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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1                
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
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  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

9. Feb. – 9. März 2017

 

DOK – DDR – Umsonst

  Filmografie            English
 

Volker Koepp

  Dokumentarfilmer sein bedeutet unterwegs sein. So verwundert es kaum, dass Koepp-Filme oft mit einer langen Kamerafahrt beginnen. Volker Koepp (geb. 22.06.1944 in Stettin), der filmische Alltagsforscher, nimmt seine Zuschauer mit auf die Reise, mit an den Ort des Geschehens, im Zug, Auto, Boot oder Pferdefuhrwerk – eine langsame Annäherung an den Alltag.

Einen kurzen, erklärenden Kommentar aus dem Off, eine Einführung in Geschichte und Gegenwart der Landschaft gibt es in der Regel nur am Anfang. Koepp, Meister des ruhigen Beobachtens, lässt seine porträtierten Menschen und deren Heimat sprechen. Seine Fragen aus dem Off sind respektvoll und niemals indiskret, manchmal erstaunt ihre Einfachheit, denn im Kern sprechen sie das Naheliegende an. Koepps Kameramänner Christian Lehmann und später Thomas Plenert setzen diese filmische Haltung kongenial ins Bild.
   
   
  Filmografie
1989 Märkische Ziegel, 34 Min, OmeU
          Mark Brandenburg Brick [Märkische Ziegel]  Original version with English subtitles
1987 Feuerland, 30 Min
1985 Afghanistan 1362. Erinnerung an eine Reise, 55 Min
1985 An der Unstrut, 28 Min
1984 Leben in Wittstock, 85 Min
1982 In Rheinsberg, 30 Min
1981 Leben und Weben, 29 Min
1980 Haus und Hof, 31 Min
1979 Tag für Tag, 32 Min
1978 Wittstock III, 32 Min
1978 Am Fluss, 34 Min
1977 Hütes-Film, 35 Min
1977 Ich erinnere mich noch, 17 Min
1976 Das weite Feld, 34 Min
1976 Wieder in Wittstock, 22 Min
1975 Er könnte ja heute nicht schweigen, 34 Min
1975 Mädchen in Wittstock, 20 Min
1974 Slatan Dudow - Ein Filmessay über einen marxistischen Künstler, 30 Min
1973 Gustav J., 19 Min
1973 Teddy, 25 Min
1972 Grüße aus Sarmatien für den Dichter Johannes Bobrowski, 14 Min
1970 Der Oktober kam (mit Karl Gass, Jürgen Böttcher, Gitta Nickel, Peter Roch u.a.), 70 Min
1970 Junge Leute, 15 Min
1968 Wir haben schon eine ganze Stadt gebaut, 5 Min
1967 Sommergäste bei Majakowski, 30 Min
   
   
  Märkische Ziegel DDR 1989, R: Volker Koepp, 34 Min, OmeU

Frühjahr 1988, märkische Kleinstadt Zehdenick an der Havel. Seit genau 100 Jahren bestimmen Ziegeleien den Lebensrhythmus der Zehdenicker. Gestandene Ziegler und junge Facharbeiter äußern sich freimütig über ihre Arbeits- und Lebensbedingungen.

Ein realistisches Zeitdokument und Gegenbild zur offiziellen Version der Arbeiterklasse, zugleich auch ein kleiner historischer Abriss anhand von Archivmaterial aus „Der Augenzeuge“ von 1952. Ein Stück filmischer Chronik der märkischen Kleinstadt Zehdenick an der Havel.
   
   
   
  Feuerland DDR 1987, R: Volker Koepp, 30 Min

Nein, mit Feuerland ist nicht die Insel in Südamerika nahe dem Ende der Welt gemeint, sondern die Dorotheenstadt in Berlin-Mitte, die im 19. Jahrhundert diesen Namen trug wegen der vielen Eisengießereien und Maschinenfabriken, die die Gegend prägten. An die Zeit, als die Borsig-Schmieden noch lärmten, erinnern heute nur noch die Straßennamen wie Schwartzkopff-, Wöhlert- oder Borsigstraße.

Ein richtiges Kommunikationszentrum ist die Gaststätte Borsig-Eck, dort trifft sich ein bunter Querschnitt der Bevölkerung, jung und alt. Ein 75jähriger Schachmeister, der in frühen Jahren mit seinem Spiel begann, Bauarbeiter aus Neubrandenburg, die zu Hause keine Arbeit finden, Fußballfans und ein junges Hochzeitspaar, das zu Udo Lindenbergs „Unterm Horizont geht’s weiter“ tanzt.

Zu sehen sind auch die Rekonstruktionsarbeiten des Stadtbad Mitte, eine der ältesten Berliner Schwimmhallen. Im "Stadion der Weltjugend" findet ein Fußballspiel statt, die Fans laufen lärmend die Chausseestraße entlang. Vom Charité-Hochhaus hat man alles im Blick: Die Ackerhalle (1888 erbaut) und das Altdeutsche Ballhaus.

Der Film zeigt ein Stück Alltags- und Straßenleben auf sehr unmittelbare, authentische Weise.
   
   
  Afghanistan 1362. Erinnerungen an eine Reise DDR 1985, R: Volker Koepp, 55 Min

Im Dezember 1979 überschreiten Sowjet-Truppen die afghanische Grenze und erobern die Hauptstadt Kabul. Vier Jahre später, nach der islamischen Zeitrechnung im Jahr 1362, kann Regisseur Volker Koepp mit einem Filmteam Kabul und einige benachbarte Provinzen bereisen.

Sein Ziel ist es, Menschen in deren Alltag zu begegnen, jenseits von ideologischen Rastern, fern von den Wirren des „unerklärten Krieges“, wie Koepp es bezeichnet. Tagebuchartig aufgebaut, ermöglicht die Reportage dem Zuschauer eine langsame Annäherung an das unbekannte Land, an Arbeiter und Intellektuelle, Soldaten, Nomaden, Erwachsene und Kinder.

Aus heutiger Sicht besonders interessant ist die damalige Situation der Frauen und Mädchen. Damals noch sind sie Nutznießerinnen der Alphabetisierungskampagnen, gehen in die Schule und erzählen von ihren Berufswünschen – Dinge, die Jahre später verboten wurden.

Filmisches Tagebuch, das zu seiner Zeit eine gewagte Stellungnahme bezüglich der sowjetischen Invasion war und aufgrund der neueren politischen Entwicklungen im Land am Hindukusch weiterhin von Interesse ist.
   
   
  An der Unstrut DDR 1985, R: Volker Koepp, 28 Min

Memleben im Unstruttal (heute Sachsen-Anhalt) war vor mehr als 1000 Jahren Mittelpunkt Europas, Lieblingspfalz und Sterbeort des ersten deutschen Königs Heinrich I. (um 875-936) und seines Sohns Otto I. (912-973). Die Klosterruine, die Burgruine Wendelstein erinnern an Vergangenes.

Der Schauspieler Rolf Hoppe liest Texte von den Schriftstellern Willibald Alexis, Friedrich Hölderlin, Johannes Bobrowski und Wladimir Majakowski, in Korrespondenz zu den Kameraaufnahmen lassen sie die Charakteristik der Landschaft plastisch werden. In den 1980er Jahren prägen auch das Zementwerk, die Abraumpyramide des Kalischachts "Heinrich Rau" und das volkseigene Gut mit seinem Getreide- und Weinanbau das Gesicht der Landschaft und die Lebensweise der Menschen.

Volker Koepp gibt Arbeitern aus dem Kalischacht, einem Schäfer und einer Mitarbeiterin für Umweltschutz im Kulturbund, jungen wie älteren Menschen das Wort.
Auf poetische Weise mit Metaphern wirft der Regisseur allgemeingültige Fragen menschlicher Lebensbeziehungen anhand eines konkreten Orts auf und regt zum Nachdenken über das Verhältnis von Gesellschaft und Natur an.
   
   
  Leben in Wittstock DDR 1984, R: Volker Koepp, 85 Min

Abendfüllender Kompilationsfilm über einen Zeitraum von zehn Jahren (1974-1984), der als Abschluss der Wittstock-Kurzfilmreihe gedacht war: Nur 90 km nördlich von Berlin, in der märkischen Kleinstadt Wittstock an der Dosse kommt das 20. Jahrhundert langsamer an als anderswo in Deutschland. In einer ländlichen Sozialstruktur entsteht Anfang der 1970er Jahre außerhalb der Stadtmauern auf einer grünen Wiese ein Textilgroßbetrieb:

Mit dem Obertrikotagenbetrieb (OTB) „Ernst Lück“ kommen große Veränderungen auf das märkische Land zu, das bis dahin nur den Reichtum an Sand kennt. Viele Mädchen und Frauen aus der Umgebung zieht es nach Wittstock, denn im OTB arbeiten vor allem Frauen. Volker Koepp beobachtet und begleitet sie über die Jahre, allen voran die erfahrene ältere Renate, Edith, die Mutige und Zupackende, und Elsbeth, die „Mona Lisa in der Endkontrolle“ (Stefan Reinicke).

Fern von jeglicher Ideologie und offen erzählen sie von den Anlaufschwierigkeiten des Betriebs, der hohen Fluktuation, den Mängel in der Führungsebene und nicht zuletzt von ihren Träumen und Wünschen. Über die lange gemeinsame Zeit entwickelt Volker Koepp einen liebevollen Blick für seine Protagonistinnen, der noch in Anstrengung, Lärm und Schmutz die Schönheit der Menschen entdeckt.

Ein Film aus der Wittstock-Langzeitbeobachtung von Volker Koepp.

27. Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1984: Silberne Taube, Preis des Filmkritikerverbandes der DDR 1984, Internationale Filmfestspiele Berlin 1985: Forum
   
   
  In Rheinsberg DDR 1982, R: Volker Koepp, 30 Min

Rheinsberg, die Stadt und das Schloss mit seinem Park, frühere und heutige Bewohner, Historisches und Gegenwärtiges sind Themen des Films. Das Schloss war Sommersitz und "heiteres Refugium" des Kronprinzen Friedrich, nach dessen Krönung zum Preußen-König Friedrich II. erhielt Prinz Heinrich das Schloss. Dieser ließ u.a. den Park anlegen. Heinrich gelangte infolge permanenter Meinungsverschiedenheiten mit dem Bruder und König nie zu Ansehen und politischer Bedeutung, die Geschichte hat ihn heute so gut wie vergessen.

Im Schloss befand sich zu DDR-Zeiten ein Diabetiker-Sanatorium, der Park verwilderte und viele Gebäude verfielen - so auch der 200jährige Ratskeller, in dem einst Fontane und Tucholsky wohnten und der 1982 abgerissen werden musste. Koepp spricht mit Arbeitern und Patienten vom Sanatorium, mit Bauarbeitern, die ein 1000-Betten-Haus für den FDGB in der Landschaft errichten sollen.

Trotz enormer Schwierigkeiten, die nicht verschwiegen werden, unternehmen die Rheinsberger große Anstrengungen um ihre historischen Kulturdenkmäler zu erhalten bzw. zu erneuern. Der Park soll nach der ursprünglichen Landschaftskonzeption wieder erneuert werden.

13. Internationales Kurzfilmfestival in Tampere 1983: Preis für den besten Dokumentarfilm
   
   
  Leben und Weben DDR 1981, R: Volker Koepp, 29 Min

Vierter Wittstock-Film – über die Situation im Lehrlingswohnheim. Zehn Jahre des Trikotagenwerks rückblickend zusammengefasst. Im Mittelpunkt steht erneut Edith Rupp, die mittlerweile Obermeisterin ist und sich verlobt hat. Trotzdem ist sie skeptisch, was die Zukunft bringen wird.

Ein Film aus der Wittstock-Langzeitbeobachtung von Volker Koepp.
   
   
  Haus und Hof DDR 1980, R: Volker Koepp, 31 Min

Portrait der jungen Frau Isolde, die in Berlin Landwirtschaft studierte und nun mit ihrem Mann, einem Musiker, und dem gemeinsamen Sohn in Hennickendorf im Kreis Luckenwalde lebt.

Dort ist sie Abteilungsleiterin für Beregnung und Melioration in der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) und darüber hinaus Abgeordnete im Kreistag. Dass sie in ihrer beruflichen Tätigkeit statt für Bodenverbesserung zu sorgen, aber eher unökologisch handeln muss, ist nur ein Beispiel für die Paradoxie und die realsozialistische Misere des Arbeitsalltags, die ihr sichtlich zu schaffen machen.

Das Portrait zeigt eine junge und selbstbewusste Frau, die versucht, den geringen Spielraum zu nutzen, um zwischen ihren persönlichen Überzeugungen und den politischen Realitäten zu vermitteln und bei allen Widrigkeiten vielleicht doch etwas zu verändern.
   
   
  Tag für Tag DDR 1979, R: Volker Koepp, 32 Min

Während einer Diskussion bei einem "Filmfrühling" in Mecklenburg wurde Volker Koepp auf eine Frau aufmerksam, die offen auf ihre Direktion schimpfte. So entdeckte Koepp schließlich die Protagonistin seines neuen Films: Karin Reier, eine 36jährige Schweißerin, die in einem Kreisbetrieb für Landtechnik in Schwaan/ Mecklenburg arbeitet. Tag für Tag fügt sie Kartoffelhorden im Akkord zusammen. Mit einer heiteren Entschlossenheit sagt sie, was sie denkt.

„… da imponierte mir die unheimliche Intensität, mit der sie alles tat. Lehrlinge betreuen, angeln gehen, den Trabant reparieren, mit Kollegen feiern.“
(Volker Koepp in einem Interview mit Irma Zimm in BZ am Abend, 25. Okt. 1980)
   
   
  Wittstock III DDR 1978, R: Volker Koepp, 32 Min

Der dritte Wittstock-Film dreht sich vor allem um Edith Rupp, die Bandleiterin im VEB Obertrikotagenbetrieb (OTB) "Ernst Lück" in Wittstock an der Dosse ist.

Ein Film aus der Wittstock-Langzeitbeobachtung von Volker Koepp.
   
   
  Am Fluss DDR 1978, R: Volker Koepp, 34 Min

Ein Film über das Oderbruch im Land Brandenburg. Die Bilder halten den Reiz dieser Landschaft mit ihren wechselnden Naturstimmungen fest und stellen Menschen wie Bauer Fritz und Fährmeister Albert vor, die vom Oderbruch geprägt wurden und dieses selbst prägen.

Der Film greift auch Fragen auf, die das Leben der Jugend auf dem Lande berühren, Themen wie Berufswahl und Wechsel des Wohnorts. Historisches wird eingebracht, denn im Januar 1945 errichteten Soldaten der Roten Armee in Kienitz den ersten Brückenkopf über die Oder. Bis April 1945 starben hier mehr als 30.000 sowjetische Soldaten. Zugleich beleuchtet Regisseur Volker Koepp auch das gegenwärtige Verhältnis zum Nachbarn Polen.

Volker Koepp portraitiert in seinem dritten Landschaftsfilm Menschen und Landschaften in Kienitz im Oderbruch.
   
   
  Hütes-Film DDR 1977, R: Volker Koepp, 35 Min

Meiningen im Rhön-Gebirge – mit diesem Ort sind Namen wie Jean Paul, Tilmann Riemenschneider, Goethe und Thomas Müntzer, aber auch Kriege und Teilung verbunden. Hier trifft Volker Koepp auf die Schwestern Berte und Lene, die ganz ihrer Heimat in Thüringen und dem Henneberger Land verbunden sind und ihren Berg lieben.

Er erfährt von den NS-Arbeitsdienstlagern in der Rhön, von der Flurneuordnung und Industrialisierung der Landwirtschaft nach dem Krieg und er begegnet dem Adeligen Georg Freiherr von Türcke, obwohl der „von“-Titel in der DDR offiziell nicht existiert. Der Regisseur lässt die Menschen über sich selbst erzählen, über ihre Arbeit, ihre Vorstellungen, Gefühle und Träume. So werden Kulturgeschichtliches, Vergangenes, Gegenwärtiges wie Zukünftiges transparent, aber auch die Beziehungen der Bewohner zueinander und ihr Verhältnis zur Umwelt.

Und dass auch Geschichte durch den Magen geht, zeigt das alte Kloss-Rezept „Hütes“ der beiden Schwestern. Denn hinter dem so fremd anmutenden Titel dieses Dokumentarfilms "Hütes“, was so viel heißt wie "Hüte es!“ oder auch "Bewahre es!“, verbirgt sich das Rezept für die berühmten Thüringer Klöße, deren Zubereitung dem Zuschauer unter anderem vorgeführt wird. Ein bayrischer Mönch soll das Rezept verraten und jenen Ausspruch getan haben, wodurch sich das Geheimnis der Herstellung bis heute gehalten hat.
   
   
  Ich erinnere mich noch DDR 1977, R: Volker Koepp, 17 Min

Der Film zeichnet ein Portrait des Kommunisten und Widerstandskämpfers Walter Hähnel, der über den opferreichen Kampf gegen das NS-Regime in der Illegalität berichtet. Die unpathetischen, vorwiegend zutiefst persönlichen Äußerungen Walter Hähnels lassen den Kampf deutlich und seine Haltungen emotional und rational erlebbar werden.

Interessantes, wenig bekanntes Archivmaterial, das einen großen Teil der optischen Komponente des Films bildet, ergänzt die Aussagen und den Kommentar.
   
   
  Das weite Feld DDR 1976, R: Volker Koepp, 34 Min

Im Zentrum des Films stehen die Landschaft zwischen Löwenberg und Gransee und die dort ansässigen Menschen. Rückblenden in die Vergangenheit machen die gesellschaftlichen und kulturellen Umwälzungen der märkischen Gegend deutlich.

19. Internationalen Leipziger Dokumentar-und Kurzfilmwoche 1976: Silberne Taube
   
   
  Wieder in Wittstock DDR 1976, R: Volker Koepp, 22 Min

Ein Jahr nach seinem ersten Film ist Volker Koepp „Wieder in Wittstock“. Dort arbeiten jetzt 2000 Mädchen und Frauen. Im Mittelpunkt des Kurzfilms stehen nun die zwei Mädchen Edith und Elsbeth, genannt „Stupsy“ – beide werden den Wittstock-Zyklus bis in die 1990er Jahre begleiten.

Ein Film aus der Wittstock-Langzeitbeobachtung von Volker Koepp.

Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1976: Diplom für Einzelleistung an Kameramann Christian Lehmann
   
   
  Er könnte ja heute nicht schweigen DDR 1975, R: Volker Koepp, 34 Min

Dieser Film ist dem Dichter Erich Weinert gewidmet. Autobiographische Aufzeichnungen und Gedichte in Verbindung mit Archivmaterial, Dokumenten und Interviews zeigen Leben Haltung und Werk des Dichters. Der Film berichtet über Weinerts Schaffen in der Weimarer Republik, unter dem NS-Regime, in Emigration und Krieg. Interviews mit Li Weinert und anderen Zeitgenossen, Interpretationen Weinertscher Gedichte durch Ernst Busch und schließlich Weinerts autobiografische Bekenntnisse sollen Notwendigkeit und Bedeutung politischer Dichtung dokumentieren.
   
   
  Mädchen in Wittstock DDR 1975, R: Volker Koepp, 20 Min

Erste Begegnung mit der Kleinstadt Wittstock an der Dosse: Eine landwirtschaftlich geprägte Gegend im Norden Brandenburgs befindet sich im Umbruch. Auf einer grünen Wiese außerhalb der Stadtmauern entsteht ein ehrgeiziges Großprojekt, das Obertrikotagenwerk Ernst Lück.

Die Riesenausmaße der Textilindustrie bedeuten für Landschaft und Menschen, deren Denken und Leben, einschneidende Veränderungen. Die porträtierten Mädchen der Jugendschicht nehmen kein Blatt vor den Mund, sprechen von Anlaufschwierigkeiten, niedriger Produktivität und hoher Fluktuation.

Ein Film aus der Wittstock-Langzeitbeobachtung von Volker Koepp. - Museum of Modern Art New York 2005: DEFA-Retrospektive "Rebels with a cause"


„… Koepp verstand es, seine Charaktere – ganz gewöhnliche Menschen – strahlen zu lassen.“ (freedom film festival/ America Cinema Fondation)

„Ein außergewöhnliche Aufnahme vergangener Zeit” (Variety)
   
   
  Slatan Dudow - Ein Filmessay über einen marxistischen Künstler DDR 1974, R: Volker Koepp, 30 Min

Die Entwicklung und das Wesen des Künstlers Dudow wird über verschiedene Stationen seines Lebens nachgezeichnet.
   
   
  Gustav J. DDR 1973, R: Volker Koepp, 19 Min

Gustav Jurkschat, Vater eines Freundes und Filmkollegen von Volker Koepp war zur Zeit der Dreharbeiten 80 Jahre alt. Aufgewachsen ist er im früheren deutsch-litauischen Grenzgebiet in Ostpreußen. Ein Hütejunge und Schmied, der sich selbst das Lesen und Schreiben beibrachte, denn „die Liebe hat alles gemacht“, die Liebe zu der Schwester des Buchbinders. Er spricht deutsch, russisch und litauisch. Aus seiner Heimat hat er nichts anderes als seine Erinnerungen und Lieder mitgebracht. Nach dem Zweiten Weltkrieg musste Gustav fliehen und ließ sich schließlich an der Ostsee in Bad Doberan nieder. Sein Leben war bewegt, den Zuschauer zieht er in den Bann mit seinen Erzählungen vom Grenzland im Osten, von der Geschichte des 20. Jahrhunderts mit seinen zwei Weltkriegen.

Internationales Kurzfilmfestival Krakow 1975, Silberner Drachen

„Seine Frau, die hat nie etwas vor der Kamera gesagt. Das war für sie Teufelszeug. Sie hat nur immer mal aus dem Nebenzimmer gerufen, er spinnt, oder so“ (Volker Koepp in einem Interview, BZ am Abend, 1980)

Als Gustav starb rief der Sohn an „und fragte, ob wir nicht zur Beerdigung kommen und den Film mitbringen könnten, die Verwandten würden ihn gern noch einmal sehen.“ (Volker Koepp in einem Interview, Sonntag, 1983)
   
   
  Teddy DDR 1973, R: Volker Koepp, 25 Min

Mit interessanten historischen Foto- und Filmeinblendungen berichtet Volker Koepp in neun Kapiteln über den Lebensweg Ernst (Teddy) Thälmanns von seiner Geburt am 16.4.1886 an bis hin zu den letzten Wahlkämpfen vor der Machtübernahme der Nazis im Jahre 1933.

Mit Zitaten aus Thälmanns autobiographischen Notizen und überleitenden Kommentierungen wird ein sehenswerter Bogen gespannt von den unmenschlichen Arbeits- und Wohnbedingungen der Arbeiter um 1900 und der Großmannssucht während der Kaiserzeit von Wilhelm II. bis hin zu den KPD-Anhängern aus Hamburg, die gegen das Berufsverbot (Radikalenerlass) demonstrieren.
   
   
  Grüße aus Sarmatien für den Dichter Johannes Bobrowski DDR 1972, R: Volker Koepp, 14 Min

"Sarmatien“ meint nach spätantiker Geschichtsschreibung den Siedlungsraum der Slawen zwischen Weichsel und Don. Das "sarmatische Land“ ist für den 1917 in Tilsit geborenen Dichter Johannes Bobrowski prägende Heimat seiner Kindheit, einer Zeit, als "Deutsche mit ihren Nachbarn miteinander und durcheinander gelebt haben“.

Von den literarischen Landschaftsbeschreibungen Bobrowskis tief beeindruckt, hegt Regisseur Volker Koepp schon in jungen Jahren den Wunsch, diese Gegend selbst zu bereisen. Gleich nach dem Filmhochschulstudium Anfang der 1970er Jahre reicht Koepp beim DEFA-Studio für Dokumentarfilme seine Projektidee zu dem 1965 in Ostberlin verstorbenen Schriftsteller ein. Der mit poetisch-suggestiven Texten von Justinas Marcinkevičius versehene Kurzfilm spannt einen geschichtlichen Bogen: Zu sehen sind Originalaufnahmen aus der NS-Zeit mit einem Besuch Hitlers und aktuelle Landschaftsimpressionen.

In Vilnius trifft Koepp den litauischen Lyriker Marcinkevičius, der den Erfolg Bobrowskis in Litauen auf dessen unmittelbares und herzliches Verhältnis zu den Menschen und der Natur zurückführt. Diese emotionale Rührung kann der Zuschauer selbst nachvollziehen durch die Begegnung mit einem 73jährigen Fischer und Geschichtenerzähler aus dem Grenzdorf Rusne.

Manches von dem, was der Filmemacher in den folgenden Jahren schuf und prägte, ist in diesem frühen Film bereits zu erkennen: Sein zurückhaltender Umgang mit dem Kommentar, seine Interviewtechnik, die Wertigkeit des Bildes.
   
   
  Der Oktober kam DDR 1970, R: Karl Gass, Jürgen Böttcher, Volker Koepp, Gitta Nickel, Peter Rocha, Peter Ulbrich, Alexander Ziebel, 70 Min

Bericht über Veranstaltungen und Delegationen anlässlich des 20. Jahrestags der DDR. - Der Arbeitstitel lautete: Wir sind 20.
   
   
  Junge Leute DDR 1970, R: Volker Koepp, 15 Min

Der Film stellt in drei Geschichten Jugendliche vor: Eine junge Frau, Lehrling im Chemiekombinat Bitterfeld, einen Baggerführer und eine Reparaturbrigade in einem Braunkohletagebau bei Bitterfeld und eine junge Wissenschaftlerin an der TU Dresden.
   
   
  1968 Wir haben schon eine ganze Stadt gebaut, 5 Min
   
   
  1967 Sommergäste bei Majakowski, 30 Min
   
   
  English
 

Volker Koepp

  Volker Koepp was born in Stettin (now Szcecin, Poland) in 1944. He studied at the Technical University in Dresden from 1963 to 1965. In 1966, he entered the German Academy for Film in Potsdam-Babelsberg, where he obtained his diploma as a writer and film director in 1969. Koepp was a director at the DEFA Studio for Documentary Films from 1970 to 1991, and has been a freelance director, writer, and producer since then.

Volker Koepp likes to return to familiar places. In 1974, Koepp and cameraman Christian Lehmann began an ambitious long-term project in Wittstock, focusing on the women workers at a textile factory.

Volker Koepp has directed over fifty documentaries and is one of Germany’s most internationally-celebrated documentary filmmakers. For many years, Koepp’s films have been part of prestigious international documentary film festivals, including Cinéma du Réel (Paris, France), Viennale (Vienna, Austria), and Visions du Réel (Nyon, Switzerland).

(Source: Umass)
   
  Mark Brandenburg Brick [Märkische Ziegel] DDR 1989, R: Volker Koepp, 34 Min, Original version with English subtitles

Spring of 1988 in the small town of Zehdenick. For 100 years, the brickyards have been dominating the lives of the people. They talk freely about the working and living conditions.

A realistic document of the time and a counter image of the official version of the working class.