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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

DER BABYLON KINOBUS

 

Das „Taxi“ zwischen Kino und Schule

 

ANMELDUNG: Die Schulen melden sich bei Interesse bei: loeblein@babylonberlin.de und grossman@babylonberlin.de.


Das Babylon sucht für diese Initiative weitere Förderer.

Nächste Termine:

04.05. 10:00 
Pippi Langstrumpf

08.05. 14:30

Die Geschichte vom kleinen Muck
 

 

 

  Premiere im Babylon: Einen einmaligen Service bietet das Babylon ab 27.03.2017 für Berliner (Grund-) Schulen und Kitas: Mit einem Doppeldeckerbus werden Schüler und begleitende Lehrer/ Erzieher an ihrer Schule bzw. Kita abgeholt, zum Kino hin und wieder zurückgefahren.

Es entfällt der nervenaufreibende Weg mit der Gruppe in den öffentlichen Verkehrsmitteln: Schulkino unkompliziert und dafür eine unvergessliche Reise ins Kino. Dies alles zum Kinderkinopreis von 5 Euro pro Person. Die Gruppen müssen 76 Personen umfassen.

Drei altersgerechte Kinderfilme stehen zur Auswahl: Mit dem farbigen Silhouettentrickfilm „Die Abenteuer des Prinzen Achmed“ (D 1926, R: Lotte Reiniger) und der Kinoorgel-Begleitung durch die Babylon Organistin Anna Vavilkina erleben die Kinder das einmalige Zusammenspiel von Film und Musik. Das Babylon ermöglicht so eine film-musikalische Förderung des Nachwuchses. Als einziges Kino in Deutschland verfügt es noch über eine Kinoorgel am originalen Standort.

Außerdem bietet das Babylon an: Die Wilhelm-Hauff-Märchenverfilmung „Die Geschichte vom kleinen Muck“ (DDR 1953, R: Wolfgang Staudte), die im Babylon Premiere feierte und die Astrid-Lindgren-Adaption „Pippi Langstrumpf“ (SWE 1969, R: Olle Hellbom). 2017 feiern wir den 110. Geburtstag der schwedischen Schriftstellerin. Zum Einlass erleben die Kinder großes Kino wie in den alten Palästen: Denn die Babylon Organistin Anna Vavilkina spielt extra für sie an der Kinoorgel.

Junge Menschen, auch die Jüngsten, lernen in Ländern wie Frankreich viel mehr über die Filmkultur, ihr Filmerbe und ihre traditionellen Kinos. Auch dies ist ein Grund dafür, dass dort einheimische Produktionen seit Jahren einen höheren Zuschaueranteil haben als in Deutschland.

Babylon Geschäftsführer Timothy Grossman: „Endlich ist es soweit! Das Erlebnis Kino beginnt bereits mit der Reise im Doppelstockbus. Damit rollt das Babylon den roten Teppich vor den Kitas und Schulen aus.“

   
   
  Die Abenteuer des Prinzen Achmed
  D 1926 R: Lotte Reiniger, 66 Min, FSK 0 – mit Anna Vavilkina an der Kinoorgel

Der erste abendfüllende Animationsfilm der Filmgeschichte, in dreijähriger Arbeit entstanden. Bedenkt man, dass für eine Sekunde 24 Einzelaufnahmen nötig sind, so kann man ermessen, welche Leistung hinter dem ersten abendfüllenden Animationsfilm der Filmgeschichte steht. Im Ganzen wurden etwa 250.000 Einzelbilder aufgenommen, 100.000 für den Film verwendet.

Der Silhouettenfilm basiert auf Motiven aus "1001 Nacht" und erzählt von der abenteuerlichen Reise des Prinzen Achmed, die am Hofe des großen Kalifen beginnt.

Am Tag, als der Geburtstag des großen Kalifen zelebriert wird, erscheint ein Fremder in der Stadt und stellt sein Wunderwerk vor: Ein Pferd, das durch die Lüfte fliegen kann.

 
   
 

Die Geschichte vom kleinen Muck

  DDR 1953, R: Wolfgang Staudte, Mit: Thomas Schmidt, Johannes Maus, Friedrich Richter, Trude Hesterberg, Alwin Lippisch , 100 Min, FSK: 6

Nach dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff.

In einer Stadt im Orient lebt ein kleiner, buckliger, alter Mann. Von den Kindern gehänselt und gejagt, zieht er sie eines Tages mit einer Geschichte in den Bann – seiner Geschichte: Ein kleiner Junge, Muck genannt, wird nach dem Tode seines Vaters von den bösen Verwandten aus dem Haus gejagt. Er zieht in die Wüste, um sein Glück zu suchen, und kommt zu einer wundersamen Alten.

Hier gelangt er in den Besitz von rasenden Zauberpantoffeln und einem Stab, der vergrabene Schätze aufspürt. Muck glaubt, das Glück gefunden zu haben, und begibt sich an den Hof des Sultans, um eine Stelle als Schnellläufer anzunehmen. Mit Hilfe seines Wunderstabes steigt er sogar zum Schatzmeister auf. Doch Mucks Karriere erregt den Neid der Höflinge, die ihn in ein Intrigenspiel verwickeln, bestehlen und aus dem Palast jagen. Unterwegs entdeckt er das Geheimnis zweier ungewöhnlicher Feigenbäume. Nun ist er in der Lage, den Höflingen eine Lehre zu erteilen, indem er ihnen Eselsohren an den Kopf zaubert. Er fordert seine gestohlenen Pantoffeln nebst Stöckchen zurück und verhilft Prinz Hassan zu seiner geliebten Amarza, der Tochter des Sultans. Am Ende wandert der geläuterte Muck wieder in die Wüste hinaus: Nicht Reichtum bedeutet Glück, sondern Freundschaft und Hilfsbereitschaft.

Die Geschichte von dem kleinen Außenseiter Muck nach Wilhelm Hauff (29.11.1802-18.11.1827) zählt zu den Klassikern des Märchenfilms. Seit der Uraufführung von 1953 begeisterte das farbenprächtige, liebevoll inszenierte Märchen über 13 Millionen Zuschauer und ist damit der erfolgreichste deutsche Kinderfilm.

Pressestimmen: "Tiefes menschliches Empfinden und wahre Güte strahlen von diesem Film aus ... Wolfgang Staudte bewies wieder einmal mehr, was ein guter Regisseur aus einem Stoff machen kann" (Sächsisches Tageblatt, Dresden vom 29.12.1953).

Dass ein namhafter Regisseur sich eines Märchenstoffes annimmt und große Sorgfalt auf seine Umsetzung und Ausstattung verwendet, zeigt, welche Bedeutung dieses Genre hat.

Wolfgang Staudte, der nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges durch seine engagierten Antikriegsfilme, wie "Die Mörder sind unter uns" und "Rotation" bekannt wurde, hat auch in diesem Werk sein humanistisches Anliegen verwirklicht. Staudte gelingt es, Kindern und Erwachsenen gleichermaßen die zeitlose Aussagekraft und Bedeutung des Märchens mit Herz und Witz nahe zu bringen.

 

Pippi Langstrumpf. Stark, unabhängig, rotzfrech.

  Rechnen kann sie nicht. Dafür kann sie Pferde hochheben und ganze Torten verschlingen. Sie kann machen was sie will und lässt sich nichts gefallen - erst recht nicht von Erwachsenen. Und dabei ist sie erst neun Jahre alt.

Ihr Name: Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf, kurz: Pippi Langstrumpf.

Die Schwedin Astrid Lindgren hat das Mädchen mit den roten Zöpfen erfunden - für ihre Tochter Karin. Karin lag 1941 krank im Bett. "Mama, erzähl' mir was", bat sie. "Was soll ich denn erzählen?" "Erzähl mir was von Pippi Langstrumpf."

Astrid Lindgren hatte keine Ahnung, wen ihre Tochter mit "Pippi Langstrumpf" meinte. Sie fragte auch nicht. Sie erfand passend zu dem originellen Namen eine originelle Figur: Ein starkes, fröhliches, unabhängiges Mädchen. Statt mit Mutter und Vater wohnt Pippi mit dem Pferd "Kleiner Onkel" und dem Äffchen "Herr Nilsson" in der Villa Kunterbunt.

Astrid Lindgren schrieb die Geschichten auf. Sie wollte sie ihrer Tochter zum zehnten Geburtstag am 21. Mai 1944 schenken. Am 1. September 1945 erschien Pippi Langstrumpf erstmals als Buch, 1968 als Spielfilm, mit Inger Nilsson in der Hauptrolle.

Pippi war auf Anhieb ein Erfolg. Obwohl viele Erwachsene schockiert waren. Sie fürchteten, die rotzfreche Göre könnte ein schlechtes Vorbild sein.

Schließlich trug Pippi keine hübschen Kleider, ärgerte Erwachsene, war faul - und steckte damit auch noch die braven Nachbarskinder Thomas und Annika an.

Aber wenn Pippi einfach nur ein nettes Mädchen gewesen wäre, wäre sie auch längst vergessen.
So lesen Kinder auf der ganzen Welt bis heute Pippi Langstrumpf - das heißt: Natürlich lesen sie nicht überall "Pippi Langstrumpf". Sie lesen "Fifi Brindacier" in Frankreich, "Lina Langsokkur" in Island, "Changwazi Pipi" in China ...


Pippi Langstrumpf
Schweden 1969, R: Olle Hellbom, mit Inger Nilsson: Pippi Langstrumpf, Pär Sundberg: Tommy Settergren, Maria Persson: Annika Settergren, Margot Trooger: Fräulein Prysselius,Hans Clarin: Donner-Karlsson, Paul Esser: Blom, Göthe Grefbo: Polizist Klang,Ulf G. Johnsson: Polizist Kling, Beppe Wolgers: Kapitän Langstrumpf, Öllegård Wellton: Frau Settergren, Fredrik Ohlsson: Herr Settergren. 82 Min, FSK 0

Die Geschwister Tommy und Annika haben sich schon lange ein bisschen Abwechslung in ihrem langweiligen Dorf gewünscht. Da kommt eines Tages ein kleines, rothaariges Mädchen in das Dorf geritten und lebt mit ihrem Pferd Kleiner Onkel und ihrem Äffchen Herr Nilsson in der Villa Kunterbunt. Es ist Pippi Langstrumpf. Endlich ist was los in dem Dorf, denn Pippi sorgt dafür, dass es keinem langweilig wird. Leider will die Erzieherin Pürrelius dem ein Ende bereiten und Pippi in ein Heim stecken. Doch die lässt sich das nicht gefallen...

Die Schriftstellerin Astrid Lindgren (14.11.1907-28.01.2002) hat Pippi im Jahr 1941 erfunden und ihrer an Lungenentzündung erkrankten Tochter von deren Abenteuer erzählt. Am 26. November 1945 erschien das erste Pippi-Buch in Schweden.

Am Rand der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter verwahrloster Garten. In dem Garten stand ein altes Haus und in dem Haus wohnte Pippi Langstrumpf. Sie war neun Jahre alt und wohnte ganz allein da. Sie hatte keine Mutter und keinen Vater und eigentlich war das sehr schön, denn so war niemand da, der ihr sagen konnte, dass sie zu Bett gehen sollte, gerade wenn sie mitten im schönsten Spiel war, und niemand, der sie zwingen konnte, Lebertran zu nehmen, wenn sie lieber Bonbons essen wollte.

Früher hatte Pippi mal einen Vater gehabt, den sie schrecklich lieb hatte. Ja, sie hatte natürlich auch eine Mutter gehabt, aber das war so lange her, dass sie sich gar nicht mehr daran erinnern konnte. Die Mutter war gestorben, als Pippi noch ein ganz kleines Ding war, das in der Wiege lag und so furchtbar schrie, dass es niemand in ihrer Nähe aushalten konnte. Pippi glaubte, dass ihre Mutter nun oben im Himmel sei und durch ein kleines Loch auf ihr Kind runterschaue, und Pippi winkte oft zu ihr hinauf und sagte: „Hab keine Angst um mich! Ich komm schon zurecht!“

Ihren Vater hatte Pippi nicht vergessen. Er war Kapitän und segelte über die großen Meere, und Pippi war mit ihm auf seinem Schiff gesegelt, bis er einmal bei einem Sturm ins Meer geweht worden und verschwunden war. Aber Pippi war ganz sicher, dass er eines Tages zurückkommen würde. Sie glaubte überhaupt nicht, dass er ertrunken sein könnte. Sie glaubte, dass er auf einer Insel an Land geschwemmt worden war, wo viele Neger wohnten, und dass ihr Vater König über alle Neger geworden war und jeden Tag eine goldene Krone auf dem Kopf trug.

"Meine Mama ist ein Engel und mein Papa ist ein Negerkönig. Es gibt wahrhaftig nicht viele Kinder, die so feine Eltern haben!", pflegte Pippi sehr stolz zu sagen. "Und wenn mein Papa sich nur ein Schiff bauen kann, dann kommt er und holt mich, und dann werde ich eine Negerprinzessin. Hei hopp, was wird das für ein Leben!" Ihr Vater hatte dieses alte Haus, das in dem Garten stand, vor vielen Jahren gekauft. Er hatte gedacht, dass er dort mit Pippi wohnen würde, wenn er alt war und nicht mehr über die Meere segeln konnte.

Aber dann passierte ja das Schreckliche, dass er ins Meer geweht wurde, und während Pippi darauf wartete, dass er zurückkam, begab sie sich geradewegs nach Hause in die Villa Kunterbunt. So hieß dieses Haus. Es stand möbliert und fertig da und wartete auf sie. An einem schönen Sommerabend hatte sie allen Matrosen auf dem Schiff ihres Vaters Lebewohl gesagt. Sie hatten Pippi sehr gern und Pippi hatte sie auch gern.
"Lebt wohl, Jungs", sagte Pippi und gab allen der Reihe nach einen Kuss auf die Stirn. "Habt keine Angst um mich. Ich komm schon zurecht."

Zwei Dinge nahm sie vom Schiff mit. Einen kleinen Affen, der Herr Nilsson hieß, und einen großen Handkoffer, voll mit Goldstücken, den hatte sie von ihrem Vater bekommen. Die Matrosen standen an der Reling und schauten Pippi nach, solange sie sie sehen konnten. Sie ging mit festen Schritten davon, ohne sich umzudrehen, mit Herrn Nilsson auf der Schulter und dem Koffer in der Hand.
"Ein merkwürdiges Kind", sagte einer der Matrosen und wischte sich eine Träne aus dem Auge, als Pippi in der Ferne verschwunden war.

Das erste Buch über Pippi Langstrumpf erschien 1945 und beruhte auf den Gutenachtgeschichten, die sich Astrid Lindgren für ihre Tochter ausdachte.