchsten Kommandofunktionen kennen die acht europäischen Generale die Pläne und Entwicklungen der NATO. Bohrende Fragen und entschiedene Antworten kompetenter Männer, die ihrem Leben eine Wende geben: Von traditionellen Militärs zu Strategen des Friedens, die sich für Abrüstung einsetzen.
   
   
  Das lustige Spiel DDR 1984, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 12 min

Ein Kartenspiel aus den USA wirbt: "Atomkrieg - ein flottes, lustiges Kartenspiel für 2-6 Spieler jeden Alters“. Neun Polaris-Raketen, knapp zwanzig 10-Megatonnen-Sprengköpfe, hinzu kommen 200 Millionen Menschen auf 40 Karten verteilt. Jeder Spieler stellt eine Weltmacht dar und versucht, durch den Gebrauch von Nuklearwaffen die Weltherrschaft zu erringen. Eine Partie stellt der Film tricktechnisch vor.
   
   
  Aparte Bilder DDR 1983, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 10 Min

Bilder vom Alltag in Südafrika unter dem Apartheid-Regime, die auf eindringliche Weise den Rassismus in diesem Land erfahrbar machen. Szenen müßigen Lebens: ein Ferienparadies, Golfspieler, kühle Getränke am Strand, Hummeressen in fröhlicher Runde. Andere sorgen dafür, dass es an nichts fehlt. Eindringlich werden diese krassen Unterschiede zwischen der herrschenden, weißen Bevölkerungsschicht und der dienenden, schwarzen Bevölkerung aufgezeigt.

Schwarze Minenarbeiter, Kellner und "Caddies" stehen im harten Kontrast zu den Golfspielern, Urlaubern und Gold scheffelnden Weißen. Abschließend sehen wir den Kampf der weißen Börsianer gegen den Verfall des Goldpreises im Gegenschnitt mit den ausgebeuteten Schwarzen.

Internationale Filmfestspiele Berlin 1984
   
   
  Ein Pfeiler im Strom DDR 1983, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 46 Min

Der Kommunist Walter Zauner wird 1952 in der Bundesrepublik wegen der "Sabotage an amerikanischen Militäraktionen“ zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt: Er mauerte die Sprengkammer der Marienorter Brücke in Regensburg zu. Nach einer großen Solidaritätsaktion wird er freigelassen und setzt in der Gewerkschaft seinen Kampf für den Frieden fort. 30 Jahre später erinnert sich der Vorbestrafte und Friedensbekenner.
   
   
  Zum Beispiel: Regensburg DDR 1983, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 7 Min

Der Film zeigt die Schönheiten traditionsreicher Stadtgeschichte. Im Countdown wandelt sich der Name Regensburg in Reagansburg, in einem Feuersturm verkohlen die eben geschauten Bilder - und entstehen dann neu aus der Asche: die Stadt steht. Regensburger Touristen auf ihrem Ausflugsdampfer winken.
   
   
  Immer wenn der Steiner kam DDR 1976, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 62 Min

Ein Film über den deutschen Kriegssöldner Rolf Steiner (geb. 1933 in München), der in der französischen Fremdenlegion begann und
   
   
  Meiers Nachlaß DDR 1975, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 21 Min

Kunst ist Kapitalanlage. Eine Versteigerung in München erscheint zunächst ganz harmlos, viele ältere Herren befinden sich im Saal, in dem Prunkgeschirr und Ziergerät auf einer langen Tafel feilgeboten wird. Eine Widmung kommt ins Bild: "Dem Ministerpräsidenten und General der Flieger Hermann Göring in Treue“.

Der bayrische Freistaat als offizieller Erbe von Hermann Göring übergab die mit Görings Wappen und diversen NS-Symbolen versehenen Wertgegenstände einem Kunstauktionshaus und kassierte den Erlös von 641.590 DM.

Internationales Filmfestival Moskau 1977: Goldener Preis
   
   
  Bye-bye Wheelus DDR 1971, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 77 Min

"Wheelus Air Base" in Libyen - das war einmal der größte Luftstützpunkt der USA außerhalb ihres eigenen Territoriums. Der Dokumentarfilm von Walter Heynowski und Gerhard Scheumann erzählt deren Geschichte und die 1970 erzwungene Räumung. Heute befindet sich dort der Mitiga International Airport, der zweite wichtige Flughafen von Tripolis.

1923 im damaligen Italienisch-Libyen von der italienischen Luftwaffe erbaut, ging der nahe Tripolis gelegene Militärstützpunkt nach dem Zweiten Weltkrieg an die US-Amerikaner. Bis 1970 war die nach einem gefallenen US-Luftwaffen-Leutnant benannte "Wheelus Air Base" mit ihren 1.200 Hektar der größte ausländische Luftstützpunkt der USA. Aufgrund ihrer geographischen Lage war sie von immenser strategischer Bedeutung. "Wheelus" gehörte zur US Air Force Europe (USAFE) und diente u.a. den in Europa stationierten Nato-Piloten zum Schießtraining. Die Zentrale war über die sogenannte Red Line 11, ein Rotes Telefon, direkt mit dem Pentagon verbunden. Nach dem Putsch am 1. September 1969 kündigten Oberst Muammar al-Gaddafi und sein Revolutionärer Kommandorat den USA kurzfristig die Verträge zum 30. Juni 1970. Noch 19 Tage vorher räumte das US-Militär unter Ausschluss der medialen Öffentlichkeit die Basis. Bis heute wird der 11. Juni als Tag der Befreiung von der US-Armee gefeiert.
Die Filmemacher Heynowski und Scheumann hielten mit der Kamera die Hinterlassenschaften der USA – riesige Müllplätze mit Bombenschutt, zerschossenen Zielen und abgestürzten Flugzeugen - fest. Inmitten des Wheelus-Geländes fanden sie auch an der Wand einer Bushaltestelle die Titel gebende Inschrift "Bye-bye Wheelus".

Das Film-Triptychon aus dem Studio H&S bietet bis heute zeithistorisch interessante Bilder über das Verhältnis der beiden Staaten USA und Libyen.
   
   
  Der Mann ohne Vergangenheit DDR 1970, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 62 Min

Ein junger Mann, studierter Jurist, am Anfang einer hoffnungsvollen Beamtenlaufbahn: Horst Rudolf Übelacker (geb. 1936 in Karlsbad). Als der Nationalsozialismus beendet war, war er gerade neun Jahre alt. Bemerkenswert: seine politische Regsamkeit. Was er schreibt und redet, lässt sich summieren mit "friedensgefährdende Hetze". Vor der Kamera offenbart er seine geistige Physiognomie. Heute lebt Übelacker in Linz und ist dort für die FPÖ im Gemeinderat.

Übelacker und die einflussreichen Bünde, in denen er wirkt, wollen Grenzen verändern. Der Hinweis auf ihn kam von Dr. Walter Becher, dem "Präsidenten im Exil": Übelacker, das "junge politische Talent" an seiner Seite. Der Film wirft ein Licht auf den Generationswechsel von Altnazis zu Neonazis.

Erster offiziell vom bundesdeutschen Fernsehen (WDR) gekaufter DDR-Dokumentarfilm.

„‘Wenn ich mal die Hitler- und KZ-Bilder abziehe‘ so Übelacker zum SPIEGEL, ‚dann bin ich der Meinung, daß ich gar nicht so schlecht bin.‘“ (Der Spiegel, 1970)

Internationales Fernsehfestival Prag (1970): Preis für die beste Regie & Preis der Jury der tschechoslowaksichen Fernsehzuschauer
   
   
  Der Präsident im Exil DDR 1969, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 93 Min

Der Präsident Dr. Walter Becher (1912 in Karlsbad-2005 in Pullach), offiziell: Sprecher der Sudetendeutschen Landsmannschaft, hat unter die alten Fahnen gerufen, wie jedes Jahr. Ein straff organisierter Betrieb und über allem kernige Sprüche wie dieser: "Eher wird die Tschechoslowakei ein zweites Mal zerschlagen, als dass Karlsbad ewig Karlovy Vary bliebe."

Zitat Dr. Walter Becher, Spitzenpolitiker der CSU, Mitglied des Bundestages und seines Auswärtigen Ausschusses und, im Selbstverständnis, ein Präsident im Exil -
Mann mit Vergangenheit und viel Hintergrund. Geschäftiger Polit-Manager, versiert und routiniert, leutselig auch, wo es gebraucht wird - so präsentiert er sich im Interview, gibt Anlass für dokumentarische Vertiefungen in einen gefährlichen Anachronismus.
   
   
  Mit vorzüglicher Hochachtung DDR 1967, R: Walter Heynowski, Peter Voigt, 6 Min

Zu einem Bachkonzert wird das Schreiben verlesen, mit dem der Legationsrat der Bundesrepublik die Musiker des Leipziger Gewandhausorchesters in Nicosia abzuwerben versucht.

Zunächst darf man sich der Musik ungestört hingeben - 4. Brandenburgisches Konzert, 3. Satz, zum Klingen gebracht vom Bachorchester des Gewandhauses in der Thomaskirche zu Leipzig.

Bis Worte und Satzfetzen das Bild mehr und mehr okkupieren: "Liebe Landsleute", "Schutz und Hilfe", "Sowjetische Besatzungszone", "nicht zurückkehren".

Der Briefkopf wird einsehbar: "Botschaft der Bundesrepublik Deutschland - Nicosia". Abschwenk des ganzen Blattes, das den Musikern aus der DDR während ihres Gastspiels ins Hotelzimmer geschoben worden war. Unterschrieben von Richard Giesen, Legationsrat - "mit vorzüglicher Hochachtung".
   
   
  Geisterstunde DDR 1967, R: Walter Heynowski, DB: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 76 Min

Ein Film über die Wahrsagerin Margarethe Goussanthier, genannt Buchela (1899-1986). Sie berictet über führende, bundesdeutsche Persönlichkeiten, die sich von ihr die Zukunft voraussagen lassen.
   
   
  Der lachende Mann DDR 1966, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 65 Min

Berühmtes Interview mit Major Siegfried Müller (1920-1983), bekannt und berüchtigt unter dem Namen "Kongo-Müller", als Söldner 1964 und 1965 beteiligt an der blutigen Niederschlagung des Simba-Aufstandes im Kongo. Am 10. November 1965 befragen Heynowski und Scheumann vier Stunden lang den im Kampfanzug samt Eisernem Kreuz 1. Klasse erschienenen 45-jährigen Söldner in einem Münchner Filmstudio.

Ein Killer auf Urlaub: Kommandoführer Major Müller steht auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn. Er ist getragen vom Hochgefühl jüngster Erfolgserlebnisse und gelockt von der Chance passabler Selbstdarstellung.

In der Annahme zwei bundesdeutschen Journalisten gegenüber zu sitzen, gibt sich Müller in der ihm vertrauten Umgebung souverän und leutselig. Unter zunehmendem Alkoholeinfluss schwadroniert er wie unter Kumpanen. Er präsentiert sich als Stratege des modernen Krieges, als „Verteidiger des Westens, der christlichen oder westlichen Hemisphäre“. Müller: "Wir haben für Europa gekämpft im Kongo, für die Idee des Westens, und zwar, um es genau zu sagen, für Liberté, Fraternité und so weiter. Sie kennen diese Sprüche."

Aber die zusätzlichen Bild- und Tondokumente, eingebracht auf Umwegen, tilgen seine Selbstretusche. Heynowski und Scheumann sind durch einen Stern-Artikel von Gerd Heidemann auf Müller aufmerksam geworden.

Der große Filmerfolg beförderte die Studiogründung.

Internationales Dokumentarfilmfest Leipzig 1966: Sonderpreis der Jury

„ein seltenes psychologisches Porträt eines Mannes, der sich jenseits aller Grenzen der Moral befindet. Man kann sagen: das ist der gewöhnliche Faschismus heute“ (Michail Romm in: Wilhelm Roth, Der Dokumentarfilm seit 1960)
   
   
  O.K. DDR 1965, R: Walter Heynowski, Sprecher: Gerhard Scheumann, 32 Min

In einem Aufnahmeheim für Übersiedler in Eisenach lernt der Regisseur Walter Heynowski das Mädchen Doris S. kennen, das 1961 legal in die Bundesrepublik ausgereist war und nach 18 Monaten zurückkehrt. Dieser Interview-Film bringt dem Zuschauer ihr individuelles Schicksal in einem zweigeteilten Deutschland näher.

Als die Mutter gestorben war, zog Doris im Jahr 1961 - damals landwirtschaftlicher Lehrling in einer erzgebirgischen LPG - zu ihrem Vater in die Bundesrepublik. Getrieben von ihrem Wunsch, "die große weite Welt zu erleben", wurde sie schließlich für 18 Monate Animiermädchen in der Bar "Pa-pa-Club" des amerikanischen Truppenübungsplatzes Baumholder.

Ihr detaillierter Bericht wird durch Originalaufnahmen ergänzt. Als sie nach Eisenach zurückkehrt, führt sie im Gepäck eine 6-mm-Gaspistole mit sich, die sie bisher benötigte, wenn sie sich nachts auf ihren Heimweg begab.
   
   
  Liebesbriefe 66 DDR 1965, R: Walter Heynowski, Peter Voigt, 33 Min

Erwin Geschonneck und Gisela May lesen Briefe Unbekannter vor und erzählen damit von den Schicksalen einzelner Menschen, von ihrer Arbeit, ihrer Liebe, ihrem Leben.

20 Ehepaare aus der DDR, sie waren bei Drehbeginn zwischen 22 und 70 Jahre alt, können auf ein bewegtes Leben zurück blicken. Mit einfühlsamen Worten tragen die beiden Erzähler die Worte des jeweils einen Ehepartners zum Thema Kennenlernen, Hochzeit, Ausbildung und Eheverlauf in aller Offenheit vor. Freude und Leid wechseln sich ab, unterlegt und belegt mit Privatfotos, Zeitungsausschnitten und kleinen Filmeinblendungen.
   
   
  Kommando 52 DDR 1965, R: Walter Heynowski, 34 Min

Ein Film über das berüchtigte Söldnerkommando 52, das in den 1960er Jahren im Kongo wütete. Hauptsächlich bestand es aus bundesdeutschen Männern, die in Afrika zu Berufskillern wurden. Unter ihnen ist der Major Siegfried Müller, der so genannte Kongo-Müller, aus Frankfurt am Main mit großer militärischen Erfahrung.

Basierend auf Selbstzeugnissen und Originalmaterial, entsteht ein erschütterndes Zeitdokument. Die unterlegten Tonbandaufnahmen von interviewten Söldnern und die Fotos von ermordeten Afrikanern zeigen ein schonungsloses Gesamtbild des "Söldnerkommandos 52".

Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1965: Goldene Taube
   
   
  Ehrenmänner DDR 1965, R: Walter Heynowski, DB: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 9 Min

Der Film zeigt in zwei Kapiteln ausreisewillige Männer im geteilten Deutschland. Im ersten Kapitel verlassen Ostdeutsche ihre Frauen und Kinder, um in der Bundesrepublik zu leben. Im zweiten Kapitel versuchen alleinstehende Westdeutsche, in die DDR umzusiedeln.
   
   
  Hüben und drüben DDR 1964, R: Walter Heynowski, 41 Min

In beiden deutschen Staaten stehen viele alte Wohnhäuser. Das Verhalten beider Gesellschaftsordnungen zu diesem Erbe nimmt der Film zum Anlass eines politischen, ökonomischen und moralischen Vergleichs.

Der Regisseur beobachtet die Politik des bundesdeutschen Wohnungsbauministers Paul Lücke im Vergleich zum Wohnungsbau in der DDR. Er will nachweisen, wie raffiniert Mietwucher in der Bundesrepublik betrieben wird und benutzt neben Interviews und Reportageteilen auch grafische Elemente.
   
   
  Globke heute DDR 1963, R: Walter Heynowski, 29 Min

Porträt des Hans Globke, Verwaltungsjurist im Reichsinnenministerium und Mitverfasser eines offiziellen Kommentars zu den Nürnberger Gesetzen von 1935. Adenauer ernannte ihn 1953 zum Staatssekretär, in der DDR wurde er 1963 in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt.

Globkes "Schattenkabinett" der 25 Staatssekretäre wird durch eindrucksvolle Enthüllungen als faschistisch entlarvt. Als Kronzeuge gegen Globke kommt die bundesdeutsche und westeuropäische Presse zu Wort.
   
   
  Brüder und Schwestern DDR 1963, R: Walter Heynowski, 40 Min

Der Film zeigt ausgewählte Beispiele von Reden bundesdeutscher Politiker, in denen sie von den "lieben Brüdern und Schwestern“ in der Zone sprechen. Er entlarvt mit satirischer Schonungslosigkeit die Demagogie dieser Worte, auch mit Bildern von Klassenunterschieden und sozialen Auseinandersetzungen.
   
   
 

Chile-Zyklus

  Schnappschüsse aus Chile DDR 1985, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 4 Min

Chile 1985, Fotos von der Repression der Diktatur gegen das chilenische Volk und vom Widerstand, begleitet von der Musik von Angel Parra, einem der namhaftesten Komponisten Chiles im Exil.
   
  Im Feuer bestanden, DDR 1978, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 75 Min

Spannungsreiche Rekonstruktion der letzten Stunden im und um den Präsidentenpalast La Moneda während des Putschs in Santiago de Chile 1973. Am 11. September betritt Salvador Allende gegen 7.30 Uhr seinen Amtssitz La Moneda. Am frühen Nachmittag verlässt er ihn wieder, in eine Decke gehüllt, tot.

Die Regisseure zeigen zum Teil bis dahin Unveröffentlichtes vom Tag des Putsches: Film- und Tondokumenten von Peter Hellmich und Tonmeister Manfred Berger, Interviews mit Putschisten (wie z. B. General Leigh), Fernseh- und Rundfunkmitschnitte, zudem einige Interviewsequenzen mit der Witwe Allendes – der „Tencha“, Frau Hortensia Bussi de Allende.

Außerdem gelang es Heynowski und Scheumann in Mexiko-Stadt Allendes Sekretär Dr. Danilo Bartulin vor die Kamera zu holen. Bis zur letzten Stunde harrte er an der Seite des Präsidenten aus. In dem Film „Ich war, ich bin, ich werde sein“, eine erschütternde Dokumentation über das Konzentrationslager Chacabuco, begegneten die Filmemacher dem Mann zum ersten Mal. Damals half er als Arzt seinen Mitgefangenen.

Der tragische Ablauf der Geschehnisse wird durch die Fülle der Materialquellen nachvollziehbar. Der neunte Chile-Film lief fünf Jahre nach dem historischen Tag des 11. September im Jahr 1978 in den Kinos an; die Premiere fand anlässlich der Woche der Solidarität mit dem chilenischen Volk im Berliner Kino Kosmos statt.
   
  Die Toten schweigen nicht DDR 1978, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 76 Min

Zwei Frauen erzählen ihre Geschichte – in Würde, ohne Hast – und ihr persönliches Schicksal verflicht sich immer mehr mit dem nationalen Geschick Chiles. Moy de Tohá und Isabel Letelier sind die Gattinnen zweier Verteidigungsminister der Unidad Popular. Sie sind Witwen geworden in später Folge des faschistischen Putsches, weil das Wissen ihrer Männer zu mächtig war.

Augusto Pinochet war über Jahre in ihren Häusern aus- und eingegangen, und so ersteht aus den Erinnerungen der Frauen das Charakterbild eines Charakterlosen: Pinochet, der Schmeichler und Intrigant, der Prototyp des falschen Freund.
Leben und Tod von Tohá und Letelier – viele unschätzbare Dokumente konnten geborgen werden - geben tieferen Einblick in die politische Lage in Chile nach dem Putsch.

Aus den Erlösen von „Die Toten schweigen nicht“ wurde für drei Jahre die Witwe des Au-ßenministers von Salvador Allende unterstützt.

20. Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1978: Großer Preis, Filmfest Lille 1978: Besondere Anerkennung
   
   
  Eine Minute Dunkel macht uns nicht blind DDR 1976, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, Peter Hellmich, 66 Min

Beobachtungen und Interviews, zwei Jahre nach dem Putsch in Chile: Um die Kamera sammeln sich Menschen an, hergeführt vom Zufall und zuerst nur neugierig, was da weiter wird. Ein belebter Platz in Santiago, die Reporter kenntlich als Ausländer. „Hier kann man nicht sprechen!“ ruft einer. Andere stimmen zu: „Die Angst. Alle haben Angst.“

Doch keiner bleibt mehr still. Sie rufen, reden gegen jedes Risiko. Vieles kommt zur Sprache: der Hunger, die Preise, keine Arbeit, der Zwang, außer Landes zu gehen… Und mit Nachdruck die Forderung: „Sagt das nach draußen!“

18. Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1976: Sonderpreis der Internationalen Jury, Internationales Dokumentarfilmfestival Grenoble 1976: Preis der Internationalen Jury
   
   
  Geldsorgen DDR 1975, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 6 Min

Vorgeführt vom Bankdirektor General Eduardo Cano: Geldscheine als Flugblätter des Widerstands. General Cano wurde am 11. September 1973 zum Präsidenten der Zentralbank berufen, und hat seine Sorgen damit. Gegen die Inflation rekrutiert er neue Scheine, andere wiederum zieht er aus dem Verkehr.

Als er einige der zurückgezogenen Scheine persönlich vorführt, kommt Komik ins Spiel: „Hier zum Beispiel wird die Junta als Junta von Dieben bezeichnet, was, wie Sie begreifen, nicht der Wahrheit entspricht.“ Schriftzeilen, von Unbekannt in kleinen, kräftigen Zeichen auf die Ornamente des Wertpapiers gesetzt. Trotzige Botschaften des Widerstands – es gibt viele davon.

„Allende vive – Allende lebt“. Da stehen Bilder auf und mit ihnen die unverlierbaren tausend Tage der Unidad Popular. Spott tut sich kund zwischen Nullen und Schnörkeln und ein Anspruch, der die derzeit Herrschenden noch zittern machen wird: „Wir haben eine Schlacht verloren. Aber nicht den Krieg.“

18. Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1975: Ehrendiplom der Jury und FIPRESCI-Preis, 18. Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1976: Jury-Sonderpreis, 22. Westdeutsche Kurzfilmtage Oberhausen 1976: Hauptpreis und Ehrende Empfehlung der Jury des Internationalen Evangelischen Filmzentrums Interfilm
   
   
  El Golpe Blanco. Der weiße Putsch DDR 1975, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 68 Min

Mit einem Aufschrei reagierten Menschen in der ganzen Welt, als die vom Volk gewählte Regierung Salvador Allendes am 11. September 1973 gestürzt wurde. Präsident Allende galt zu Beginn der 1970er Jahre mit seinem eingeschlagenen Weg zu einer sozial gerechten Gesellschaft als Symbolfigur des Aufbruchs.

Die Filmemacher des Studios H&S analysieren die Ereignisse um den Putsch in ihrer Gesamtheit. So richtet der Film den Blick zurück zu den Parlamentswahlen vom 04. März dieses entscheidenden Jahres. Schon damals gibt es Umsturzbestrebungen gegen Salvador Allende und seine Unidad-Popular-Regierung.

Durch einen weißen, vermeintlich sauberen Putsch suchen die rechtsgerichteten Kräfte Chiles eine Zweidrittelmehrheit im Nationalkongress zu gewinnen und die Amtsenthebung des Präsidenten zu erreichen, was jedoch misslingt. Demonstrationen „der leeren Kochtöpfe“ werden organisiert, um den vermeintlichen Unmut des Volkswillen zu beweisen. Monate später folgt der bewaffnete, blutige Umsturz. Die Regisseure Walter Heynowski und Gerhard Scheumann decken Versuche politischer Einflussnahme und Infiltration auf, wie sie Chiles politische Rechte mit Unterstützung des US-Geheimdienstes CIA unternimmt.

Das Studio H&S beobachtete in zahlreichen Dokumentarfilmen die demokratische Entwicklung Chiles und später die Hintergründe, den Ablauf und die Auswirkungen des Putsches. Fünf Drehreisen zwischen Februar 1973 und Februar 1974 lieferten dazu das Material. Nach „Krieg der Mumien“ und „Ich war, ich bin, ich werde sein“ war „El golpe blanco“ der dritte Langfilm über Chile aus dem Studio H&S.

„Analytische Untersuchung, die soziale und politische Hintergründe penibel ausforscht und mit erregendem, teils illegal aufgenommenem Dokumentarmaterial belegt. Eine der herausragenden, auch international erfolgreichsten Produktionen des Studios Heynowski und Scheumann.“ (KIM-Filmdienst)
   
   
  Psalm 18 DDR 1974, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 5 Min

Geistlicher Chorgesang aus hallendem Raum. Ein Gebäude wird kriegsmäßig besetzt. Nun Blick in das Kirchenschiff, dazu Rolltitel:
„Anno Domini 1973, den 18. September, befahlen die Generäle den Kardinal-Erzbischof und die Oberhäupter aller in Chile wirkenden Konfessionen in die Iglesia de la Gratitud Nacional – die Kirche des National Dankes – zu Santiago.“
Ein „Gottesdienst: Auf Befehl der Junta zum Lobe der Junta“.

Der Kardinal, genötigt in das Amt des Segnenden, spricht Worte von tiefem Sinn: „ Für alle die, die leiden und beten, oder die sich in Konfliktsituationen befinden, oder die in angstvoller Einsamkeit leben. Damit sie befreit, getröstet und befriedet werden. Flehen wir den Herrn an!“ Sein Gesicht in würdevollem Ernst; in Bildern der Verfolgten und Gepeinigten nimmt sein Sinnen Gestalt an.

Die Schänder verlassen das Gotteshaus, in ihrem Rücken das Bibelwort:
„Sie rufen zum Herrn; aber er antwortet ihnen nicht.
Ich will sie zerstoßen wie Staub vor dem Winde;
Ich will sie wegräumen wie den Kot auf der Gasse.“
Psalm 18, 42 und 43

Krakau Filmfestival 1974: Ehrende Anerkennung, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1975: Hauptpreis der Jury
   
   
  Mitbürger DDR 1974, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 7 Min

Flugzeugdröhnen, Bombenbersten. Rauch und Flammen über dem Gebäude. Ein Rolltitel zeigt die Situation: "Als Flugzeuge und Panzer der Faschisten in Santiago am 11. September 1973 den Präsidentenpalast La Moneda beschießen, wendet sich Salvador Allende von seinem rechtmäßigen Platz aus noch einmal an das Volk von Chile"

Salvador Allendes letzte Radiorede wird in diesem Film-Memorial vollständig wiedergegeben, der deutsche Wortlaut der Ansprache erscheint in den Untertiteln. Einzelne Aussagen sind zentral als Inserts ins Bild gesetzt. Filmszenen und Fotos untermauern Allendes letzten Aufruf an seine Mitbürger.

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1974: Hauptpreis der Volkshochschul-Jury und FIPRESCI-Preis
   
   
  Ich war, ich bin, ich werde sein DDR 1974, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 76 Min

Im Frühjahr 1974 gelingt der Filmgruppe des Studios H&S Unglaubliches in der Pinochet-Diktatur. Gegen das ausdrückliche Verbot der chilenischen Juntakanzlei erhält sie Zugang zu zwei großen, im Norden gelegenen Konzentrationslagern. Von Chacabuco und Pisanga bringt sie Bild- und Tonaufnahmen heraus.

Die Befragten in den Lagern wissen von diesen Hintergründen nichts, da alle Aufnahmen unter militärischer Eskorte geschehen. Doch die Blicke und Stimmen lassen beklemmend die Willkür, Ungewissheit und den Terror der Isolation spüren.

1974 mehrfach ausgezeichnet: Sonderpreis der Jury (Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche), Silberner Sesterz (Internationales Dokumentarfilmfestival Nyon) und Preis der Jury (Internationales Dokumentarfilmfestival Grenoble). „Ich war, ich bin, ich werde sein“ war international der wirtschaftlich erfolgreichste Film.

Erst 2001 – zum 30. Jahrestag des Militärputschs – konnte der gesamte Chile-Zyklus des Studios H&S in Chile auf dem Film Festival Valparaíso gezeigt werden.
   
   
  Der Krieg der Mumien DDR 1974, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 96 Min

Chile, 11. September 1973: Der Oberbefehlshaber des Heeres Augusto Pinochet stürzt die Regierung der Unidad Popular. Präsident Salvador Allende kommt beim Sturm des Militärs auf das Regierungsgebäude „La Moneda“ unter ungeklärten Umständen ums Leben. Heynowski und Scheumann porträtieren das Land vor und nach diesem historischen Ereignis.

Dabei arbeiten sie die Verwicklungen US-amerikanischer Firmen heraus, die durch Verstaatlichungen in Chile entmachtet wurden. In diesem Zusammenhang zeigen sie auch die landesweiten Proteste und Betriebsbesetzungen im Jahr nach der Amtsübernahme Allendes.

Eine zeitnahe und historische politische Analyse eines Landes und jenes Politikers, dessen Tod im gesamten Europa einen großen Kult auslöste.

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1974: FIPRESCI-Preis
   
 

Vietnam-Zyklus (1966-84)

  Amok DDR 1984, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 14 Min

Über die routinierte TV-Vermarktung eines Verbrechens Mitte der 1980er Jahre in den USA: Das US-amerikanische Fernsehen berichtet live über den Amoklauf des 41-jährigen US-Army Veteranen James Huberty am 18. Juli 1984 im Stadtteil San Ysidro von San Diego. Huberty erschießt in einer McDonald’s-Filiale 21 Menschen und verletzt 19 weitere, ehe er von der Polizei gestoppt und erschossen wird.

Der bis dahin größte Amoklauf in der nordamerikanischen Geschichte wird zu Dokumentarmaterial aus dem Vietnamkrieg in Beziehung gesetzt. Das Verbrechen eines einzelnen erweist sich als geistig-moralisches Resultat des Krieges, in dem der ehemalige Soldat zu dem wurde, was er jetzt ist. Im Dokumentarfilm werden TV-Ausschnitte eingeschnitten, die häufig durch Werbeböcke unterbrochen werden. Die deutsche Kommentierung wird mit Artikeln aus der bundesdeutschen Boulevardpresse unterlegt.

Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Ein Vietnamflüchtling DDR 1979, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 4 Min

Der ehemalige General und Chef der südvietnamesischen Polizei Nguyen Ngoc Loan lebt nach seiner weltweit geächteten Bluttat als Restaurantbesitzer in der Nähe von Washington. Ein Verfahren zur Ausweisung aus den USA wurde Presseberichten zufolge auf direkte Intervention durch Präsident Jimmy Carter und Justizminister Griffin Bell verhindert.

Der Film ist ohne Kommentar und Musik. Zu sehen sind auch die Bilder des NBC-Kameramanns Vo Suu, der die öffentliche Ermordung von Nguyen Văn Lém, Mitglied der Nationalen Front für die Befreiung Südvietnams, am 1. Februar 1968 auf den Straßen von Saigon durch den dortigen Polizeichef Nguyen Ngoc Loan zeigen.

21. Internationales Dokumentar- und Kurzfilmfestival Bilbao 1979: Bronze-Mikeldi, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Phoenix DDR 1979, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 65 Min

US-Armeeangehörigen erhielten eine spezielle Ausbildung für den Einsatz im Vietnam-Krieg. Mit der verdeckten Operation "Phoenix“ des US-Auslandsgeheimdiensts CIA wollten die USA in Vietnam die Basen des Befreiungskampfes zerschlagen. K. Barton Osborn, "Phoenix“-Offizier und General Bui Van Nhu, damals Chef der südvietnamesischen Polizei, offenbaren die Allianz zwischen Polizei und CIA.

Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche Leipzig 1979: Silberne Taube, Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1979: Bronze-Mikeldi, Film Festival Ho-Chi-Minh-City 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Die fernen Freunde nah DDR 1979, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 44 Min

Zur Premiere des H&S-Filmes "Die eiserne Festung“ kommen vietnamesische Gäste nach Berlin. Die wenigen Tage des Aufenthalts sind ausgefüllt mit Besuchen, Empfängen, Exkursionen ins Land. Eindrücke von ihrer Reise durch die DDR werden verbunden mit Erinnerungen an den Krieg in Vietnam.

Über weitere Strecken, in der Reflexion der Autoren, ist dies ein Kompilationsfilm; Anlass zu besinnlicher Rückschau und Angebot beziehungsreicher Wiederentdeckungen: Der sechzehnte Film des Vietnam-Themas bei H&S.
   
   
  Am Wassergraben DDR 1978, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 16 Min

Das Massaker von My Lai (Son My) vom 16. März 1968, betrachtet aus dem Abstand von zehn Jahren. Truppenführer William Calley befehligte das US-Kriegsverbrechen, der Armeefotograf Ronald Haeberle dokumentierte die ganze Grausamkeit dieser Aktion, ohne dabei seine Landsleute abzulichten. Der Freiheitskampf der Vietnamesen in diesem langen Krieg wird in dieser Rekonstruktion noch einmal sichtbar, die Verfolgung der Spuren und die Erlebnisberichte von Totgeglaubten werfen neue Fragen zum Tun des Truppenführers auf.

Der in den USA umstrittene Leutnant William Calley wird nach seiner Verurteilung schrittweise freigesprochen und berichtet in TV-Sendungen und vor Universitätsstudenten seine Beweggründe zum Töten von Kommunisten.

20. Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1978: Sonderpreis, Filmfest Lille 1978: Besondere Anerkennung, Krakau Filmfestival 1978: Ehrendiplom, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Vietnam 4 - Die eiserne Festung DDR 1977, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 60 Min

Begegnungen mit Revolutionshelden im Mekong-Delta. Wenige Wochen nach dem Sieg gibt es die ersten Bilder neuer Menschlichkeit: Alte und Kranke, die sich auf ihre Zukunft vorbereiten, Kinder, die in die Schule gehen.

Die eiserne Festung, das ist im ganzen Sinn des Wortes die Partei der Kommunisten.

Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche Leipzig 1977: Goldene Taube, Filmfest Tampere 1978: Preis für den besten Dokumentarfilm, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Vietnam 3 - Ich bereue aufrichtig DDR 1977, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 53 Min

Drei Generale und ein Oberst, Insassen eines Umerziehungslagers bei der Neubewertung ihres Lebens. Die Botschaft des Le Minh Dao, 42, Generalmajor, Kommandeur der 18. Division, Träger höchster amerikanischer Auszeichnungen: "Liebe Amerikaner! Sie haben mich zehn Jahre lang beraten. Nun will ich Ihnen einen guten Rat geben. Er lautet: Lassen Sie die Finger von anderen Ländern! Denn das ist weder gut für sie nach für diese Länder.“

Die Kamera trifft ihn Juli 1975 auf der Schulbank, im Umerziehungslager Quang Trung, unter einem Dach mit 23 anderen "Ehemaligen“ – alles Generale, nun mit dem "Ex-" vor den Ämtern und Rängen. Sie stehen noch unter dem Schock des Zusammenbruchs und verbringen viel Zeit mit dem Ordnen ihrer Biografie.

Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Vietnam 2 - Der erste Reis danach DDR 1977, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 58 Min

In und um Saigon im Sommer 1975 – Geschichten vom Umbruch während einer Drehreise durch den befreiten Süden im ersten Sommer danach. Geschichten mit Vorgeschichten, rückgreifend bis 1967.

Merkwürdige Entdeckungen an Plätzen der Zeitgeschichte, freudige und schmerzvolle Erlebnisse: Pilot Trung und sein signalsetzender Handstreich, das verwunderliche Fundstück vom Trubel des Marktes und die Stichprobe aus dem Kulturmüll der Besatzer, Monologe zwischen Gräbern und Mühe mit den neuen Liedern. Bambus für das neue Haus und Minensuche im jungen Reis.

Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1977: Spezialpreis der FIPRESCI, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Vietnam 1 - Die Teufelsinsel DDR 1976, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 65 Min

Spurensicherung auf Con Son, landschaftlich ein grünes, tropisches Paradies, eine Insel, die jedoch eine Hölle war: Deren unmenschliche "Tigerkäfige“ und die darin angewendeten Foltermethoden erlangten traurige Berühmtheit.

Wieder eingeflogen mit der ersten ausländischen Filmgruppe Le Quang Vinh. Im August 1961 wurde der damals 25-jährige Studentenführer in Saigon als politischer Gegner verhaftet. Der Schauprozess endete mit dem Todesurteil. Nach weltweitem Protest wurde daraus "lebenslänglich“ auf Con Son, der Teufelsinsel. Le Quang Vinh zeigt die Stätten des Grauens, wo er 13 Jahre inhaftiert war, davon sechs Jahre im so genannten Tigerkäfig.

Con Son, auch Con Dao: die Berginsel. Im Sommer 1975 steht vor dem Kameraauge ein unübersehbares Areal von Zellen, Bunkern, Grüften unter Gittern. Zu Haufen geworfen die Ketten, Stangen, Fesseln.

Der erste Film des Vietnamzyklus von Heynowski und Scheumann; ein Erlebnisbericht und eine historische Beweisaufnahme.

Internationale Filmfestspiele Berlin Berlinale (Forum) 1976, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Eintritt kostenlos DDR 1976, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 11 Min

Ein Gang durch die Museen von Hanoi, Blick auf die Exponate, die Zeugnis ablegen von den Erfahrungen der Vietnamesen mit Invasoren und der Invasoren mit Vietnam.

Rustikale Waffen, jahrhundertealt, erfindungsreiche Fallen; neuzeitliche Kriegsmaschinen und als Modell das Schlachtfeld von Dien Bien Puh. Wrackteile von US-Fernbombern, eine Kugelweste: "Durchschossen von unseren Gewehren, von vorn bis hinten“.

Eine einzigartige Ausstellung, ihre mahnende Botschaft: "Der verabsäumte kostenlose Besuch der Museen von Hanoi kostete das amerikanische Volk 56 369 Tote und 146 Milliarden Dollar.“

Krakau Filmfestival 1977: Ehrendiplom, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Remington Cal. 12 DDR 1972, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 14 Min

Erfahrene Jäger identifizieren sie als eine Schrotpatrone. Das Geschoss ist gezeichnet mit „Remington Peters 12“, wird in den Verkaufslisten jedoch nicht geführt. Die detailliert vorgeführte Laboranalyse legt 20 kleine Stahlpfeile frei. Schussversuche aus unterschiedlichster Entfernung auf Steckkasten, Kürbis und Kanister weisen aus: Die Zielobjekte werden durch die potenzierte Aufprallenergie von innen zerrissen; viele der Pfeile zerlegen sich im getroffenen Organismus. Die Patrone erweist sich als „Für die Jagd ungeeignet“.

Ein US-Kommandotrupp im Einsatz, unweit von Da Nang, Südvietnam. Der Anführer erklärt die Waffe, die er persönlich führt: „Oh ja, das ist eine Schrotflinte Kaliber 12. Für Patronen wie diese hier. Wenn sie abgeschossen werden, fliegen kleine Pfeile heraus. Sie reißen einem das Bein aus 50 Metern Entfernung ab, ja. Sie fasst sechs Schuss, einen in der Kammer. Sie ist sicher, schießt immer. Eine gute Waffe im Nahkampf. ES IST EINE SEHR FEINE WAFFE.“

Den Film schließt ein Zitat aus der Washingtoner Zeitschrift „Armed Forces Management“: „Vietnam ist das Übungsgelände, wo wir unsere neuen Waffen endgültig testen und störfrei machen.“
   
   
  100 DDR 1971, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 6 Min

Filmische Rekonstruktion eines Brauchs in der US-Army. Ein Mann, durchtrainierte Figur, macht Liegestütze. Das eingeblendete Zählwerk steht auf 100, läuft von da an rückwärts. Harter Schlag des Metronoms.

Über die Szene, sie aber nicht völlig verdeckend, legen sich Fotostudien – schöne, stolze Gesichter von Vietnamesen. Drei Worte werden geschrieen, wieder und wieder; man erkennt: "dog – pig – monkey“. Erschöpfung, Zusammenbruch bei den Takten 43 und 8.

Ende der Prozedur – ein harter, langaushallender Gitarrenschlag. Das Zählwerk eilt zurück auf 100. Die Zahl wird Bestandteil dieser Schrifttafel: "Mark Lane in seinem Buch 'Gespräche mit Amerikanern’. New York 1970: 100 Liegestütze müssen Soldaten in Einheiten der US-Marine absolvieren, die einen Vietnamesen als Vietnamesen bezeichnet haben und nicht als Hund, Schwein oder Affe.“ Schlussbilder drastischer Realität: brüllende, bajonettstoßende US-Marineinfanteristen.

8. Internationales Kurzfilmfestival Krakau 1971: Silberner Drache, Filmfest Ho-Chi-Minh-Stadt 1983: Spezialpreis für die Vietnam-Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Piloten im Pyjama, Teil 1, Yes Sir, DDR 1968, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 68 Min

Sieben Wochen verbrachten Walter Heynowski und Gerhard Scheumann mit ihrem Team im Sommer 1967 in Vietnam. Von ihren Dreharbeiten berichtete wenig später die Weltpresse: Erstmalig hatte ein Filmteam ein Haftlager für abgeschossene US-amerikanische Piloten betreten, erstmalig hatte eine größere Anzahl gefangener, US-amerikanischer Offiziere vor der Kamera ausgesagt. Der entstandene vierteilige Film erregte weltweit Aufsehen, wurde von großen Illustrierten abgedruckt und in Ausschnitten im US-Fernsehen ausgestrahlt.

Zehn US-Militärpiloten stellen sich vor und schildern ihren letzten Flug nach Vietnam, bevor sie abgeschossen wurden. Sie erklären, was sie bei ihrer Ankunft auf vietnamesischen Boden erwarteten und vergleichen diese Vorstellungen mit dem, was sie erlebten. Auch berichten sie über ihren Kampfauftrag und ihre Einstellung zu dem Beruf.

“Die Antworten gewähren tiefe Einblicke in den Mechanismus dieses Krieges und in die Verfassung derer, die ihm dienen. Es war erregend zu sehen, wie vor der Kamera allmählich Wahrheit entstand - nicht herauskam, sondern tatsächlich entstand.” (Tagesspiegel, 1968)
   
   
  Piloten im Pyjama, Teil 2, Hilton-Hanoi, DDR 1968, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 62 Min

Die abgeschossenen, US-amerikanischen Piloten berichten über ihre Haftbedingungen. Diese werden verglichen mit denen von nordvietnamesischen Kämpfern in südvietnamesischen Lagern.
   
   
  Piloten im Pyjama, Teil 3, Der Job, DDR 1968, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 82 Min

Die US-Piloten sprechen über die Methoden und Ziele der Luftangriffe in Vietnam. Die Interviews gehen auch der Frage nach, wie ihr Verhältnis zu den Opfern ist, was sie über Verantwortung und Schuld denken.
   
   
  Piloten im Pyjama, Teil 4, Die Donnergötter, DDR 1968, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 80 Min

Heynowski und Scheumann hinterfragen in ihren Interviews die Einstellungen und persönliche Haltungen der US-Piloten, befragen sie auch zur Politik, zu ihrem Weltbild, zum Kommunismus und wie sie ihren Einsatz in Vietnam legitimiert sehen.
   
   
  400 cm³ DDR 1966, R: Walter Heynowski, DB: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 6 Min

Eine Hymne auf die Blutspender für Vietnam. Der schlichte Vorgang, die Blutspende für Vietnam, vieltausendfach vollzogen, erfährt eine filmische Erhöhung. In der Montage von Bildern und Klängen wird eine Brücke geschlagen zwischen den Spendern und Empfängern des kostbaren Gutes.

Das Ballen der Faust ist einerseits eine medizinische Erfordernis, auf der anderen Seite aber auch das Signal zum Kampf. Tragender Bestandteil des Films ist eine A-capella-Komposition für einen großen Chor von Paul Dessau.

9. Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1966: Ehrende Anerkennung
   
 

Kampuchea/ Kambodscha-Zyklus (1980/81)

   
   
  Die Angkar DDR 1981, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 98 Min

Das Khmer-Wort "Angkar" bedeutet "Organisation". Die Angkar des Pol-Pot-Regimes regierte nach eigenen, ungeschriebenen Gesetzen. Die im zentralen Verhör- und Vernichtungslager S21, der ehemaligen Oberschule Tuol Sleng in Phnom Penh, entdeckten Akten und Fotokarteien dokumentieren 20.000 Tote.

Heute ist dort das "Genuzid-Museum" untergebracht. Sieben Überlebenden berichten von bestialischen Foltermethoden, die erschütternden Aussagen werden mit eingeblendete Erkennungsfotos von Frauen, Kindern und Männern belegt.

Gefundene Personalakten, Verhörniederschriften und Bewertungsprotokolle entlarven die zutiefst verachtende Behandlung der Wachmannschaften und des Verhörpersonals gegenüber den Inhaftierten. Gegenübergestellte Fotos von menschlichen Experimenten und Ermordeten in der NS-Zeit Deutschlands und dem Pol Pot-Regime zeigen die ganze Grausamkeit von Diktatoren.

Allein die ängstlichen und verzweifelten Augen der immer wieder eingeblendeten Erkennungsfotos sprechen für sich und lassen die unendlichen Qualen der 20.000 Opfer dieses Vernichtungslagers erahnen. Das Interview mit dem "Bruder Nummer 2 der Angkar", Leng Sary, lässt erkennen, wie gleichgültig und uneinsichtig er gegenüber seiner Verantwortung ist.

In Rückblicken gehen Heynowski und Scheumann auf die Geschichte Kampucheas und seiner direkten Nachbarn sowie deren Interessen ein, auch auf die Befreiung Phnom Penhs im Januar 1979 durch die Armee Vietnams und die Unterzeichnung eines Freundschaftsvertrages.
Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Exercises DDR 1981, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 10 Min

Unter Pol Pot sollte das Erbe der über 2000 Jahre alten Kultur Kambodschas ausgelöscht werden. Schulen wurden vernichtet, Lehrer und Schüler verschleppt, gequält und getötet. Von April 1975 bis Januar 1979 ermordete das Regime nicht nur Personen, es richtete sich auch gegen Traditionen, um "die Geschichte neu (zu) schreiben". Verboten waren beispielsweise die klassischen Tänze der Khmer.

Im September 1980 eröffnet die Schule der Schönen Künste in Phnom Penh wieder, im März 1981 studieren in der Tanzklasse bereits 110 Eleven, darunter viele Waisen.
   
   
  Kampuchea - Sterben und Auferstehen DDR 1980, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 90 Min

Die im Frühjahr 1979 entstandenen Bilder berichten aus einem zerstörten Land von Überlebenden und deren ungebrochenen Überlebenswillen nach dem versuchten Völkermord der Pol Pot- und Yeng Sary-Clique zwischen den Jahren 1975 bis 1979. Die Hauptstadt wird der wild wuchernden Natur überlassen, unübersehbare Schädelstätten, zerstörte Gesichter und Landschaften. In Berichten Überlebender heißt es immer wieder: samlap – getötet...

Überlebende Deportierte schildern den Weg ihrer Verschleppung, den Verfall der Hauptstadt Phnom Penh und des Landes sowie die Brutalität der militärischen Gruppen um Pol Pot. Der Nachbarstaat Vietnam entschloss sich am 22.12.1978 zu einer militärischen Lösung. Nach einem nur 17 Tage dauernden Blitzkrieg fiel Phnom Penh am 7. Januar 1979 in die Hände der Vietnamesen.

Internationales Dokumentarfilmfestival Bilbao 1980: Besondere Erwähnung, Filmfest Huesca 1981: Preis für einen neuen Stil des Kurzfilms, DDR-Filmwoche in Athen (Griechenland) mit 17 Dokumentarfilmen des Studios H & S Filme, Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme
   
   
  Fliege, roter Schmetterling DDR 1980, R: Walter Heynowski, Gerhard Scheumann, 16 Min

Zwiegespräch durch Filmmontagen zwischen Kindern aus Kambodscha, die über ihre schrecklichen Erfahrungen unter dem Pol Pot Regime berichten und Schülern aus Erfurt, Arnstadt und Plaue, die sich der Solidaritäts- und Spendenaktion "Fliege, roter Schmetterling“ angeschlossen haben. Sie erzählen von ihrem Beitrag zu den in der DDR insgesamt gesammelten 3.307.585,90 Mark für die Kinder der Volksrepublik Kambodscha.

Heynowski und Scheumann berichten über die Folgen der Schreckensherrschaft der Roten Khmer unter Pol Pot in Kampuchea. Besonders den Kindern Kampucheas ist dieser Film gewidmet, sie mussten Furchtbares erleiden und wurden sehr häufig Vollwaisen.

In einer beispiellosen Solidaritätsaktion erarbeiteten, sammelten und spendeten Schüler aus Erfurt, Arnstadt und Plaue über 3 Millionen Mark. Sie haben sich der Solidaritäts- und Spendenaktion "Fliege, roter Schmetterling“ angeschlossen.

Das Geld soll den Kindern im Waisenhaus von Phnom Penh helfen, um Medikamente, Kleidung und Nahrung anzuschaffen. Ein Zwiegespräch durch Filmmontagen zwischen Kindern aus Kambodscha und der DDR.

Filmfest Hanoi 1988: Preis für alle Vietnam- und Kampuchea-Filme