homehomehomehome

Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

26.05.-18.06.2017 Frank Beyer 85!  25 Filme. Eintritt Frei!

 

Seine Kino- und Fernsehfilme

  EINTRITT FREI FÜR ALLE FILME! (Kein Einlass garantiert bei verspätetem Kommen!)
 

EINTRITT FREI FÜR ALLE FILME

  Liste der Filme     INHALTE      PROGRAMM
 

Am 26. Mai wäre der große Ost-deutsche Regisseur Frank Beyer 85 Jahre alt geworden. Das Babylon ehrt ihn drei Wochen lang bis zum 18. Juni mit 2#4 Kino- und Fernsehfilmen sowie zwei Kurzfilmen aus der satirischen Reihe „Die Stacheltiere“. Erstmals hat das Publikum die Gelegenheit, nicht nur seine großen Kinofilme wieder auf der großen Leinwand zu sehen, sondern diese auch in Beziehung zu seinem Fernsehschaffen zu setzen.

Beyer hat mit großen Schauspielern wie Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, Jutta Hoffmann, Senta Berger, Götz George, Ulrich Mühe, Ulrich Tukur, Otto Sander, Rolf Hoppe, Harald Juhnke gearbeitet. Mit „Jakob der Lügner“ holte er für die DEFA die einzige Oscar-Nominierung.


Nach dem Verbot von „Spur der Steine“ 1966 konnte Beyer erst drei Jahre später für das Fernsehen den Mehrteiler „Rottenknechte“ drehen. Es folgte „Die sieben Affären der Doña Juanita“, bevor er 1974 zusammen mit Jurek Becker „Jakob der Lügner“ schuf. 20 Jahre später 1994/95 verfilmten die beiden mit „Wenn alle Deutschen schlafen“ (Vorstellung entfällt aus folgendem Grund!) erneut Beckers Erinnerungen an das Ghetto von Lodz.

Nachdem der brillante Fernsehfilm „Geschlossene Gesellschaft“ 1978 gezielt versteckt im Spätprogramm unterging, versuchte Beyer gegen diese Politik anzukämpfen. Seine Situation verglich er mit der nach „Spur der Steine“‘: „Zwar hat jetzt niemand den Versuch gemacht, mir meinen Arbeitsvertrag wegzunehmen, dennoch empfinde ich meine Lage heute als trostloser: 1966 hatte ich, wenn auch auf einem anderen Gebiet, wenigstens Arbeit. Außerdem war ich damals 34, heute bin ich 48 und bemerke, dass meine Fähigkeit, Demütigungen hinzunehmen, rasant abgenommen hat und sich gegen Null hin bewegt.“ (Brief an den ZK-Sekretär für Kunst und Kultur Kurt Hager)

Beyer erhielt daraufhin Arbeitsurlaub und ein Visum. 1980/81 drehte er zum ersten Mal einen TV-Film in der Bundesrepublik: „Der König und sein Narr“, eine Parabel über das Verhältnis der Macht zu den Intellektuellen. In „Abgehauen“ (1997/98) über Manfred Krug erzählt Beyer auch über sein Leben. Sein Bruder, der Schauspieler Hermann Beyer, spielt ihn, den Regisseur.

„Möglicherweise bin ich in meiner Generation in der DDR der Filmregisseur mit den größten Erfolgen und den schlimmsten Niederlagen gewesen.“
(Frank Beyer in. Meine Filme, mein Leben. Wenn der Wind sich dreht)

   
   
  Liste der Filme

Abgehauen D 1997/98, R: Frank Beyer mit Peter Lohmeyer, Karoline Eichhorn, Uwe Kockisch, Ulrich Matthes, Hermann Beyer, 89 Min

Der Aufenthalt DDR 1982, R: Frank Beyer mit Sylvester Groth, Fred Düren, Klaus Piontek, 102 Min

Bockshorn DDR 1984, R: Frank Beyer mit Jeff Dominiak, Bert Löper, Dieter Montag, 105 Min

Der Bruch DDR 1988, R: Frank Beyer mit Götz George, Rolf Hoppe, Otto Sander, 119 Min

Die deutsche Atombombe, Ende der Unschuld D 1990/91, R: Frank Beyer mit Jürgen Hentsch, Udo Samel, Rolf Hoppe, Hanne Hiob, Ulrich Mühe, Jörg Gudzuhn, 93 Min Teil 1, 90 Min Teil 2

Die deutsche Atombombe, Ende der Unschuld D 1990/91, R: Frank Beyer mit Jürgen Hentsch, Udo Samel, Rolf Hoppe, Hanne Hiob, Ulrich Mühe, Jörg Gudzuhn, 93 Min Teil 1, 90 Min Teil 2

Eine alte Liebe DDR 1959, R: Frank Beyer mit Gisela May, Erich Franz, Doris Abeßer, Ezard Haußmann, 92 Min

Fünf Patronenhülsen DDR 1960, R: Frank Beyer mit Erwin Geschonneck, Ulrich Thein, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, 87 Min

Geschlossene Gesellschaft DDR 1978, R: Frank Beyer mit Jutta Hoffmann, Armin Mueller-Stahl, 107 Min

Der Hauptmann von Köpenick D 1997, R: Frank Beyer mit Harald Juhnke, Udo Samel, Elisabeth Trissenaar, Katharina Thalbach, Hermann Beyer, Rolf Hoppe, 115 Min

Jakob der Lügner DDR 1974, R: Frank Beyer mit Vlastimil Brodský, Erwin Geschonneck, Henry Hübchen, Blanche Kommerell, Armin Mueller-Stahl, 100 Min

Karbid und Sauerampfer DDR 1963, R: Frank Beyer mit Erwin Geschonneck, Marita Böhme, Manja Behrens, 84 Min; Vorfilme: Das Stacheltier - Das Gesellschaftsspiel - eine unglaubliche Geschichte oder? DDR 1957, R: Frank Beyer mit Friedrich Kühne, Jochen Thomas, Rolf Ludwig, 6 Min; Das Stacheltier - Fridericus Rex - Elfter Teil DDR 1957, R: Frank Beyer mit Gustav Müller, Erich von Dahlen, Werner Lierck, 10 Min

Der König und sein Narr BRD 1980/81, R: Frank Beyer mit Wolfgang Kieling, Götz George, Monika Gabriel, 108 Min

Königskinder DDR 1962, R: Frank Beyer mit Annekathrin Bürger, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thein, 89 Min

Nikolaikirche D 1995, R: Frank Beyer mit Barbara Auer, Ulrich Matthes, Ulrich Mühe, Otto Sander, 138 Min

Nackt unter Wölfen DDR 1962, R: Frank Beyer mit Armin Mueller-Stahl, Erwin Geschonneck, Krzysztyn Wójcik, 116 Min

Spur der Steine DDR 1966/1990, R: Frank Beyer mit Manfred Krug, Krystyna Stypulkowska, Eberhard Esche, 138 Min

Rottenknechte DDR 1969/70, R: Frank Beyer mit Dieter Mann, Dieter Montag, Jaecki Schwarz, Klaus Piontek, 5 Teile, 330 Min insges.

Sie und er D 1992, R: Frank Beyer mit Senta Berger, Reimar J. Baur, Katrin Sass, Martin Flörchinger, 93 Min Teil 1, 90 Min Teil 2

Die sieben Affären der Doña Juanita DDR 1972/73, R: Frank Beyer mit Renate Blume, Winfried Glatzeder, Armin Mueller-Stahl, Alfred Müller, 354 Min insges.

Der Verdacht D 1990/91, R: Frank Beyer mit Christiane Heinrich, Nikolaus Gröbe, Michael Gwisdek, Christine Schorn, 96 Min

Das Versteck DDR 1977, R: Frank Beyer mit Manfred Krug, Jutta Hoffmann, Marita Böhme, 104 Min

Wenn alle Deutsche schlafen D 1994/95, R: Frank Beyer mit Benjamin Kaatz, Christiane Hagedorn, Arno Wyzniewski, Gerry Wolff, 72 Min  Vorstellung entfällt aus folgendem Grund!

Zwei Mütter DDR 1957, R: Frank Beyer mit Francoise Spira, Helga Göring, Wilhelm Koch-Hooge, 88 Min

   
   
  FILME
  Zwei Mütter DDR 1957, R: Frank Beyer mit Francoise Spira, Helga Göring, Wilhelm Koch-Hooge, 88 Min

In einer Bombennacht des Zweiten Weltkriegs bringen zwei Frauen, eine Deutsche und eine Französin, ihre Kinder zur Welt. Doch das Behelfs-Krankenhaus wird zerstört. Hedwig findet in den Trümmern ein Baby und schließt es überglücklich als ihren Sohn in die Arme.

Als Madelaine aus ihren Fieberträumen erwacht, sieht sie ihr Kind bei einer anderen. Doch niemand ist da, um den Irrtum aufzuklären. Nur Krankenschwester Jutta hat die Verwechslung bemerkt. Doch sie bringt nicht den Mut auf, Hedwig die Wahrheit zu sagen. Außerdem hält sie die Französin für so gut wie tot.

Vier Jahre später kehrt Madelaine jedoch gesund nach Deutschland zurück, um von der ahnungslosen Hedwig das Kind zurückzufordern. Die empörte Hedwig weist ihr die Tür, ein Reporter diffamiert die Französin in der Presse. Da endlich sagt Schwester Jutta die Wahrheit.

Eine sensible Verfilmung, die auf schnelle Antworten und Schuldzuweisungen verzichtet.

„Sein Abschlussfilm ist zugleich das Spielfilmdebut: 'Zwei Mütter' (1957), eine eigenwillige Adaption von Bertolt Brechts 'Der kaukasische Kreidekreis': die Geschichte von den beiden Frauen, die sich um das Mutterrecht eines Kindes streiten, spielt bereits – wie viele Frank-Beyer-Filme – vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges mit der Belastung durch den Nationalsozialismus.“ (prisma-online.de, 2009)
   
   
  Eine alte Liebe DDR 1959, R: Frank Beyer mit Gisela May, Erich Franz, Doris Abeßer, Ezard Haußmann, 92 Min

Das Ehepaar Frieda und August Walkowiak ist sich über seinen Lebensstil nicht einig, deshalb kommt es zwischen ihnen seit längerer Zeit zu Konflikten. Augusts Wunsch ist es, das verbleibende Leben in Ruhe zu genießen und von der Arbeit Abstand zu gewinnen.

Doch seine Frau steht noch mitten im Berufsleben und denkt nicht im Traum daran, ihre tragende Rolle in den landwirtschaftlichen Betrieben aufzugeben. Dass sie ihre höhere Stellung auch noch sichtbar genießt, selbst wenn sie zu wenig Zeit für die Familie hat, stößt bei ihrem Gatten auf wenig Verständnis. Der Familienkrach ist vorprogrammiert.

Als Frieda während der Feier anlässlich ihres 30. Hochzeitstages zur Arbeit gerufen wird, ist August mit der Situation überfordert und todunglücklich. Er stellt an sie die ultimative Forderung, von ihrem Amt zurückzutreten.

„Gisela Mays Bäuerin Frieda Walkowiak: In ihrer ungemachten Schlichtheit, ihrem tatkräftigen Ernst und ihrer gütigen Herzenswärme ist das eine der feinsten Frauengestalten, die man bisher in DEFA-Filmen sah.“ (Berliner Zeitung, 1959)
   
   
  Fünf Patronenhülsen DDR 1960, R: Frank Beyer mit Erwin Geschonneck, Ulrich Thein, Armin Mueller-Stahl, Manfred Krug, 87 Min

Spanischer Bürgerkrieg, Ende der 1930er Jahre: Menschen unterschiedlicher Nationalitäten kämpfen gemeinsam gegen den aufkommenden Faschismus. Der schwer verwundete Kommissar Witting übergibt seinen fünf Mitstreitern eine in Einzelstücke aufgeteilte, letzte, geheime Meldung. In fünf leeren Patronenhülsen verstecken sie diese, mit dem Auftrag, die Botschaft aus den feindlichen Linien herauszubringen und dem eigenen Stab zu übermitteln.

Während ihres gefährlichen Marsches versuchen die Männer, den enormen physischen und psychischen Strapazen standzuhalten. Doch einer kann den quälenden Durst nicht mehr ertragen und wird an einem Brunnen von den Falangisten erschossen. Die restlichen vier erreichen ihren Kommandeur, wo sie endlich den Wortlaut der Meldung kennen lernen.

Regisseur Frank Beyer wartet hier mit einer erstklassigen Besetzung auf, mit Stars, die sich am Anfang ihrer Karriere befanden. Nicht die politische Gesinnung seiner Figuren ist ihm wichtig, sondern die Bewährungssituation, in die Menschen unter extremen Bedingungen geraten.

Alfred Hirschmeier, renommierter Bühnenbildner der DEFA, war an der Erarbeitung der meisten Frank-Beyer-Filme beteiligt. Für „Fünf Patronenhülsen“ entwarf er ein optisches Drehbuch, die kargen Landschaften fand er u.a. im Harz, wo er die Felsen mit weißer Farbe nachbearbeiten ließ.
   
   
  Königskinder DDR 1962, R: Frank Beyer mit Annekathrin Bürger, Armin Mueller-Stahl, Ulrich Thein, 89 Min

Ein Film mit beeindruckend-expressiven Bildern, ein Film, der ein großes historisches Thema in einem ganz neuen Ton erzählt. Das bekannte Lied von den zwei Königskindern, die nicht zusammen kommen konnten, begleitet ihn und verwebt die Geschichte von Michael, Magdalena und Jürgen unlösbar mit dem Aufbegehren gegen den Nationalsozialismus.

Magdalena fährt in Moskau zum Flugplatz, um hinter den deutschen Linien einen Auftrag auszuführen. Zur gleichen Zeit sitzen Michael und Jürgen in einem Flugzeug, das sie in die russische Hauptstadt bringen soll. Der Zuschauer ahnt, dass sich die Liebenden Michael und Magdalena verfehlen werden, und hofft doch für sie, während er allmählich und in Rückblenden von der Geschichte der drei Berliner Freunde erfährt: Michael und Magdalena wehren sich mit Flugblättern gegen die Anfänge des Nationalsozialismus, Jürgen aber tritt der neuen braunen Macht bei und wird SA-Mann.

"Königskinder“ von Regisseur Frank Beyer erzählt von Menschen und deren Hoffnung und Liebe, aber auch von Kampf und Verrat. Eine Geschichte, die gerade durch ihre Poesie die Wirklichkeit in ihren tiefen Dimensionen darstellt. Überzeugend spielen die Hauptdarsteller Armin Mueller-Stahl, Annekathrin Bürger und Ulrich Thein.

„Frank Beyer schuf einen nicht nur inhaltlich, sondern auch ästhetisch bestechenden Film.“ (Berliner Morgenpost, 2012)
   
   
  Nackt unter Wölfen DDR 1962, R: Frank Beyer mit Armin Mueller-Stahl, Erwin Geschonneck, Krzysztyn Wójcik, 116 Min

Das Konzentrationslager Buchenwald kurz vor der Befreiung: Der polnische Häftling Jankowski hat, in einem Koffer versteckt, ein kleines Kind hierher gerettet. Ein Kind in der Welt des Todes, das bedeutet Hoffnung und Gefährdung zugleich.

Als die Mithäftlinge und Mitglieder der geheimen Widerstandsgruppe den Jungen entdecken, stehen sie vor einer schweren Entscheidung.

Frank Beyers Verfilmung – der erste deutsche Film über Leben und Sterben im Konzentrationslager – richtet seinen Fokus ganz auf die Reaktionen der Häftlinge. Die Fragen nach Humanität, Gewissen und Disziplin werden in dieser menschenverachtenden Zeit ganz neu gestellt.

Nie zuvor wurde die hermetisch abgeschlossene Welt der Lager so intensiv dargestellt, nüchtern, klar und unpathetisch. Selbst die Peiniger in den SS-Uniformen werden nicht dämonisiert. In einem hervorragenden Ensemble großer Darsteller verkörpert Armin Mueller-Stahl beeindruckend den Häftling Höfel. Eine authentische Geschichte - ein berühmter Roman - ein erfolgreicher Film von internationalem Rang.

„Der Spielfilm, der am Originalschauplatz gedreht wurde, bestach durch seine ausgezeichnete Besetzung bis in die kleinsten Rollen, aber auch durch seine konzentrierte optische Umsetzung. Er ist einer der Klassiker des antifaschistischen Films in Deutschland geworden.“ (Lexikon der DEFA-Spielfilme, Berlin, 2000)
   
   
  Karbid und Sauerampfer DDR 1963, R: Frank Beyer mit Erwin Geschonneck, Marita Böhme, Manja Behrens, 84 Min

Dresden im Sommer 1945. Der Arbeitsplatz ist dahin - weggebombt. Das ist wahrlich keine schöne Rückkehr für Karl „Kalle“ Blücher. Aber da der Bedarf an Zigaretten zu allen Zeiten immens ist, haben Kalles Kollegen für ihre Zigarettenfabrik schon einen Plan. Nur einer kommt als Retter in der Not in Frage. Kalle, seines Zeichens Nichtraucher und Vegetarier, ist der ideale Mann, um mit dem geringsten Aufwand Karbid zum Schweißen zu organisieren.

Mit nichts anderem ausgestattet als dem Zahlungsmittel Zigaretten macht sich Kalle zu Fuß auf nach Wittenberge. Wirklich abenteuerlich wird es für ihn, als er mit sieben Fässern Karbid seinen Rückweg per Anhalter antritt. Ein Fass nach dem anderen wird ihm als Wegzoll abverlangt. Bis er Dresden erreicht, muss er sich der geschäftstüchtigen russischen und amerikanischen Offiziere erwehren, den Fängen einer mannstollen Kriegswitwe entfliehen und einen Schiffbruch erleiden. Nur eine Reisebekanntschaft will ihm partout nicht mehr aus dem Kopf gehen: Die reizende Karla.

Brilliante Filmkomödie mit erfrischend frechen Untertönen über die Alltagsschwierigkeiten der Nachkriegszeit. Erwin Geschonneck in seiner Paraderolle.

„…Beyer schuf … einen echten Klassiker des Humors. Mit einem Drehbuch voller Pointen und einem erstklassigen Hauptdarsteller … eine der besten, wenn nicht sogar die beste deutsche Filmkomödie. Zumindest die beste und schönste Komödie, die je bei der Defa entstand.“ (Bernd Hellweg in Digital VD, Das DVD-Magazin)

Vorfilme: Das Stacheltier - Das Gesellschaftsspiel - eine unglaubliche Geschichte oder? DDR 1957, R: Frank Beyer mit Friedrich Kühne, Jochen Thomas, Rolf Ludwig, 6 Min

Drei Gangster überwältigen einen Nachtwächter und versuchen einen Tresor zu knacken. Doch Alarm wird ausgelöst und sie fliehen ohne Beute, sehr zum Missfallen ihres Chefs der ZEG (Zentrale Einbruchs-Gesellschaft) m.b.H.

So unternehmen sie einen neuen Versuch nach der neuen "Besatzerart". Als amerikanische Soldaten verkleidet nehmen sie an einem Wohltätigkeitsbasar teil. Dort veranstalten sie ein Gesellschaftsspiel, bei dem alle Anwesenden ihre Wertsachen auf einen Tisch legen, um den sie marschieren. Dann geht das Licht aus…

Das Stacheltier - Fridericus Rex - Elfter Teil DDR 1957, R: Frank Beyer mit Gustav Müller, Erich von Dahlen, Werner Lierck, 10 Min

Fridericus spukt widerwillig in Sanssouci umher, denn das Volk verlustiert sich auf seinem Grund und Boden. Da engagieren Ministerialdirektor Schimmelpfennig und der Regisseur Meier sowie der UFA-Produzent Schnulze ihn für einen Film nach Westberlin. Bei Nacht und Nebel siedelt Fridericus auf seinem Schimmel nebst Kamera-Lakai Strützki und Leibhusar Schönig über. Anfänglich fällt es ihm nicht schwer, sich in die Rolle einzupassen, bis der beratende General Speichel eine Forderung an ihn stellt.
   
   
  Spur der Steine DEFA 1966/1990, R: Frank Beyer mit Manfred Krug, Krystyna Stypulkowska, Eberhard Esche, 138 Min

Anarchie in Westernmanier –Manfred Krugs berühmteste Rolle: Absoluter King auf der Großbaustelle Schkona ist der großspurige Brigadier Hannes Balla. Mit seinen ungewöhnlichen Methoden genießt Balla bei seiner Truppe höchstes Ansehen. Denn sie alle wollen nicht länger die Rechnung für verfehltes Management zahlen.

Doch als der neue Parteisekretär Werner Horrat auftaucht, fürchtet Balla um seinen guten Ruf. Zudem lieben beide die gleiche Frau, die junge Technologin Kati Klee.

„Frank Beyers SPUR DER STEINE ist der vielleicht aufschlussreichste und aufregendste Film über den ‚Frühling‘ in der DDR in den 60er Jahren. Respektlos, frech, voller Witz und Engagement. … Frank Beyers Film ist respektlos wie ZUR SACHE SCHÄTZCHEN, sensibel wie der junge Wenders, atmosphärisch dicht wie Fassbinders erste Filme.“
(Deutsches Filminstitut, 2012)

Trailer: https://www.youtube.com/watch?v=HXS4uah05kM 
   
   
  Rottenknechte DDR 1969/70, R: Frank Beyer mit Dieter Mann, Dieter Montag, Jaecki Schwarz, Klaus Piontek, 5 Teile, 330 Min insges.

Fünfteiliger Fernsehfilm über ein Schnellboot-Bataillon im Zweiten Weltkrieg, wobei die Schicksale der Matrosen und Offiziere über das Kriegsende hinaus verfolgt werden. Mit dieser anspruchsvollen Inszenierung, die Dokumentarisches und Fiktives geschickt verknüpft, kehrte der nach dem Verbot von „Spur der Steine“ (1966) aus den DEFA-Studios vertriebene Regisseur Frank Beyer zum Film zurück. Besonders im letzten Teil wird massiv die Nachkriegsentwicklung in der Bundesrepublik kritisiert.

„formal … Beyers ambitioniertestes Projekt, weil seine Mischung aus Spiel- und Dokumentarszenen alles vorwegnahm, wofür Heinrich Breloer sich 20 Jahre später feiern ließ.“ (Die Welt, 2006)

Folge 1
Hitler ist tot. General Montgomery steht vor Schwerin. Der erste Befehl Des 'Führer'- Nachfolgers Dönitz lautet: Kurland muss unbedingt gehalten werden. Die Matrosen an Bord des Kriegsschiffes M612 bewaffnen sich und nehmen das Kommando selbst in die Hand. Doch vor Kiel werden sie von zwei Schnellbooten mit faschistischer Flagge verfolgt.

Folge 2
Korvettenkapitän Petersen stellt auf dem M612 die alte Ordnung wieder her und organisiert ein Standgericht, dessen Urteil vor versammelter Mannschaft verkündet wird. 11 Matrosen werden zum Tode verurteilt, erschossen und sofort mit umgehängten Gewichten über Bord geworfen.

Folge 3
Am 6. Mai unterzeichnet Jodl die Kapitulation. Siegesfeiern in Moskau, London, New York. In einem dänischen Kriegsgefangenenlager verhandelt ein geheimes Kriegsgericht, bestehend aus faschistischen Offizieren, gegen 4 Deserteure. Die Todesurteile werden am 10. 5. vollstreckt. Die britischen Bewacher des Lagers wollten sich nicht 'einmischen'.

Folge 4
Schnellbootkommandant Klose und Kapitänleutnant Hansen überführen ihre Schiffe nach England. Im Herbst 1945 wird Klose vom britischen Geheimdienst übernommen und mit der "Betreuung" der lettischen Nationalisten beauftragt. Es sind ehemalige Angehörige der 15.SS-Division, bewaffnete Banden, die die Bevölkerung terrorisieren. Klose versorgt sie mit Nachschub.

Folge 5
Die Mutter des einen der standrechtlich erschossenen Matrosen fordert die Bestrafung von Petersen. Es finden 2 Prozesse statt; die Urteile fallen sehr milde aus. Im November 1952 werden sie von der Bonner Justiz aufgehoben. Petersen wird Leitender Mitarbeit im Amt für Sicherheit der BRD. Klose bringt es zum Flottenadmiral der NATO-Seestreitkräfte Nordsee.
   
   
  Die sieben Affären der Doña Juanita DDR 1972/73, R: Frank Beyer mit Renate Blume, Winfried Glatzeder, Armin Mueller-Stahl, Alfred Müller, 354 Min insges.

Anita ist Architektin, begabt, selbstbewusst, sensibel und äußerst hübsch. Über zu wenige Verehrer kann sie sich nicht beklagen, doch die Männer bleiben nicht bei ihr. Und es wird über sie geredet: Sie sei leichtsinnig und verliebe sich zu schnell. Ihren Anspruch auf Liebe und Glück lässt sie sich jedoch nicht nehmen...

Folge 1
Anita, Architektin, ledig, Mutter einer 8Jährigen Tochter, will kündigen. Trotz fachlicher Erfolge ist sie in schiefes Licht geraten; ihr konsequenter Lebensanspruch wird missbilligt. Den Physikstudenten Georg, Vater ihres Kindes, hat Anita seiner Eifersucht verlassen. Auch ihre Affäre mit dem Dozenten Arndt verläuft nicht in herkömmlicher Weise.

Folge 2
Nach dem Studium wird Anita Assistentin des technischen Direktors Thomas Wagner, auf der Großbaustelle. Die beiden verstehen sich sehr gut, kommen sich näher, lieben sich. Doch ihr Glück ist von kurzer Dauer. Anita trennt sich von dem verheirateten Thomas. Sie will ihren Anspruch auf Glück nicht durch Lügen verkleinern.

Folge 3
Im sogenannten Mühlenkeller des Kraftwerkes lernt Anita zufällig den jungen Arbeiter Hans Spahn kennen. Überzeugt, ihm eine Freude zu machen, überredet sie den Chef, Thomas Wagner, Hans einen anderen Arbeitsplatz zu verschaffen. Als Spahn von dieser Manipulation erfährt, mit der Anita ihre eigenen Vorstellungen vom beruflichen Werdegang des vier Jahre jüngeren Mannes realisieren wollte, kommt es zum Bruch zwischen den beiden.

Folge 4
Am Jahresende wird der Brigadier Sawallisch auf der Baustelle vermisst. Anita fährt los, um ihn zu suchen. Als sie ihn findet, hat sie gleich das Gefühl, sie kenne ihn schon sehr lange. Die beiden verbringen die Silvesternacht gemeinsam. Am nächsten Tag verunglückt Sawallisch tödlich. Der Kollege Walle, der Anita seit langem heimlich liebt, fährt zu ihr und nimmt sie in die Arme.
   
   
  Jakob der Lügner DDR 1974, R: Frank Beyer mit Vlastimil Brodský, Erwin Geschonneck, Henry Hübchen, Blanche Kommerell, Armin Mueller-Stahl, 100 Min

Lügen sind so eine Sache – eigentlich verhasst, aber manchmal hilfreich. In „Jakob der Lügner“, der 1944 in einem Ghetto spielt, wird Jakob unfreiwillig zum Lügner und lässt so die Ghettobewohner endlich wieder Hoffnung schöpfen. Auch Mischa will endlich wieder an die Zukunft denken können. Er möchte seine Freundin Rosa heiraten.

Ein toller, ein berührender Film, der tragikomisch von einem ernsten Thema erzählt – schon lange vor „Das Leben ist schön“ von Roberto Benigni. „Jakob der Lügner“ war die erste große Kinorolle des Urberliner Schauspielers Henry Hübchen.

Der DEFA-Film von Frank Beyer, nach einem Buch von Jurek Becker, erhielt den Silbernen Bären und eine Oscar-Nominierung. Es ist der einzige DEFA-Film, der die Vorlage für ein US-Remake war (1998, RE: Peter Kassovitz mit Robin Williams).

Eine kinematografische Kostbarkeit nach dem Bestseller von Jurek Becker, der selbst Ghetto und KZ überlebt hatte.

„Die Tragikomik, wie ein Jude ein ganzes Ghetto belügt, um seinen Schicksalsgenossen Hoffnung zu machen, ist immer wieder herzergreifend.“ (Berliner Morgenpost, 2012)
   
   
  Das Versteck DDR 1977, R: Frank Beyer mit Manfred Krug, Jutta Hoffmann, Marita Böhme, 104 Min

Was tun nach der Scheidung? Max Brink besinnt sich seiner alten Liebe ein Jahr nach der rechtskräftigen Trennung und will seine Ex-Frau Wanda zurück gewinnen. Dabei wendet Max – ein ausgemachter Macho und Egoist – eine unkonventionelle Methode an:

Unter dem Vorwand, er werde von der Polizei verfolgt und müsse sich für einige Tage verstecken, findet er tatsächlich Unterschlupf bei Wanda. Sogar der neue Freund muss das Feld räumen, der dies mit einer polizeilichen Anzeige gegen Max quittiert. Die neue Beziehung ist dahin, doch kann es ein Wiederaufleben der alten geben?

Noch verhält sich Wanda abwartend und prüfend. Schließlich aber kommt sie zur Erkenntnis: „Unter einem Märchenprinzen mache ich es nicht mehr!“

Leicht, schwebend und parabelhaft erzählt Frank Beyer von dem gewitzten Versuch dieses Mannes, vom Ringen des früheren Liebespaares.
   
   
  Geschlossene Gesellschaft DDR 1978, R: Frank Beyer mit Jutta Hoffmann, Armin Mueller-Stahl, 107 Min

Ein brisantes, brillantes Stück über die Ehekrise eines Paares, das im Urlaub private und gesellschaftliche Konflikte aufarbeitet. Schonungslos gehen die zwei mit sich ins Gericht und überführen sich in ihren großen und kleinen Lügen, Eitelkeiten und menschlichen Versäumnissen.

„Klasse gespielte Analyse des DDR-Alltag“ (TV-Spielfilm)
„von bester Kino-Qualität, glänzend besetzt und großartig gespielt, besonders in den Hauptrollen: mit einer zauberhaften Jutta Hoffmann als flirrender und bodenständiger Ehefrau. Und mit einem eindrucksvoll uneitlen Armin Mueller-Stahl in seiner wohl stärksten Rolle in der DDR.“ (Potsdamer Neueste Nachrichten, 2016)
   
   
  Der König und sein Narr BRD 1980/81, R: Frank Beyer mit Wolfgang Kieling, Götz George, Monika Gabriel, 108 Min

Beeindruckender Historienfilm über Friedrich Wilhelm I. von Preußen mit Götz George und Wolfgang Kieling.

Als Friedhelm Wilhelm I. (Götz George) im Jahre 1713 den preußischen Thron besteigt, bringt das einige Änderungen mit sich. Der Regent, auch als „Soldatenkönig“ bekannt, will sparen. Daher lässt er verschiedene Hofämter auflösen.

Jacob Paul von Gundling (Wolfgang Kieling), ein liberaler Gelehrter, ist auch von diesen Sparmaßnahmen betroffen und muss sein Amt räumen. Noch kann er nicht ahnen, dass diese Entlassung der Beginn einer steilen Karriere ist. Denn als die Staatsfinanzen durcheinander kommen, merkt man, dass er unverzichtbar ist.

Der König verachtet ihn zwar, überhäuft den Juristen, Historiker und Literaturwissenschaftler jedoch mit Ämtern. Höhepunkt ist die Ernennung zum Hofnarren. Der feinfühlige Gelehrte wird zum Gespött aller und ist den Launen Friedhelm Wilhelms restlos ausgeliefert. Als er daraufhin in eine tiefe Krise fällt, ist der Alkohol seine einzige Zuflucht.

Frank Beyer drehte zum ersten Mal einen TV-Film in der Bundesrepublik. Der renommierte Autor Ulrich Plenzdorf („Die neuen Leiden des jungen W.“) schrieb das Drehbuch zu diesem packenden Film über die ausweglose Situation eines Gelehrten und dessen Zerstörung nach einem Roman von Martin Stade.

Die Vorführung wird ermöglicht durch Pidax Film: www.pidax-film.de/Historien-Klassiker/Der-Koenig-und-sein-Narr::784.html
   
   
  Der Aufenthalt DDR 1982, R: Frank Beyer mit Sylvester Groth, Fred Düren, Klaus Piontek, 102 Min

Warschau – Oktober 1945. Mitten aus einem Transport von Kriegsgefangenen wird der 19jährige Mark Niebuhr herausgeholt und in Einzelhaft gebracht. Eine Polin glaubt in ihm den SS-Mann wiedererkannt zu haben, der während einer Razzia ihre Tochter ermordet hat. Verhöre mit einem gleichaltrigen polnischen Leutnant folgen, in denen Niebuhr immer wieder seine Unschuld beteuert. Als er in eine Gemeinschaftszelle kommt, erfährt er den Hass der polnischen Gefangenen, lebt mit Verachtung und nicht selten mit Todesangst.

Doch die Hölle erlebt er erst, als er zu den deutschen Mithäftlingen verlegt wird, viele von ihnen fanatische Kriegsverbrecher. Als einer der Ihrigen aufgenommen, kann sich Niebuhr erst langsam von deren Denken distanzieren. Nach acht Monaten ist seine Unschuld im Mordfall bewiesen und doch hat der junge Deutsche seine Mitschuld an der verbrecherischen Vergangenheit erkannt.

Die Geschichte geht auf den gleichnamigen Roman von Hermann Kant zurück und basiert auf biographischen Erlebnissen. So beurteilt der Autor seine eigene Geschichte nach drei Jahrzehnten: „Mir ist ... klar geworden, dass ich mit der Gefangennahme eine Chance bekommen hatte, weil sie mich aus einer viel tieferen Gefangenschaft befreite.“

„Selten wurden in einem Film die Schuldaufrechnungen der Nachkriegszeit so genau differenziert wie in diesem Alptraum-Erlebnis eines jungen kriegsgefangenen deutschen Soldaten" (Abendzeitung)
   
   
  Bockshorn DDR 1984, R: Frank Beyer mit Jeff Dominiak, Bert Löper, Dieter Montag, 105 Min

Kennen gelernt haben sich die beiden Halbwüchsigen Mick und Sauly beim Trampen. Woher ein jeder kam, war nicht von Interesse. Ans Meer wollten sie, nach Botnango, 1000 km entfernt. Es war nicht gerade ein toller Schlitten, der sie mitnahm, aber es stand Botnango dran. Aber welche Enttäuschung, als dann plötzlich unterwegs bei einem schäbigen Motel die Reise vorbei ist, sie rausgesetzt werden. Es bleibt ihnen nichts weiter übrig, als erstmal hier abzusteigen, hungrig, zerschlagen und ohne Geld.

Da macht sich ein angetrunkener, mieser Typ an die Jungen ran, faselt etwas von einem Schutzengel, den er angeblich einem von ihnen abgenommen und weiter verkauft hätte, an einen gewissen Paul Miller in Prince. Mick und Sauly wissen genau, dass es Schutzengel nicht gibt. Aber irgendetwas von dem Gerede dieses Landolfi bleibt hängen, besonders bei dem Jüngeren, bei Sauly. Eine kalte, lähmende Angst breitet sich in ihm aus wie ein Geschwür.
   
   
  Der Bruch DEFA 1988, R: Frank Beyer mit Götz George, Rolf Hoppe, Otto Sander, 119 Min

Die Gaunerkomödie rund um Tango, Liebe und Bankraub spielt in der noch ungeteilten Stadt Berlin im Nachkriegsjahr 1946: Das gewiefte Einbrecher-Trio Graf, Markward und Lubowitz hofft auf das sichere Einkommen, das in den Tresoren der Reichsbahnhauptkasse schlummert.

Bei der groben Stemmarbeit soll ihnen der unwissende Mauerlehrling Bubi helfen. Der benötigt dringend etwas Geld, denn zusammen mit seinem Freund Julian wirbt er beim Tangotanzen um die Gunst von Tina. Doch auch der joviale Graf hat ein Auge auf das Mädchen geworfen, was wiederum seiner Gattin nicht verborgen bleibt.

Zu viele Mitwisser und die Sprengkraft weiblicher Eifersucht lassen den Bankcoup nicht ohne Hindernisse vonstatten gehen. Bald heften sich drei Kriminalisten, die erst seit ein paar Monaten im Dienst sind, an die Fersen der Ganoven, die wiederum auf ihre langjährige Erfahrung vertrauen.

Ein köstlicher Plot, detailgenau und witzig von Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase erzählt, mit einem gesamtdeutschen Starensemble besetzt und meisterhaft von Frank Beyer inszeniert. Der Berlinfilm, der auf einem spektakulären Bankeinbruch in die Verkehrskreditbank aus dem Jahr 1951 basiert, lief 1989 erfolgreich im Berlinale Wettbewerb außer Konkurrenz.

„Warum er nicht längst über alle Berge sei, fragt der Polizist. Darauf hat der alte Ganove eine ebenso simple wie einleuchtende Antwort: ‚Was soll ich da – ich bin Berliner.’ Ein Satz …, für den allein schon man Otto Sander lieben muss, ebenso Frank Beyer und Wolfgang Kohlhaase“ (Tagesspiegel 2007)
   
   
  Der Verdacht D 1990/91, R: Frank Beyer mit Christiane Heinrich, Nikolaus Gröbe, Michael Gwisdek, Christine Schorn, 96 Min

Zwei lieben sich und sollen das nicht. Es wird geschmeichelt, gelogen, gedroht, der eine in die Verzweiflung getrieben, die andere bis in den Verrat. Doch nicht Familienhass oder Erbschaften sind im Spiel.

Karin, Tochter eines Funktionärs, liebt Frank, der trotz seiner jungen Jahre schon eine einschlägige Karriere hinter sich hat. Als Karins Vater von einem neuen Verdacht gegen Frank erfährt, bestehen ihre Eltern auf einer Trennung, da die Zukunft und Karriere des Mädchens gefährdet scheinen.

Unter dem enormen elterlichen und politischen Druck gibt sie ihre Liebe preis und wird zur gehorsamen Maschine. Erst als Frank einen Selbstmordversuch unternimmt, kommt sie zur Besinnung und bekennt sich zu Frank und dem gemeinsam erwarteten Kind.

Diese ostdeutsche Romeo-und-Julia-Geschichte hatte kurz nach ihrem Erscheinen die Gemüter erhitzt. Frank Beyers kritische Auseinandersetzung mit dem DDR-System war erst Jahre später, fast parallel zum Ende jener Republik, möglich.
   
   
  Die deutsche Atombombe, Ende der Unschuld D 1990/91, R: Frank Beyer mit Jürgen Hentsch, Udo Samel, Rolf Hoppe, Hanne Hiob, Ulrich Mühe, Jörg Gudzuhn, 93 Min Teil 1, 90 Min Teil 2

Ein Film über die Beteiligung deutscher Physiker an der Entwicklung der Atombombe.

6. August 1945: Am Tag, als in Hiroshima die erste Atombombe fällt, beginnt Geheimdienst-Mitarbeiter Julien Green mit der Befragung zehn namhafter deutscher Wissenschaftler, die für Hitlers Atomforschung tätig waren. Die Nazis schafften es zwar nicht, die Bombe zu bauen. Aber sie waren verdammt nah dran, sagt Green. Wollte eigentlich jeder von ihnen die Bombe bauen?, fragt der Major. Green: Genau das will ich herauskriegen.

Rückblende: 1938 gelingt es Otto Hahn und Fritz Straßmann am Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin erstmals, einen Atomkern zu spalten. Daraufhin starten die USA in Alamos das Manhattan-Projekt. Während die Amerikaner fieberhaft an der Bombe arbeiten, verkennen Hitler und seine Militärs die Bedeutung einer Superbombe. Kurz vor dem Zusammenbruch gelingt es fast noch, einen Reaktor in die kritische Phase zu überführen, aber es fehlt an Uran.

Sowohl das Buch von Wolfgang Menge als auch die Regie von Frank Beyer verzichten auf billige Effekte. Die hochklassigen Darsteller rücken die moralischen Untiefen der Akteure, einfacher Physiker wie Nobelpreisträger, ins Zentrum. U.a. mit Ulrich Mühe (Das Leben der anderen, Der letzte Zeuge), Rolf Hoppe (Ulzana), Udo Samel (Deutschlandspiel). Ausgezeichnet mit dem Adolf-Grimme-Preis.

„das Spannendste, was der Sender seit Jahren produziert hat“ (Die Zeit, 1991)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=YRm60jkf51g
   
   
  Sie und er D 1992, R: Frank Beyer mit Senta Berger, Reimar J. Baur, Katrin Sass, Martin Flörchinger, 93 Min Teil 1, 90 Min Teil 2

20 Jahre lang haben Georg und Charlotte darauf gewartet, dass sie wieder Zeit füreinander haben, wenn die Kinder aus dem Haus sind. Als es soweit ist, haben sie verlernt, miteinander zu sprechen. So flüchtet sich Georg zu der jungen Journalistin Hanna.

Eine Ehekomödie.
   
   
  Wenn alle Deutsche schlafen D 1994/95, R: Frank Beyer mit Benjamin Kaatz, Christiane Hagedorn, Arno Wyzniewski, Gerry Wolff, 72 Min

Vorstellung entfällt aus folgendem Grund:

Sehr geehrte Frau Xxxxx,
bezugnehmend auf das heute von Herrn Grossmann mit meiner Kollegin Julia Dienerowitz geführte Telefonat bedauere ich, dass wir hier nicht zusammen kommen.

ZDF Enterprises GmbH ist für Anfragen wie die Ihre gehalten, die Angebote nach marktkonformen gewerblichen Bedingungen zu kalkulieren und die Konditionen entsprechend unserer Vorgaben und Preislisten anzusetzen. Dies haben wir mit der Mail vom 26.5. von Frau Dienerowitz an Sie getan.

„(Wenn alle Deutschen schlafen (1x72‘)
Hierzu können wir Ihnen gerne ein Angebot unterbreiten: Lizenzgebühr € 3.500,-- zzgl. Materialkosten für eine einmalige Vorführung im Rahmen der Retroperspektive. Wir haben im ZDF-Archiv eine DVCpro 4:3 eingelagert.“

Ich bitte um Verständnis, dass wir Ihnen kein anderes Angebot unterbreiten können.
Mit freundlichen Grüßen

Sebxxxx Krexxxxx

Sebxxx Krexxxx
Manager ZDFE.Drama


Polen 1942: Der fünfjährige Marek lebt mit seinen Eltern im Ghetto. Als die Familie in ein Sammellager muss, flüchten der kleine Marek und sein bester Freund, um vergessenes Spielzeug aus den Wohnungen zu holen. Damit beginnt ein gefährliches Abenteuer...

Nach „Jakob der Lügner“ drehte Frank Beyer erneut einen ergreifenden Film, basierend auf der Erzählung „Die Mauer“ von Jurek Becker. Darin verarbeitete er die eigenen Erinnerungen an das Ghetto von Lodz.

   
   
  Nikolaikirche D 1995, R: Frank Beyer mit Barbara Auer, Ulrich Matthes, Ulrich Mühe, Otto Sander, 138 Min

Leipzig, in den unruhigen Jahren von 1987 bis zur Nacht des 9. November 1989. Ein tiefer Riss geht durch die Funktionärsfamilie Bacher. Dem plötzlichen Tod des Familienpatriarchen Albert Bacher, einem hoch dekorierten Offizier der Volkspolizei, stehen die Familienmitglieder fassungslos gegenüber.

Die Tochter Astrid Protter stürzt in eine tiefe Lebenskrise und will nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Abseits des linientreuen Weges sucht sie Gleichgesinnte, die sie während dieser Zeit der nahenden Veränderung in der Friedensbewegung findet. Doch so einfach kann sie sich nicht dem Kreis der Montagsgebete in der Nikolaikirche unter Pastor Ohlbaum anschließen.

Dagegen stehen die Interessen ihres Bruders Alexander „Sascha“ Bacher, Hauptmann im Ministerium für Staatssicherheit. Die gefährliche Spirale von dogmatischer Engstirnigkeit, staatlichem Druck und innerfamiliärer Bespitzelung dreht sich immer mehr, private und gesellschaftliche Konflikte kulminieren.

Spannend, atmosphärisch dicht und bewegend erzählt Frank Beyer nach dem gleichnamigen, 1995 veröffentlichten Roman von Erich Loest von den dramatischen Ereignissen in den letzten Tagen der DDR.

„Ein wahrer Glücksfall ist Ulrich Matthes als eigentlich sogar sympathischer, unglaublich korrekter Stasi-Karrierist. Einer der sich verlieben kann, aber die Beziehung nur dann fortführt, wenn sie auch mit der Behörde zu vereinbaren ist. Ulrich Mühe…, laut eigenem Bekunden ‚leidenschaftlicher Atheist’, spielt den Pfarrer der Nikolaikirche so authentisch, als ob er jeden Sonntag hinter der Kanzel stehen würde.“ (Kölnische Rundschau, 1995)
   
   
  Der Hauptmann von Köpenick D 1997, R: Frank Beyer mit Harald Juhnke, Udo Samel, Elisabeth Trissenaar, Katharina Thalbach, Hermann Beyer, Rolf Hoppe, 115 Min

Der Schuster Wilhelm Voigt, der bereits sein halbes Leben im Gefängnis verbracht hat, wird nach fünfjähriger Haftstrafe entlassen und möchte nun ein ehrliches Dasein bestreiten. Doch als "Ex-Knacki" ohne Pass und gültige polizeiliche Anmeldung ist seine Arbeitsuche im preußischen Berlin schier aussichtslos.

Schon bald gerät er in den Teufelskreis der Bürokratie, denn: Ohne Anmeldung gibt es keine Arbeit und ohne Arbeit keine Anmeldung. Seine redlichen Versuche ein anständiges Leben zu führen, enden schließlich wieder hinter Gittern.

Doch auch nach seiner Entlassung geht der Spießrutenlauf wieder von vorne los. Wilhelm Voigt ersteht in einem Trödelladen eine Uniform und rekrutiert als "Hauptmann von Köpenick" kurzerhand einen Trupp Soldaten, mit denen er das Rathaus besetzt, um endlich einen gültigen Pass zu erhalten.
   
   
  Abgehauen D 1997/98, R: Frank Beyer mit Peter Lohmeyer, Karoline Eichhorn, Uwe Kockisch, Ulrich Matthes, Hermann Beyer, 89 Min

Ost-Berlin, 20.11.1976: Drei Tage sind es her, dass der Sänger Wolf Biermann ausgewiesen wurde. In der Villa des populären Schauspielers Manfred Krug und seiner Frau Ottilie versammeln sich Autoren, Regisseure und prominente Schauspieler - die Künstler-Elite der DDR. Unter ihnen Jurek Becker, Stefan Heym, Christa Wolf, Ulrich Plenzdorf, Frank Beyer und Heiner Müller.

Sie alle haben schriftlich gegen die Abschiebung Biermanns protestiert - eine unerhörte Aktion im SED-Staat. Der Staatsapparat reagiert sofort und schickt linientreuen Besuch, im Gepäck: Maßregelungen, Einschüchterungen, Drohungen. Manfred Krug muss geahnt haben, was ihn nach dieser seltsamen Tafelrunde erwartet. Dennoch zeigt er eine enorme Zivilcourage: Er nimmt das Gespräch heimlich mit Tonband auf...

"Abgehauen" schildert die dramatischste Phase im Leben des Publikumslieblings Manfred Krug, der nach seinem Protest gegen die Ausbürgerung Biermanns zu einem der prominentesten Opfer staatlicher Willkür unter dem SED-Regime wurde. Frank Beyer, der wie Drehbuchautor Ulrich Plenzdorf zu den Weggefährten des Schauspielers und Mitunterzeichnen des Protestbriefes gehörte, inszenierte den Film mit Peter Lohmeyer in der Rolle des jungen Krug. Aber auch Manfred Krug selbst kommt zu Wort: Immer wieder greift er - die Ereignisse von damals kommentierend und reflektierend - in die Spielhandlung ein. Entstanden ist ein bemerkenswertes Zeitdokument.
Hermann Beyer spielt seinen Bruder Frank Beyer.

1998 Grimme Preis für Frank Beyer (Regie) sowie DAG-Fernsehpreis in Silber für Ulrich Plenzdorf (Drehbuch)