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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1                
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder  more
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

9. Feb. – 9. März 2017

 

DOK – DDR – Umsonst

  Filmografie
 

Winfried Junge

  Geboren 1935 in Berlin, Studium der Germanistik an der Pädagogischen Fakultät der Berliner Humboldt-Universität, 1954 Wechsel zur Deutschen Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg. Seit 1958 Diplom-Filmdramaturg, arbeitet er als Dramaturgie- und Regieassistent, vornehmlich bei Filmen von Karl Gass, daneben als Filmkritiker der DDR-Studentenzeitung „Forum“ und anderer Zeitungen.

1961 wechselt er zum DEFA-Studio für Dokumentarfilme und beginnt hier die Golzower Chronik mit „Wenn ich erst zur Schule geh’“. Insgesamt entstanden mehr als 50 Dokumentarfilme für Kino und Fernsehen, davon 19 über die „Kinder von Golzow“, die längste Langzeitdokumentation der Filmgeschichte. Einziger Ausflug ins Spielfilmgenre ist der Kinderfilm „Der tapfere Schulschwänzer“ von 1967.

1966 lernt Winfried Junge während des Leipziger Dokfilmfestival seine spätere Frau Barbara kennen, die dort dolmetscht. Nach ihrem Studium beginnt Barbara Junge im DEFA-Studio für Dokumentarfilme als Synchronregisseurin bei der Auslandsinformation. Ab 1978 arbeitet sie an einer Übersicht über die gedrehten Materialien der Golzower Chronik. Ab 1983 schneidet Barbara Junge die Filme ihres Mannes, seit 1992 ist sie seine Ko-Autorin und –Regisseurin.

Denn auch nach dem Ende der DEFA kann Winfried Junge mit seiner Frau das Golzow-Projekt bis 2007 fortsetzen. Winfried Junge ist Mitglied der Akademie der Künste Berlin-Brandenburg.

„Inzwischen ist Junge beinah selbst der interessanteste Protagonist der Golzow-Filme geworden: Ein Dokumentarist, der seinem Material hinterhereilt, es korrigiert und sich selbst immer wieder offen kritisiert: ‚Warum frage ich das überhaupt?’“ (Berliner Zeitung, 1999)


Diese Briten, diese Deutschen DDR 1988, R: Winfried Junge, 60 Min – 35 mm

Diese erste Koproduktion zwischen der DDR und Großbritannien soll zu Verständnis über Lage und Haltungen Millionen arbeitender Menschen in gegensätzlichen Gesellschaftsordnungen beitragen.

Werftarbeiter, Fischer, eine Brigade und die Familie einer gewerkschaftlich aktiven Köchin sowie Arbeitslosen verschiedenen Alters und Berufs in Newcastle werden Kranführerinnen der Warnowwerft und Fischern der Warnemünder Genossenschaft gegenübergestellt.

Teil I "Von Marx und Engels zu Marks & Spencer“ von Winfried Junge ("Die Kinder von Golzow“).
   
   
  Filmografie  
1990 Nicht jeder findet sein Troja – Archäologen, 39 Min
1988 Diese Briten, diese Deutschen, 60 Min
1988 Gruß aus Libyen oder Grün ist eine schöne Farbe, 22 Min
1987 Das Pflugwesen – es entwickelt sich, 28 Min
1984 Diese Golzower - Umstandsbestimmung eines Ortes
1980 Lebensläufe - Die Geschichte der Kinder von Golzow in einzelnen Porträts
1979 Anmut sparet nicht noch Mühe, 105 Min
1978 Hummelflug, 18 Min
1977 Termin Spirale I, 30 Min
1976 Somalia - Die große Anstrengung, 20 Min
1976 Somalia - Nicht länger arm sein, 36 Min
1975 Ich sprach mit einem Mädchen, 30 Min
1974 Keine Pause für Löffler - Ein Lehrer und seine 6c, 71 Min
1974 Sagen wird man über unsere Tage - Erkundungen auf einer großen Baustelle, 44 Min
1973 Ich bin ein Junger Pionier, 38 Min
1972 Wenn jeder tanzen würde, wie er wollte, na!, 25 Min
1971 Die Prüfung / Chronik einer Schulklasse, 20 Min
1971 Einberufen, 19 Min
1971 Syrien auf den zweiten Blick, Teil 2, 33 Min
1970 In Syrien auf Montage, 19 Min
1969 Auf der Oder, 29 Min
1969 Wenn man vierzehn ist, 36 Min
1968 Jubiläum einer Stadt - 750 Jahre Rostock, 24 Min
1968 Mit beiden Beinen im Himmel - Begegnung mit einem Flugkapitän, 33 Min
1966 Elf Jahre alt, 29 Min
1965 Studentinnen - Eindrücke von einer Technischen Hochschule, 25 Min
1964 Vom lernenden Menschen, 12 Min
1964 Studentenfasching, 8 Min
1963 Der Kinder wegen - Flucht ins Vaterland, 16 Min
1963 Ferientage, 24 Min
1962 Nach einem Jahr - Beobachtungen in einer ersten Klasse, 15 Min
1961 Bis der Mensch kam, 15 Min
1961 Wenn ich erst zur Schule geh‘, 13 Min
1961 Der Affenschreck, 9 Min
   
  Nicht jeder findet sein Troja – Archäologen DDR/SYR 1990, R: Winfried Junge, 39 Min

Im Wüstengebiet des syrischen Zweistromlandes liegt der Tell Hujaira, ein Hügelgelände, das in frühgeschichtlichen Zeiten fruchtbares und bewohntes Land war. Feldarchäologen aus der DDR und aus Syrien forschen konzentriert nach Spuren dieser alten Zivilisation

Die Zeit drängt, da ein großangelegtes Bewässerungsprojekt geplant ist, das neue Besiedlungsgebiete für die Syrer schaffen soll. Die Arbeit der Archäologen gibt Auskunft über frühe menschliche Zivilisation.
   
   
  Diese Briten, diese Deutschen DDR 1988, R: Winfried Junge, 60 Min – 35 mm

Diese erste Koproduktion zwischen der DDR und Großbritannien soll zu Verständnis über Lage und Haltungen Millionen arbeitender Menschen in gegensätzlichen Gesellschaftsordnungen beitragen.

Werftarbeiter, Fischer, eine Brigade und die Familie einer gewerkschaftlich aktiven Köchin sowie Arbeitslosen verschiedenen Alters und Berufs in Newcastle werden Kranführerinnen der Warnowwerft und Fischern der Warnemünder Genossenschaft gegenübergestellt.

Teil I "Von Marx und Engels zu Marks & Spencer“ von Winfried Junge ("Die Kinder von Golzow“).
   
   
  Gruß aus Libyen oder Grün ist eine schöne Farbe DDR 1988, R: Winfried Junge, 22 Min – 35 mm

Der Kurzfilm unternimmt einen kurzen Streifzug durch die sozialistisch libysch-arabische Volksjamahiriya - den Staat aller. Winfried Junge gibt reportagenartig Einblicke in ein wenig bekanntes Land und dessen fortschreitende gesellschaftliche Entwicklung. Er informiert über die "Grüne Revolution", den Kampf um Wasser, das großangelegte nationale Programm der Landwirtschaftsreform. Für diese Entwicklung typisch sind die Neusiedlerfamilien im Küstenstreifen zwischen Benghazi und Dorna.

Von Regisseur Winfried Junge ("Die Kinder von Golzow"). Eines seiner "Kinder von Golzow" war auch der Anlass, nach Libyen zu reisen: Dieter ("Ein Mensch wie Dieter. Golzower") errichtete von 1987 bis 1988 mit anderen DDR-Arbeitern ein Großsilo für Getreide in dem nordafrikanischen Staat. Es war der weiteste Weg, den Winfried Junge auf sich nahm, um einen seiner Protagonisten für die Langzeitdokumentation zu filmen.
   
   
  Das Pflugwesen – es entwickelt sich DDR 1987, R: Winfried Junge, 28 Min – 35 mm

Ein Bericht über die Meisterschaft im Leistungspflügen der RGW-Länder (RGW: Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe) im Jahr 1986 in Ungarn. Zunächst zeigt der gezielt in Landgemeinden eingesetzte Kurzfilm, wie sich die DDR-Mannschaft vorbereitet: Probepflügen auf heimischen Äckern, Wartung der Maschinen, Testen von effektiven Fahrtechniken.

Vorgestellt werden auch Pflüger anderer Länder. Mit der Preisverleihung endet diese Episode. Wieder daheim: Noch einmal sucht Winfried Junge die Bauern und Bäuerinnen auf, befragt sie nach ihren Erinnerungen an den Wettbewerb und erkundet vor allem das Verhältnis der Menschen zu ihrer anstrengenden Arbeit.

Der locker formulierte Anspruch des Films, "Wie man hineinpflügt, so wächst es heraus", wird gerade in diesen Sequenzen in seiner ganzen Vielschichtigkeit erfasst. Eine andere Werbezeile lautete: "Der flinkste Pflüger pflügt die fescheste Furche".
   
   
  Diese Golzower - Umstandsbestimmung eines Ortes DDR 1984, R: Winfried Junge, 103 Min (DRA?)
Rund um die Festwoche zum 675jährigen Bestehen Golzows entstand für das DDR-Fernsehen ein Portrait des Dorfes, seiner Landschaft und Landwirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart. Zum ersten Mal wird auch die Elterngeneration skizziert und die neuesten Veränderungen im Leben einiger "Kinder von Golzow“. So feiert Vater Artur Klitzke 1984 das 25. Jahr als LPG-Vorsitzender, seine Tochter Gudrun wiederum startet 1984 als Bürgermeisterin der Nachbargemeinde.

Junge war mit seinem Filmteam fast immer bei den Golzower Höhepunkten der 1980er Jahre dabei, u.a. als Kim Il Sung mit Erich Honecker am 31. Mai 1984 die LPG Golzow besuchte.

- Der neunte Teil der Langzeitchronik von Winfried Junge.
   
   
  Lebensläufe - Die Geschichte der Kinder von Golzow in einzelnen Porträts DDR 1980, R: Winfried Junge, 256 Min

1961, 14 Tage nach Beginn des Mauerbaus, startet Regisseur Winfried Junge die älteste Langzeitchronik der Filmgeschichte über eine Schulklasse im Dorf Golzow, 80 km östlich von Berlin. "Lebensläufe“ ist nach fast 20 Jahren eine erste Bilanz. Neun "Kinder von Golzow“ werden in einzelnen Porträts vorgestellt, vom Sandkasten bis zur Berufswahl. Viele der Protagonisten haben schon eine Familie gegründet.

Als erstes wird die lebenslustige, aber herzkranke Brigitte mit 17 ½ Jahren Mutter, ihr folgen Ilona und Elke mit 18 Jahren. Letztere verhalten sich vor der Kamera vollkommen gegensätzlich: Ilona, die schon früh Verantwortung übernehmen musste, gibt immer bereitwillig Auskunft, während Elke, die geschiedene Bauzeichnerin, sich nicht gern offenbart. Durch die frühe Elternschaft der anderen fühlt sich Marieluise, die hübsche und sensible Chemielaborantin aus christlichem Elternhaus, anfänglich unter Druck. Nach ihrer Hochzeit mit dem Offizier Steffen wird auch sie Mutter.

Jürgen, der allererste Protagonist des Startfilms, inzwischen Maler und Tapezierer, beharrt trotz Kind auf seinem Freiraum als Mann. Bernd lebt mit Frau und kleiner Tochter in Schwedt und hat es inzwischen zum stellvertretenden Schichtleiter im Petrolchemischen Kombinat gebracht. Die Berufe der Golzower sind vielfältig, Ilona und Gudrun betätigen sich nach ihrer Lehre politisch. Die alleinstehende Gudrun folgt damit den Fußstapfen ihres Vaters, dem LPG-Vorsitzenden. Winfried, schon als Kind neugieriger Tüftler, studiert inzwischen Informationselektronik.

Der längste DEFA-Film gilt laut Deutscher Kinemathek als einer der 100 wichtigsten deutschen Filme. Mit ihm war Winfried Junge 1982 das erste Mal auf der Berlinale vertreten, insgesamt brachte er es mit seinem Projekt auf elf Mal.
   
  Anmut sparet nicht noch Mühe DDR 1979, R: Winfried Junge, 105 Min

Nach viel beachteten Arbeiten, die die "Kinder von Golzow“ zwischen Einschulung und Abschlussprüfung zeigten, vermittelt "Anmut sparet nicht noch Mühe“ eine erste Gesamtsicht auf 18 Jahre Leben im Oderbruch. Das Portrait einer Generation. Alltag, Entwicklungen und Schicksale in einem DDR-Dorf.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.
   
   
  Hummelflug DDR 1978, R: Winfried Junge, 18 Min – 35 mm

Ein Kurzfilm über die Bedeutung der Agrarflieger in der Landwirtschaft.
   
   
  Termin Spirale I DDR 1977, R: Winfried Junge, 30 Min – 35 mm

Der Dokumentarfilm ist, nach „Sagen wird man über unsere Tage - Erkundungen auf einer großen Baustelle“, der zweite Teil, der vom Aufbau eines der größten Pumpspeicherwerke Europas in Markersbach berichtet.

Im Mittelpunkt stehen die Ankunft und der Aufbau sowie der erste Probelauf der ersten Turbine. Neben der Erfassung der komplexen Arbeitsabläufe, die oft in wechselseitige Beziehungen treten, stehen die menschlichen Leistungen im Vordergrund.
   
   
  Somalia - Die große Anstrengung DDR 1976, R: Winfried Junge, 20 Min

Dokumentation über die Entwicklung des mit dem sozialistischen Lager verbündeten Somalia. Beginnende Industrialisierung, Neuland wird gewonnen, das ganze Land ergrünt - das ist Somalia 1976, Somalia nach der Revolution. Schwerpunkt des Films ist der Ausbau des Bildungswesens.
   
   
  Somalia - Nicht länger arm sein DDR 1976, R: Winfried Junge, 36 Min – 35 mm

“Hier leben? – Wie kann man das…?“, so fragt der Film zu Beginn. Aus dem Hubschrauber sehen wir auf ein Land, das auch ohne Bürgerkrieg schon zu den ärmsten der Welt zählte. Nur ein Achtel des Bodens ist kultivierbar, nennenswerte Vorkommen von Bodenschätzen gibt es nicht. In den 1970er Jahren verkündete die somalische Regierung, ihr Ziel sei der “wissenschaftliche Sozialismus“ und nahm mit Unterstützung des sozialistischen Lagers eine Reihe von Reformvorhaben in Angriff.

Einige dieser Projekte stehen im Mittelpunkt von Winfried Junges zweitem Film aus Somalia (nach “Somalia – die große Anstrengung“). In den Dürregebieten im Norden Somalias sollen die Nomaden fest angesiedelt werden, um ihnen als Ackerbauern und Fischer eine sichere Lebensgrundlage und Zugang zu Bildung zu geben. In einem Jugendzentrum nahe Mogadischu werden Waisen und Straßenkinder untergebracht und erhalten eine Schul- und Berufsausbildung. Als Ausbilder tätig sind dort auch junge Menschen aus der DDR und anderen Ländern des Ostblocks, über deren Leben in dem fremden Land berichtet wird.
   
   
  Ich sprach mit einem Mädchen DDR 1975, R: Winfried Junge, 30 Min

Ein Klassentreffen der etwa Zwanzigjährigen in der alten Schule in Golzow. Erinnerungen werden ausgetauscht, Neues berichtet. Eine von ihnen, Marieluise, erzählt von ihrer Liebe, ihrer Arbeit, ihren Ansprüchen an sich.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.
   
   
  Keine Pause für Löffler - Ein Lehrer und seine 6c DDR 1974, R: Winfried Junge, 71 Min – 35 mm

Gerd Löffler, Lehrer, jung, bärtig, engagiert, muss seiner lebhaften wie intelligenten Klasse 6c nicht nur die Fächer Biologie und Sport beibringen. Löffler ist auch zuständig für die Disziplin der Kinder und deren Bereitschaft, ihre Hausaufgaben zuverlässig zu erledigen. Auch nach dem Unterricht gönnt er sich keine Pause und engagiert sich - im Elternbeirat, im Pionier-Gruppenrat, mit seiner Gitarre in der Musikgruppe und als Mutmacher in der Sporthalle.

Regisseur Winfried Junge zeigt die Schüler in unterschiedlichen Situationen - lebhaft und munter im Gespräch, diszipliniert im Unterricht, ausgelassen beim Tanznachmittag, eifrig bei Fahnenappell und Elternversammlung. So beschreibt er die Schwierigkeiten, die sich aus dem Entwicklungsprozess der Kinder ergeben. Probleme wie Disziplin und Lernhaltung werden untersucht.
   
   
  Sagen wird man über unsere Tage - Erkundungen auf einer großen Baustelle DDR 1974, R: Winfried Junge, 44 Min

Eine ungewöhnliche Perspektive wählte Regisseur Winfried Junge für seinen Film über den Bau des Pumpspeicherwerks Markersbach. Das Pumpspeicherwerk, bis heute eines der größten in Europa, war ein Prestigeprojekt der DDR. Doch der Film zeigt weniger emsige Arbeiter auf der Baustelle, als vielmehr einen Stuhl im Rathaus von Markersbach, auf den sich alle die setzen, die auf der Baustelle arbeiten wollen.

So entstehen Portraits von Arbeitern mit unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlichen Erwartungen. Gesucht werden qualifizierte Kräfte, die Bezahlung ist gut, aber das Leben in provisorischen Unterkünften bei der Baustelle, die lange Trennung von Freunden und Familie, verlangen den Arbeitern auch vieles ab.
   
   
  Ich bin ein Junger Pionier DDR 1973, R: Winfried Junge, 38 Min – 35 mm

Es ist der erste Film, der die Entwicklung der Pionierorganisation "Ernst Thälmann" in ihren wichtigsten Stationen bis zum Jahre 1973, dem 25. Bestehen der DDR Kinderorganisation, vollständig nachzeichnet.

Nach einem Text von Gisela Karau erzählen Jenny Gröllmann und Jaecki Schwarz (ohne dass sie selbst zu sehen sind) von dem historischen Verlauf. Lieder aus dem Pionierleben seit 1945 ergänzen die Dokumentation.
   
   
  Wenn jeder tanzen würde, wie er wollte, na! DDR 1972, R: Winfried Junge, 25 Min – 35 mm

Formübungen junger Tanzschüler und heißer Disko-Beat. Gerade erst den Kinderschuhen entwachsen, werden die jungen, "erwartungsfrohen“ Tanzschüler von ihrem Lehrer Karl Glöckner in Form gebracht. Ein ganz anderer Rhythmus herrscht dagegen in der Diskothek bei Beatklängen.
   
   
  Die Prüfung / Chronik einer Schulklasse DDR 1971, R: Winfried Junge, 20 Min

Zehn Jahre sind vergangen, noch 14 Tage werden die 16jährigen Jugendlichen in die Oberschule von Golzow gehen. Inzwischen betreten sie das Gebäude durch den Lehrereingang. Doch eine Kraftanstrengung müssen sie noch bestehen, die 15minütige, mündliche Abschlussprüfung. Jeder Einzelne soll zeigen, was er kann und wer er ist.

Ein Lehrer der Prüfungskommission gibt freimütig zu: "Manchmal haben sie uns mehr geprüft als wir sie“. Ein Schüler sieht die Examenssituation auch als Probe aufs Exempel für die Lehrerschaft und deren Unterricht, schonungslos resümiert er, dass es "manchmal ein ziemlicher Tiefschlag“ sei. Auf einem letzten Klassenfest feiert und tanzt die Gruppe zu Beatmusik – ganz unter sich.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.
   
   
  Einberufen DDR 1971, R: Winfried Junge, 19 Min

Die ersten Wochen der jungen einberufenen NVA-Soldaten, die für 18 Monate in einer Rostocker Garnison ihre Pflicht erfüllen müssen. Thematisiert und gezeigt werden die Trennung von ihren Partnern und Familien, die Ausbildung durch die Vorgesetzten sowie Kommentare der Einberufenen und der Ausbilder. Angesprochen werden die Unterordnung in der Armee, Disziplinfragen und Probleme rund um die Einberufung.
   
   
  Syrien auf den zweiten Blick, Teil 2, DDR 1971, R: Winfried Junge, 33 Min

Der Film versucht einen Eindruck von der Geschichte und der gegenwärtigen Entwicklung Syriens zu geben: Seine antike Kultur, die Rückständigkeit auf dem Land, die Baumaßnahmen an Großprojekten und die Zukunftsvorstellungen syrischer Jugendlicher.

Bilder von Syrien, die zeigen, wie in diesem Lande alle Anstrengungen unternommen werden, den Aufbau zu beschleunigen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass das syrische Volk in Frieden leben kann.

Off-Sprecher: „Ach, wir hatten viele Herren, hatten Tiger und Hyänen, hatten Adler, hatten Schweine. Doch wir nährten den und jenen. Ob sie besser waren oder schlimmer? Ach, der Stiefel glich dem Stiefel immer. Und uns trat er. Ihr versteht: Ich meine, dass wir keine anderen Herren brauchen, sondern keine.“
   
   
  In Syrien auf Montage DDR 1970, R: Winfried Junge, 19 Min – 35 mm

Eine Reportage über den gemeinsamen Aufbau der Baumwollspinnerei in Homs (Syrien) als Ausdruck der Hilfe der sozialistischen Länder für die jungen Nationalstaaten. Kurz nach Ende der Dreharbeiten putschte sich Hafez al-Assad zum Diktator.
   
   
  Auf der Oder DDR 1969, R: Winfried Junge, 29 Min

Dieser Farb-Dokumentarfilm berichtet über die jährlich auftretende Vereisung der Oder im 160 Kilometer langen Grenzbereich zwischen der DDR und Polen. Die deutsch-polnische Eisbrecherflotte versuchen gemeinsam die internationale Wasserstraße zwischen Frankfurt und Szczecin wieder fahrbar zu machen. Schwerstarbeit wird von allen in Teamarbeit geleistet und auch ein defektes Schiff kann das angestrebte Ziel nicht stoppen.

Ein Rückblick auf den Winter 1947 mit seinen Überschwemmungen zeigt, was eine Vereisung des Flusses und das folgende Tauwetter anrichten können, wenn nicht frühzeitig für den Abfluss der Eisschollen über den Dammscher See in die Ostsee gesorgt wird. Die Schiffer beider Staaten kennen sich seit Jahren und vertrauen einander. Sie beherrschen im Winter den Strom, zum gemeinsamen Nutzen aller.
   
   
  Wenn man vierzehn ist DDR 1969, R: Winfried Junge, 36 Min

Sie sind nun keine Kinder mehr. Junge Staatsbürger profilieren sich. Die Zeit vor der Jugendweihe und ihrer Feier. Sie besuchen Weimar und das ehemalige KZ Sachsenhausen. Manche entscheiden sich, nach der 8. Klasse in den Beruf zu gehen, andere möchten in der Kreisstadt das Abitur ablegen.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.
   
   
  Jubiläum einer Stadt - 750 Jahre Rostock DDR 1968, R: Winfried Junge, 24 Min

Regisseur Winfried Junge lässt sein knapp halbstündiges „Jubiläum einer Stadt – 750 Jahre Rostock“ (1968) ausschließlich von der Musik, einer Suite von Günter Kochan, verbinden und tragen. Zum Stadtjubiläum gelingt ihm – und seiner Schnittmeisterin Charlotte Beck - ein besonderes Portrait, das auch Krieg und Aufbau, das Meer und den Hafen sowie die Bewohner und Urlauber zeigt.

Wechselseitige Bildsequenzen des Alten und Neuen Rostock fügen sich harmonisch in die Musik ein und zeigen so eine stolze, aber auch geschundene Hansestadt, bis hin zum 750. Jubiläum mit seinen nationalen und internationalen Gästen.
   
   
  Mit beiden Beinen im Himmel - Begegnung mit einem Flugkapitän DDR 1968, R: Winfried Junge, 33 Min – Achtung: Kurzer Bildfehler 10:08:50

Der Dokumentarfilm zeigt den Arbeitsalltag des Interflug-Kapitäns Günter Schneider und seiner Flugmannschaft bei einem Flug von Berlin nach Moskau. Der gelernte Lokomotivschlosser und ehemalige Armeepilot Schneider ist der Älteste von sieben Geschwistern einer Arbeiterfamilie aus Möhlau bei Reichenbach im Vogtland. Eigentlich wollte er Lokomotivführer werden. Bei der „Interflug“ hat er beim Aufbau des Liniennetzes der Fluggesellschaft geholfen.

Der Zuschauer erlebt den erfahrenen Flugkommandant bei seiner Arbeit, mit seiner Mannschaft und im privaten Kreise seiner Familie. Die Dokumentation sollte über diesen persönlichen Zugang auch das Vertrauen zur Interflug stärken. Interessant für heutige Zuschauer: 1968 wurde sogar im Cockpit geraucht, damit man für „die entscheidenden Momente fit“ war.
   
   
  Elf Jahre alt DDR 1966, R: Winfried Junge, 29 Min

Der dritte Golzow-Film zeigt die Elfjährigen so aufgeschlossen, schön und fröhlich, wie sie sich später nie wieder zeigen werden. In der 5. Klasse sind sie längst eine verschworene Gemeinschaft.

Der Regisseur überrascht die Kinder von Golzow mit der Frage, was sie denn selbst vorschlagen zu filmen. Die Kinder und auch die Lehrer werden zu begeisterten Mitspielern. Die Prometheus-Sage und Heraklits Ausspruch "Alles fließt" werden behandelt und auch das Eisler-Lied "Anmut sparet nicht noch Mühe" üben die Kinder vor der Kamera ein.

Das Schulspiel zweier Freundinnen zu Hause und auch der, wie zufällig angeschaltete Fernsehapparat, der Kriegsszenen aus Vietnam überträgt, werden gezeigt. Schule und Dorf vermitteln einen lebendige Eindruck. So unkonventionell sollte es bei keinen Dreharbeiten in Golzow mehr zugehen, so ungezwungen weder gefragt noch geantwortet werden.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.
   
   
  Studentinnen - Eindrücke von einer Technischen Hochschule DDR 1965, R: Winfried Junge, 25 Min – 35 mm

Unter den 535 künftigen Diplomingenieuren, die an der Technischen Hochschule Ilmenau die Hälfte ihres Studiums hinter sich haben und "Bergfest" feiern, sind auch Monika Kahl, Elke Voigt und Marianne Bethke. Sie gehören zu den wenigen Frauen, die sich auf das Gebiet der technischen Wissenschaften - traditionelle Domäne der Männer - vorgewagt haben. Nur rund fünf Prozent sind in Ilmenau Studentinnen.

Monika Kahl will das Begonnene durchstehen. Sie wird sich nicht "exen" lassen. Auf die Frage ihrer Kommilitonen in einer heiteren Runde während des Bergfests, wovon das abhängen würde, antwortet sie: "Von meinem Willen!"

Regisseur Winfried Junge: "Der größte Teil bleibt ungesagt, denn die Problematik des Frauenstudiums im allgemeinen und im technischen Bereich insbesondere ist so umfangreich, so vielschichtig, so sozial und psychologisch diffizil, dass sie sich der Darstellung in einem – noch dazu kurzen – Dokumentarfilm letzten Endes doch verschließt. Ein eigentliches Fazit kann und will unsere Reportage darum auch nicht geben. Sie will aber aufmerksam machen und zu Diskussionen anregen.“
   
   
  Vom lernenden Menschen DDR 1964, R: Winfried Junge, 12 Min

Poem über lernende Menschen in der ganzen Welt: In allen Sprachen ein wissender Mensch. Lernen heißt Veränderung. Winfried Junge zeigt, wo in der ganzen Welt gelernt wird, z.B. im jungen Kuba, wo im Wald die erste Universität stattfand. Oder in den Universitäten im neuen Deutschland. Auch ein paar Golzow-Impressionen vom ersten Lernen der neuen Generation hat er eingeflochten und mit jungen Schülern weltweit verbunden. Die Hoffnung ist, „in einem kommunistischen Jahrtausend die Welt zu einem blühenden Garten zu machen“.
   
   
  Studentenfasching DDR 1964, R: Winfried Junge, 8 Min – STUMM!

Robert Havemanns letzter öffentlicher Auftritt in der DDR am 7. Februar 1964. Winfried Junge wollte seinen Kurzfilm über den Alltag von Studenten des Instituts für physikalische Chemie an der Humboldt-Universität zu Berlin mit einer gut besuchten Vorlesung beginnen. Ausgerechnet Havemann hielt die Vorlesung im Robert-Bunsen-Hörsaal zum Thema "Naturwissenschaftliche Aspekte philosophischer Probleme". Was Junge damals nicht wusste: Der Chemiker war zur Persona non grata erklärt worden. Der Kurzfilm wurde deshalb verboten.

„eine unterhaltsame Etüde … Weil Schnappschüsse von den Dreharbeiten in Westzeitungen auftauchten, kassierte die Stasi das Material, und bei der DEFA läuteten alle Alarmglocken.“ (Berliner Zeitung, 2015)
   
   
  Der Kinder wegen - Flucht ins Vaterland DDR 1963, R: Winfried Junge, 16 Min

Dieser Dokumentarfilm schildert die Beweggründe von drei westdeutschen Familien, die zur Flucht aus der Bundesrepublik Deutschland bzw. zur Übersiedlung in die DDR führten. Ihren Kindern eine sichere Zukunft zu bieten - das ist das Hauptmotiv bei ihrer Flucht. Hervorgehoben wird die soziale Absicherung der DDR-Bürger und die Bereitschaft die Bürger aus der Bundesrepublik willkommen zu heißen.

Originaltöne der befragten Übersiedler, aber auch der Kommentar, sind im Stil des Kalten Krieges. Typisch ist der Schlusssatz: "Seit 1949 gibt es auf deutschem Boden einen Staat der arbeitenden Menschen. Hier sind die Lehren aus der Vergangenheit gezogen, hier ist das friedliche, bessere Deutschland. Das Deutschland, das den Kindern, dem die Zukunft gehört".
   
   
  Ferientage DDR 1963, R: Winfried Junge, 24 Min – 35 mm

Zehn Altenburger Kinder betreuen eine Kinderbibliothek und lernen die Kinderbuchautorin Alex Wedding (eigentlich Grete Weiskopf, u.a. „Ede und Unku“) während ihrer Reise nach Berlin kennen.

Am Tag der Republik nehmen die kleinen Bibliothekare in Berlin an den Festlichkeiten teil, besichtigen die Karl-Marx-Allee, treffen die Autorin, fahren mit der Pioniereisenbahn in Wuhlheide und besichtigen den Berliner Tierpark. Nach ihrer Rückkehr treffen sie die Autorin Wedding bei ihrem Gegenbesuch in der Maxim-Gorki-Bibliothek in Altenburg wieder.
   
   
  Nach einem Jahr - Beobachtungen in einer ersten Klasse DDR 1962, R: Winfried Junge, 15 Min

"Tempo, Tempo“ - in der Turnhalle üben sich die 24 Kinder der ersten Klasse im Staffellauf, später überprüft die Lehrerin in einem Schnellrechentest an der Tafel, welche Bankseite mit dem besten Rechner aufwarten kann. Dem Zuschauer werden erste Entwicklungsschritte feinfühlig vermittelt, er erlebt kindliche Freude, Begeisterung und auch Kummer.

Das Filmteam begleitet die Mädchen und Jungen auf Exkursionen, raus auf ein Feld zu einem Flugzeug mit Unkrautvernichtungsmitteln, zu einem Bauernhof und dessen Brutstation. Als das Schuljahr sich zu Ende neigt, haben die Kinder viel dazu gelernt. Am Zeugnis-Tag schmücken sie für ihre Eltern das Klassenzimmer, eine Schülerin schreibt an die Tafel "Lernen macht Spaß“.

Aus der ältesten Langzeitdokumentation der Filmgeschichte – “Die Kinder von Golzow” von 1961 bis 2007.

5. Internationale Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1962: Silberne Taube, Internationale Kurzfilmtage Oberhausen 1963: Ehrendiplom

   
   
  Bis der Mensch kam DDR 1961, R: Winfried Junge, 15 Min – 35 mm

Die Natur brauchte Jahrmillionen, um ihre Formen und Lebeweisen zu entwickeln. Der Mensch schuf in wenigen Jahrtausenden seine Weltkultur, in einem Jahrhundert die moderne Technik und in einem Jahrzehnt die Möglichkeiten, die ihn befähigen, den Erdenbereich zu verlassen.
   
   
  Wenn ich erst zur Schule geh‘ DDR 1961, R: Winfried Junge, 13 Min

1961 begegnen sie sich zum ersten Mal, Winfried Junge und die "Kinder von Golzow“. Mit bewegter Kamera fängt das Team Impressionen aus den letzten Tagen im Kindergarten und der ersten Zeit in der Schule ein.

Der erste Schultag: Die Jungen mit kurzer Lederhose und die Mädchen im Kleid, feierlich werden sie von der Schulgemeinschaft empfangen. "Lernen macht Spaß“ steht auf dem Schulgebäude. Die Lehrerin übt mit ihren Schützlingen den ersten Buchstaben.

Der Regisseur beobachtet, wie sich die Kinder allmählich und nicht ohne Mühen in den neuen Alltag einfinden: Jürgen, der seinen Blick schweifen lässt und eine Katze am Fenster beobachtet, Jochen, der müde seinen Kopf auf die Schulbank legt und Marieluise, die ihre Tränen nicht unterdrücken kann.

Wunderschöne Studien vom Beginn der berühmten Golzow-Reihe, die mit Liebe und Respekt die Entwicklung der Kinder verfolgt.
   
   
  Der Affenschreck DDR 1961, R: Winfried Junge, 9 Min

Die Tiere des Zoos wollen nicht von den Besuchern gefüttert und geneckt werden, und damit es alle Kinder und auch die Erwachsenen wissen, erzählt das DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme die Geschichte vom Affenschreck.

Es waren einmal drei ungezogene Kinder: Neck-Nina, Radau-Rolf und Fütter-Fritzchen. Sie hatten einen ganzen Schulranzen voll Futter mitgebracht und liefen damit zu den Affen im Berliner Tierpark. Aber die Tiere waren schon beim Frühstück. Und überhaupt - Wurst, Vogelfutter und Sauerkraut fraßen sie doch gar nicht.

Da begann Fütter-Fritzchen, den Affen die Tomaten an den Kopf zu werfen. Dazu blendete Nina sie mit dem Spiegel, und Rolf sorgte mit seiner Tute für eine fürchterliche Tischmusik. Aber was war das? Saßen unsere drei nicht plötzlich selbst im Käfig und waren die Gefoppten? Wie lachten die Affen, als die Kinder einen großen Schreck bekamen und schnell Reißaus nahmen.

Die Botschaft des Kinderfilms am Ende: "Quäle nie ein Tier zum Scherz, auch ein Affe hat ein Herz. Wer die Affen liebt, der spricht: Ich lärme nicht, ich füttre nicht, ich necke nicht".

Der Debütfilm von Dokumentarfilmer Winfried Junge mit Texten im Wilhelm-Busch-Stil.