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Programm akt. Woche

  Kino Eintrittspreis:      
  Mo - So 9,00 Euro Kino 1  
  Mo - So 7,00 Euro Kino 2/3  
  Jeden Tag 4,00 Euro für Freundeskreis-Mitglieder
  Ab 130 Minuten Filmlänge plus Euro -,50
  Ab 150 Minuten Filmlänge plus Euro 1,-
  Bei Sonderveranstaltungen gesonderte Preise (laut Aushang)
  Kino Karten/Kasse/Informationen: Fon: +49 - (0)30 - 24 25 969 (ab 17.00 Uhr)
 
 
   
 

17.-19.11.2017

 

Art Violence – Udi Aloni – A Film Retrospective

 

Art Violence – Udi Aloni Filmretrospektive

 

Rap Konzert mit: Tamer Nafar & Rasha Nahas zur Eröffnung

  PROGRAMM          FILME       Biographical notes       this event is hosted by Wieland Speck     Pressekontakt
   
  Tamer Nafar & Rasha Nahas in CONCERT at the Babylon in Berlin
  Letter from Slavoj Žižek to the BABYLON
   
  OPENING: 17th of Nov 20:00 Junction 48 - anschließend Live-Konzert: Tamer Nafar, Rasha Nahas, Samar Qupty    
Film + RAP-Concert: ONLY 15,- euro  TICKETS-ONLINE
   
  Hoffnung durch gelebte, jüdisch-palästinensische Zusammenarbeit verschiedener Generationen sowie sein Einsatz für den Binationalismus und einen gemeinsamen, jüdisch-arabischen Staat treiben den israelisch-amerikanischen Regisseur und Künstler Udi Aloni (*1959 in Tel Aviv) zu seinen Filmen an.

Vom 17. bis 19. November stellt er erstmals komplett alle seine Filme aus 20 Jahren, seine kulturellen Visionen und künstlerischen Mitstreiter im Babylon in der „Udi Aloni Filmretrospektive“, in Gesprächen und einer Lecture vor.

Zur Eröffnung am 17. November um 20 Uhr ist seine jüngste Produktion „Junction 48“ zu sehen.

Im Anschluss gibt es ein Live-Konzert mit dem arabischen Rap-Star und „Junction 48“-Hauptdarsteller Tamer Nafar (*1979 in Lod) und mit Rasha Nahas (*1996 in Haifa). Mit ihrem poetischen, experimentellen Rock gilt Nahas als junger, aufstrebender Star der palästinensischen Musik-Undergroundszene. Aloni unterstützt Nahas als Mentor und lässt sie als Artist in Residence aktuell in Berlin leben. Beide palästinensischen Musiker treten erstmals gemeinsam in einem Konzert auf und werden begleitet von Samar Qupty (*1989 in Nazareth), der Hauptdarstellerin von „Junction 48“.

Udi Aloni ist streitbarer, kontrovers diskutierter Visionär, für viele ein Enfant terrible, Freund von Philosophen wie Slavoj Žižek, Judith Butler, Alain Badiou sowie Sohn von Shulamit Aloni (1928-2014), der bekannten israelischen Menschenrechtsaktivistin und Erziehungsministerin in der Regierung von Yitzhak Rabin. Seine Arbeiten verbinden Kunst, Musik, Philosophie und politisches Engagement. Zeitweilig hat Aloni in Berlin gelebt. Seit 2003 hat er seine Filme auf der Berlinale in der Panorama-Sektion vorgestellt, insgesamt inzwischen fünf abendfüllende Produktionen und einen Kurzfilm. Wieland Speck unterstützt deshalb die Babylon Retrospektive. Auch das Babylon in der Rosa-Luxemburg-Straße ist für Aloni von symbolischer Bedeutung: Rosa Luxemburg hat maßgeblich die politische Sichtweise seines polnischen Großvaters David Adler (1905-1980) geprägt. Seine Mutter Shulamit Aloni hat die neue hebräische Ausgabe von Luxemburgs „Briefe aus dem Gefängnis“ mit einem Vorwort versehen.

Udi Aloni: “As a paraphrase of Joseph Beuys‘ work: I love Berlin. Berlin loves me. Five of my films were opened at the Berlinale and achieved amazing awards here. The pre-war German philosophy was a big influence on my theological, political thinking. We could say ‘Local Angel’ is travelling with Walter Benjamin and ‘Forgiveness’ is like dancing with Franz Rosenzweig.”

Im Zentrum des arabischen Hip Hop Films „Junction 48“ (2016), u.a. mit dem Berlinale Panorama Publikumspreis ausgezeichnet, steht eine junge, palästinensische Generation, verkörpert durch den Hip Hopper Kareem (Tamer Nafar) und seine Freundin und Gesangspartnerin Manar (Samar Qupty). Sie leben als palästinensische Minderheit im israelischen Lod, arabisch Lyd, heute ein Vorort von Tel Aviv. 1948 wurden zehntausende Palästinenser gewaltsam aus Lod vertrieben, um israelischen Siedlern Platz zu machen. Kareem und seine Freunde erleben nicht nur Diskriminierung und Willkür durch die Polizei. Sie wollen sich auch von ihrer Elterngeneration emanzipieren, insbesondere von der patriarchalischen Einengung, die Frauen kaum Spielraum lässt.
Musik ist ein wichtiger Bestandteil in Udi Alonis Filmen. 2001 lernte er Tamer Nafar und dessen Band D.A.M. kennen und hat inzwischen in fünf Filmen mit Nafar zusammengearbeitet. Nafar gilt als einer der ersten, arabischsprachigen Hip Hopper. „Junction 48“ erzählt im wesentlichen seine Geschichte. Zum anderen zeigt der Film aber auch die Bedeutung junger, palästinensischer Frauen. So beginnt Aloni mit einer Nahaufnahme von Tamer Nafar und endet mit einem Close Up auf Samar Qupty.

Tamer Nafar: “We as Palestinians must fight the Israeli Apartheid and the Gender Apartheid. My dream is to march hand in hand, a woman holding a man’s hand against any separation wall. It is not reasonable to walk separately and ask for unity at the same time! … Freedom for all or freedom for none!” (2016, offener Brief an den Popsänger Mohammed Assaf)

Alonis erster Spielfilm “Forgiveness” (2005) weist wie “Junction 48” auf die gewaltsame, jüdisch-palästinensische Geschichte hin: Der junge David Adler weiß nicht, wohin er gehört. Sein Vater entkam Auschwitz und lebt nun in den USA. Als Davids Mutter jung verstarb, schickte er den Sohn nach Israel, holte ihn aber bald wieder zurück. David fühlt sich wie ein “fucking Yo-yo”, träumt auf Englisch, stottert in Hebräisch. Nun kehrt er nach Israel zurück, leistet dort seinen Militärdienst und findet sich nach einem Vorfall im psychiatrischen Krankenhaus von Deir Yassin wieder. 1948 tötete dort eine jüdische Miliz über 100 arabische Dorfbewohner. Kurz danach wurde das Krankenhaus auf den Ruinen erbaut. Die ersten Patienten waren Holocaustüberlebende.

Als Rückkehrer, der mit neuen Augen auf seine alte Heimat blickt, agiert Aloni selbst in zwei seiner dokumentarischen Werke: In „Left“ (1996), ursprünglich Teil des Ausstellungsprojektes „Re-U-Man“ im Metropolitan Museum of Art in New York, hält er den israelischen Wahlkampf fest, aus dem erstmals der Hardliner Benjamin Netanjahu siegreich als Ministerpräsident hervorgeht. Aloni spricht mit den arabischen Bürgern Israels, interviewt den arabisch-israelischen Politiker Azmi Bishara (*1956), der an der Humboldt-Universität in Berlin studierte, 1996 Knesset-Abgeordneter wurde und 2007 Israel verließ.

In „Local Angel“ (2002), inspiriert von Walter Benjamins „Angelus Novus“ und „Engel der Geschichte“, versucht Udi Aloni den theologisch-politischen Hintergrund zu begreifen, vor dem seine Mutter Shulamit Aloni als Friedensaktivistin und Gründerin des Israeli Civil Rights Movement agiert. Durch Vermittlung der Freundin von Shulamit Aloni, der palästinensische Menschenrechtsanwältin Hanan Aschrawi (*1946), Tochter einer der PLO-Gründer, trifft er Yassir Arafat. Inspiration sieht Aloni in der jungen Generation. Erstmals tritt Tamer Nafar in einem seiner Filme auf.

Einen starken Mitstreiter für die Vision des jüdisch-palästinensischen Zusammenlebens fand Udi Aloni in dem Regisseur, Schauspieler und Gründer des Freedom Theatres in Jenin, Juliano Mer-Khamis (1958-2011). Mer-Khamis war palästinensischer Jude und befand sich mit seiner emanzipatorischen Theaterarbeit für Flüchtlinge zwischen allen Stühlen. Aloni war für das Cinema Department des Theaters zuständig. Nach dem schockierenden Mord an dem Freund drehte Aloni zusammen mit den zwei Freedom-Schauspielerinnen Batoul Taleb und Mariam Abu Khaled (*1991 in Nazareth) ein berührendes, filmisches Denkmal mit „Art/Violence“ (2013), ausgezeichnet auf der Berlinale mit dem Cinema Fairbindet Preis. Die Schauspielerin Maryam Abu Khaled arbeitet aktuell im Exil Ensemble am Maxim Gorki Theater, u.a. in dem als Stück des Jahres 2016 ausgezeichneten „The Situation“. Abu Khaled wird am 18. November zu einem Gespräch mit Udi Aloni zu „Art/Violence“ zu Gast sein.

Wie ein Solitär wirkt der Dokumentarfilm „Kashmir: Journey to Freedom“ (2008) nur auf den ersten Blick. Tatsächlich bleibt sich Aloni in seinem Bestreben, als Jude solidarisch mit friedvollen Muslimen zu sein, treu. Zusammen mit dem aus den USA zurückgekehrten Kashmiri-Amerikaner Usmaan Raheem Ahmad blickt er auf die konfliktreiche Kaschmir-Region und die Jammu Kashmir Liberation Front. Yasin Malik (*1966), Anführer der JKLF und früherer Soldat, begibt sich auf einen gewaltlosen Friedensmarsch durch die Region. In Malik Sajad, einem 19-jährigen Cartoonisten, findet Aloni einen beeindruckenden Vertreter der jungen Generation. Auch mit diesem Film machte sich Aloni Gegner: Indien verbot ihm die Einreise.
 

Udi Aloni: Biographical notes
Udi Aloni (b. 1959 in Israel) is a filmmaker, writer, and artist whose work focuses on the interrelations between art, politics and theology in Israeli-Palestinian history and German-Jewish philosophy. He began his career as a painter, establishing the radical Bugrashov gallery in Tel Aviv.

His movies and visual art projects have been presented in various leading museums, galleries, and film festivals around the world, among them the Metropolitan Museum in New York, the Israel Museum in Jerusalem, and the Berlin, Toronto, Tokyo, Locarno, Tribeca, and Buenos Aires film festivals. In all of his activities, including university lectures, conferences and demonstrations, Aloni is a strong voice in promoting justice, peace, and solidarity between Israel and Palestine.

His work includes correspondences with the most pre-eminent philosophers of our time, including Slavoj Žižek, Alain Badiou, Avital Ronell, Judith Butler, Naomi Klein, and Tony Kushner, who describe him as a unique and revolutionary thinker. For the last twenty years, Aloni has concentrated on making films and writing.
 

   
   
  PROGRAMM
 

Fr, 17. November 2017

  18:00 Art/Violence
20:00 Junction 48 - anschließend Live-Konzert: Tamer Nafar, Rasha Nahas, Samar Qupty    
FILM + RAP CONCERT: 15,- euro  TICKETS-ONLINE
   
 

Sa, 18. November 2017

  15:30 Kashmir: Journey to Freedom / Left
17:45 Local Angel / Innocent Criminals
19:00 What does a Jew want! Lecture with Udi Aloni, film footage, Q&A  EINTRITT FREI
19:15 Junction 48 - anschließend Q&A mit Samar Qupty, Tamer Nafar, Udi Aloni
21:15 Art/Violence – anschließend Q&A mit Udi Aloni und Maryam Abu Khaled
22:00 Forgiveness
   
 

So, 19. November 2017

  14:15 Forgiveness
16:00 Kashmir: Journey to Freedom / Left
18:30 Local Angel / Innocent Criminals
20:00 Junction 48
   
  FILME
   
  Art/Violence ISR/USA 2013, R: Batoul Taleb, Mariam Abu-Khaled, Udi Aloni, 75 Min, OmU

Juliano Mer-Khamis, Regisseur, Schauspieler und Friedensaktivist, wurde 2011 vor seinem Freedom Theatre im Flüchtlingslager von Jenin, erschossen. Mer-Khamis, Sohn einer jüdischen Mutter und eines palästinensischen Vaters, bezeichnete sich selbst als jüdischen Palästinenser und leitete seit 2006 das Freedom Theatre. Mit den Mitteln der Kunst spielte er gegen die Hoffnungslosigkeit und die Gewalt im Flüchtlingslager an. Die Idee für das Theater ging auf seine Mutter Anna Mer zurück, die bis zu ihrem Tod 1993 eine Schule und Theatergruppe in Jenin leitete.

Für Mer-Khamis stellte das Theater eine Möglichkeit dar, Künstlern, ungeachtet von Nationalität und Geschlecht, eine Bühne zu bieten. 2009 machte es auf seiner Welttournee auch in der Berliner Schaubühne Station.

Der Film “Art/Violence” zeigt die schmerzhafte Zeit nach Juliano Mer-Khamis' Ermordung: Was soll man mit seinem Vermächtnis anfangen? Wie mit den ohnmächtigen Gefühlen der Trauer und Wut umgehen? Wie geht es mit dem Theater weiter?

In einer Mischung aus Interviews, Szenen aus dem Theater und den drei Projekten „Alice im Wunderland“, „Warten auf Godot“ und „Antigone“, Aufnahmen eines Hip-Hop-Konzerts mit Tamer Nafer und Shadia Mansour, Rückblicken und Animationen, dokumentiert der Film die Schwierigkeiten und Herausforderungen, denen die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler bei ihrer Arbeit begegnen. Im Zentrum stehen die Schauspielerinnen Batoul Taleb und Maryam Abu Khaled (aktuell im Exil Ensemble am Maxim Gorki Theater in Berlin) sowie Milay, Mer-Khamis' Tochter.

Mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit Cinema Fairbindet Preis auf der Berlinale 2013, Prize of Juliano auf dem Cinema South Festival/ Israel 2013, “Open Eyes Award” auf dem MedFilm Festival in Rom 2013.

“’Art/Violence’ ist ein Aufschrei voller Verzweiflung und Vitalität, entschlossen subjektiv, aber niemals privat. Eine hervorragend gemachte Collage aus HipHop, Animation, Theater-Videos und Dokumentation. In schlichten Handkamera-Szenen notiert der Film das Leben dreier Künstler im Ausnahmezustand, ihre Arbeit, die Verzweiflung am Grab des ermordeten Freundes.” (Frankfurter Rundschau)

Udi Aloni – Jul has a dream: www.youtube.com/watch?v=clAklaDdrl8
   
  In memory of Juliano Mer-Khamis
May 29, 1958 – April 4, 2011

Inspired by characters from “Alice in Wonderland,” “Waiting for Godot” and “Antigone” young Palestinian actresses deal with the military occupation and gender oppression, violence and grief, on stage and in life.

Following the lead of their beloved director and peace activist, Juliano Mer-Khamis, who was murdered on April 4th, 2011 outside the Freedom Theater in the Jenin Refugee Camp in the West Bank, they use their imagination in an unpredictably brutal environment creating an artistic rebellion; a vivid and brave portrayal of a young, active generation of Palestinians.

Udi Aloni: We worked in the theatre night and day to create our cultural bomb, but we weren’t sufficiently careful, and it went off in our laps and took Juliano’s life at the height of its bloom.

After the assassination, we were all in shock, and for a moment, we thought we were ready to give up on the dream of creating a space where Palestinians and Jews, women and men, could together pursue freedom, equality and art.

Against all odds, we created the theatre piece ‘While Waiting’, an Arabic interpretation of ‘Waiting for Godot’. For us, the play was an attempt to find hope within the mourning, within the repetition of oppression.

Before the murder, we started to work with Juliano on ‘Antigone’ in Jenin, a film in which we hoped to portray the complexity of the quest for high art, women’s rights, and Palestinian freedom from the Israeli occupation. ‘Art/Violence’ is a humble attempt to touch this dream. Though many documentary films use art to illustrate personal life, ‘Art/Violence’ uses our personal lives as backdrops for the militant art that we create.

Juliano Mer-Khamis: “Freedom of expression is the first freedom before occupation, before any other freedom. The individual needs freedom of choice. In the play, Alice has freedom of choice.”

GOGO: “Did they take our rights?”

DIDI: (laughing) “No, we gave them up.”

-Waiting for Godot

Batoul Taleb: “Even if we are only actresses in a theatre that is not a theatre, in a country that is not a country, in a home that is not a home, the fact that we, as Palestinian women, performed ‘While Waiting’ means that we have truly gained our rights, the rights that were taken away from us, the rights that we had given up.”

   
   
  Kashmir – Journey to Freedom USA / ISR 2008, R: Udi Aloni, 72 Min, OmU

Mahatma Gandhi beschrieb Kaschmir einmal als strahlendes Licht in einem Meer der Finsternis. Viele Jahre wurde das Land von der friedlichen Koexistenz unterschiedlichster Religionen und Kulturen geprägt. Heute ist Kaschmir ein Land des Terrors und der Verzweiflung mit dem höchsten prozentualen Anteil von Soldaten in der Geschichte des Landes, ständigen Überfällen, allgegenwärtiger Gewalt und Missachtung der Menschenrechte.



Nur auf den ersten Blick wirkt dieser Dokumentarfilm wie ein Solitär im Gesamtwerk von Udi Aloni. Tatsächlich bleibt sich Aloni in seinem Bestreben, als Jude solidarisch mit friedvollen Muslimen zu sein, treu. Zusammen mit dem aus den USA zurückgekehrten Kashmiri-Amerikaner Usmaan Raheem Ahmad blickt er auf die konfliktreiche Kaschmir-Region und die Jammu Kashmir Liberation Front. Yasin Malik (*1966), Anführer der JKLF und früherer Soldat, begibt sich auf einen gewaltlosen Friedensmarsch durch die Region. In Malik Sajad, einem 19-jährigen Cartoonisten, findet Aloni einen beeindruckenden Vertreter der jungen Generation. Auch mit diesem Film machte sich Aloni Gegner: Indien verbot ihm die Einreise.

 

Yasin Malik, Führer der Jammu Kashmir Liberation Front: „Die Suche nach Frieden und Gerechtigkeit ist für die Menschen in Indien, Pakistan und Kaschmir längst zu einem Kampf gegen die reale Bedrohung der nuklearen Katastrophe geworden (…) Die Wurzel der Spannungen zwischen Indien und Pakistan liegen in Kaschmir. Anstatt der ewige Brandherd zwischen den Erzrivalen Indien und Pakistan zu sein, sollte Kaschmir die Brücke zum Frieden sein.“
Teaser: www.youtube.com/watch?v=XrLdSyjImsY


Once described by Mahatma Gandhi as “a pillar of light in a subcontinent lost in darkness,” Kashmir has become a land of terror and despair, its people suffering under the strain of constant violence and human rights violations.

This film tells the story of a new generation of young Muslim Kashmiris who, after years of armed resistance, decided to lay down their arms and start a nonviolent resistance movement in the hope of finally achieving peace and independence. They strive for a renaissance of the Kashmiri tradition of religious and ethnic coexistence, inspired by Sufi culture and the spirit and history of Kashmir.

In a rare look at the region, Udi Aloni filmed his protagonists as they launched their new struggle. Finally refused re-entry by the Indian government, Aloni was forced to tell the rest of this story far from the land and people he had come to admire.

   
   
  Local Angel USA / ISR 2002, R: Udi Aloni, 70 Min, OmU

In „Theologisch-politischen Fragmenten“ – so der Untertitel seines Films – untersucht Udi Aloni die Ursachen und widersprüchlichen Erscheinungen des israelisch-palästinensischen Konflikts. Sein Dokumentarfilm ist eine persönliche Entdeckungsreise, eine intellektuelle Pilgerfahrt und zugleich ein surreales Kunstwerk, das Dichtung, Musik und Bilder miteinander verzahnt.

Inspiriert von Walter Benjamins „Angelus Novus“ und „Engel der Geschichte“, versucht Udi Aloni den politischen Hintergrund zu begreifen, vor dem seine Mutter Shulamit Aloni (1928-2014) als Friedensaktivistin und Gründerin des Israeli Civil Rights Movement agiert. Durch Vermittlung der Freundin von Shulamit Aloni, der palästinensische Menschenrechtsanwältin Hanan Aschrawi (*1946), Tochter einer der PLO-Gründer, trifft er Yassir Arafat. Inspiration sieht Aloni in der jungen Generation. Erstmals tritt Tamer Nafar und seine Band D.A.M. in einem seiner Filme auf.
Intro: www.youtube.com/watch?v=A3-mjwo3ehE



“Local Angel,” a film by New York-based Israeli artist Udi Aloni, is not an easy work to characterize. It’s a documentary about the root causes and present contradictions of the Palestinian-Israeli conflict, a deeply personal odyssey of discovery, and a surreal work of art combining poetry, music, and images both beautiful and horrific. While its subtitle is “Theological Political Fragments,” the film ends by tying its many elements together in ways the viewer may not expect.

Moved by the destruction on Sept. 11 of the World Trade Center, one of the temples of capitalism, Aloni returned to Israel to grapple with the concepts of sacrifice and the sacred embedded in the history of a much more ancient edifice — the Temple Mount, a Jewish touchstone on which now sits the Moslem Dome of the Rock.

The heart of the film is Aloni’s effort to understand the theological-political background he inherited from his mother, Shulamit Aloni, founder of the Israeli Civil Rights Movement and a leading peace activist. The film includes wide-ranging discussions with Hanan Ashrawi — in many ways a Palestinian sister of Shulamit — and chairman Yasir Arafat, which are further buttressed with the observations of leading progressive Israeli and Palestinian scholars.

This intellectual pilgrimage is intercut with highly stylized musical sequences of Israeli singers and a Palestinian rap group, both of whom perform their work in Hebrew and Arabic. Images of mutations of Walter Benjamin’s angel haunt the film from beginning to end.

Like a large, complicated canvas by a master painter, “Local Angel” is both challenging to the observer and deeply moving.

“The closest thing to an intellectual orgasm.” (Slavoj Žižek, Philosopher, Culture and Film Critic)
“Extraordinarily moving.” (Sundance Channel)
“Not only beautiful and interesting, but very important.” (Alain Badiou, Philosopher, École Normale Supérieure)
   
   
  Innocent Criminals USA 2002, R: Udi Aloni, 5 Min, OmU

Der palästinensische Rapper Tamer Nafar prägte den Begriff „innocent criminals”, um die besondere Situation der Palästinenser zu beschreiben, die auf israelischem Staatsgebiet praktisch als Exilanten im eigenen Land leben.

Im Mittelpunkt des Videos stehen drei palästinensische und drei jüdische Israelis, die gemeinsam an einem Hip-Hop-Video arbeiten. Der Kurzfilm beschwört das Bild einer verheimlichten Kultur herauf, die sich einem friedlichen Wortschatz verpflichtet fühlt, um ihn in glücklichere Zeiten hinüberzuretten.

Palestinian rapper Tamer Nafar coined the term “innocent criminals” in order to describe the particular situation of Palestinians living on Israeli territory – more or less like exiles in their own country.

This video features three Palestinian and three Jewish Israelis, all working together on a hip hop video. The film conjures up an image of a covert cult, assigned to the safekeeping of a treasured vocabulary of peace for happier days.
   
   
  Left 1996, R: Udi Aloni, Shimon Azulay, 51 Min, OmU

In „Left“, ursprünglich Teil des Ausstellungsprojektes „Re-U-Man“ im Metropolitan Museum of Art in New York, halten Udi Aloni und Shimon Azulay den israelischen Wahlkampf fest, aus dem erstmals der Hardliner Benjamin Netanjahu siegreich als Ministerpräsident hervorgeht.

Aloni spricht mit den arabischen Bürgern Israels, interviewt den arabisch-israelischen Politiker Azmi Bishara (*1956), der an der Humboldt-Universität in Berlin studierte, 1996 Knesset-Abgeordneter wurde und 2007 Israel verließ.

Teaser: www.youtube.com/watch?v=RIQhiitllOg

As part of the Re-U-Man art project, Udi Aloni is trying to reexamine the political “I” that sits in the diagram under the title Kingdom. For that, Aloni had to go back to his homeland.

Udi Aloni: “I chose to meet with the Arab citizens of Israel, who so patiently and problematically have lived as the others among us, who have been left out of the discourse of the shaping of the Jewish state, who live in exile in their own land. The director Shimon Azulay and I met with the new leadership of the Arabs as well as the leadership of the Jewish left, in which our own political views had been formed.”

They chose the time of election, when political truths flare up onto the surface. The movie concentrates on the genealogy of the zionist, socialist, communist, religious and humanist ideologies in a time of crisis and how they appear with all their power in the high energy moment of election.

Aloni and Azulay went to political rallies as well as personal meetings, hearing the layers of consistency. Althought the Arab and Jewish leaderships may want to escape from old ideologies, they are trapped in their power fields.

“Left” does not propose to offer solutions. Udi Aloni: “It tries to understand which kind of discourse we should develop in order to make Israel a state for all its citizens. How can we reinvent our history, rife with meanings, mythologies and meta-mythologies, in order to offer a better future?”
   
   
  Junction 48 ISR/D/USA 2016, R: Udi Aloni mit Tamer Nafar, Samar Qupty, Salwa Nakkara, Maryam Abu Khaled, 97 Min, OmU

In Lod, arabisch Lydd, einem Vorort von Tel Aviv, lebt Kareem, Ende 20, im täglichen Leben Call-Center-Telefonist. Sein Traum ist, mit seiner HipHop-Musik zum Star zu werden. Die wunderschöne Manar, mit der er nicht nur auf der Bühne ein Par ist, gibt Kareem Halt, gerade nachdem sein Vater bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und seine Mutter schwer verletzt wurde.

Seine Freunde halten sich mit Drogenhandel über Wasser, was immer wieder zu Konflikten führt. Die zunehmenden rassistischen Angriffe in seiner Heimatstadt, in der der jüdisch-palästinensische Konflikt täglich spürbar ist, lässt sich Kareem nicht länger gefallen. Zusammen mit Manar kämpft er mit seiner Musik gegen die Unterdrückung von Seiten der jüdischen, gleichzeitig auch gegen die engstirnigen, traditionellen Lebensentwürfe der palästinensischen Israelis. Die kraftvollen Songs und Auftritte, die die Band berühmt machen, lassen Kareem und Manar zwischen alle Fronten geraten...

Tamer Nafar, Hauptdarsteller und charismatischer Frontmann von DAM, der ersten palästinensischen Rap-Gruppe, verwandelt mit dem israelisch-jüdischen Regisseur Udi Aloni persönliche Lebensereignisse in eine neue Stimme der jungen arabischen Generation: erfüllt von energetischer Hoffnung auf ein gleichberechtigtes Zusammenleben.

Panorama Audience Award, Berlin International Film Festival; Best International Narrative Feature, Tribeca Film Festival; Best Feature Film & Best Actor: Tamer Nafar, Art Film Fest Slovakia; Audience Award, Seminci Film Festival; Audience Award, Woodstock Film Festival; Best Music Award & Best Actor: Tamer Nafar, Antalya Film Festival; Audience Award, Middle East Now Festival, Italy

JUNCTION '48 IS INSPIRED BY TRUE LIFE STORY OF TAMER NAFAR - WHO SINGLE-HANDEDLY CREATED THE PALESTINIAN HIP-HOP SCENE FROM SCRATCH

Nafar grew up in the crime-ridden 'hood of Lod, a poor Israeli city where Arabs and Jews live side-by-side. It's a place rife with violence, crime and drug-dealers, just twenty minutes from metropolitan Tel Aviv and right next to Ben Gurion airport -- the only gateway to the State of Israel.

In this cursed and impoverished place, Nafar reinvented hip-hop in its purest form: rage without hate, social-political awareness without empty materialism, and large audiences without selling out. He imported the style of hip-hop into the Arab-Muslim ghetto and exported it back to the world with an Arabic flavor and a feminist message.

Today, millions of fans worldwide follow Nafar's rap group, DAM, which has released two albums and multiple music videos. Nafar serves as a role model for young Arabs across the globe -- a generation searching for new meanings, both political and personal, in a world where the values of yesterday are quickly disappearing from right under their feet.

Udi Aloni, Director’s vision: “Words on a page cannot express the power and creativity of Tamer's original musical score --a captivating mix of hip-hop beats and traditional Arabic melodies-- which runs throughout the film. Tamer's charisma, apparent to all who see him perform on stage and in his music videos, left us with no doubt that he will capture audiences by acting in the lead role.

The film's setting is the mixed Palestinian-Jewish ghetto of Lod, with its tragic character. The camerawork will reveal the tension between the beauty of the music and the hard-core realism and rhythm of Lod's ghetto. With this gritty musical and aesthetic backdrop, the mood of the film will be reminiscent of a hybrid between 8 Mile and Ghost Dog.

Last but not least, I believe that the deep friendship between Tamer and me --between a Palestinian Arab and an Israeli Jew-- is much more than a dialogue. It is a collaboration aimed at creating a new language for art and freedom in the Middle East -- a language that could echo in the hearts of all.”

“So go and see Junction 48 — it does not only follow a correct political line, it is also beautifully shot and acted, as well as full of wonderful rap music. In the best Brechtian tradition, it combines learning with pleasure.” (Slavoj Zizek, Huffington Post)

“WILD AND NEW! Tamer Nafar is an electrifying performer, both as an actor and musician.” (Bilge Ebiri, Village Voice)

“JUNCTION 48 fuses joy and sorrow. A highlight of the Tribeca Film Festival.” (Mike Hale, New York Times)

Trailer: www.youtube.com/watch?v=tDIQcJGdDXs



Forgiveness [Mechilot] ISR/USA 2005, R: Udi Aloni mit Itay Tiran, Clara Khoury, Michael Sarne, Tamer Nafar, 96 Min, OmU

Der junge David Adler weiß nicht, wohin er gehört. Sein Vater entkam Auschwitz und lebt nun als berühmter Musiker in den USA. Als Davids Mutter jung verstarb, schickte er den Sohn nach Israel geschickt, holte ihn aber bald wieder zurück in die USA. David fühlt sich wie ein “fucking Yo-yo”, träumt auf Englisch, stottert in Hebräisch. Nun kehrt er aus Amerika nach Israel zurück.

Erst allmählich, in Rückblenden und zeitlichen Vorgriffen, zwischen Realität und Traum, tritt das Schicksal des 20-Jährigen in all seinen Zusammenhängen zutage. David ist in einer psychiatrischen Anstalt untergebracht, die sich in den Ruinen des palästinensischen Dorfes Deir Yassin befindet; seine Einwohner wurden vom israelischen Militär massakriert. Die Legende besagt, dass die Patienten mit den Geistern des Dorfes kommunizieren.

Der Schlüssel zur Lösung des Rätsels, das David umgibt, liegt in den Händen einer Toten – eines zehnjährigen Mädchens.


On April 9, 1948, a Jewish militia entered the Palestinian village of Deir Yassin and killed over 100 villagers. Soon after, a mental hospital was built on the ruins. The first patients to be committed were Holocaust survivors.

A legend says that to this day, the survivors have been communicating with the ghosts of the village.

FORGIVENESS (Mechilot) tells the story of David Adler, a 20-year old American-Israeli who decides to move back to Israel, only to find himself committed to a mental institution that sits on the ruins of a Palestinian village called Deir Yassin.

Flashbacks and flashforwards reveal the events that led up to his hospitalization. A 10-year old female ghost holds the secret to the riddle.

Udi Aloni: “the original name in Hebrew is Mechilot, which has double-meaning: One, 'forgivenesses' in plural, and two, underground tunnels. There is a Kabbalistic belief that when righteous Jews die in the Diaspora, they go through underground tunnels (mechilot) in order to resurrect when the Messiah comes. I thought that if Jews come to Israel with more humbleness and more forgiveness, and not as conquerors, we could have a much better Israel-Palestine than we have now.”

“Enormously powerful and important […] wrenching and beautiful and devastating.” (Judith Butler)

“FORGIVENESS is maybe the most beautiful, powerful and important film ever made about the tragedies of the region.” (Slavoj Žižek)
 
   
   
  Tamer Nafar & Rasha Nahas in CONCERT at the Babylon in Berlin
   
   
   
  Letter from Slavoj Žižek to the BABYLON
   
   
   
  Pressekontakt:
  Barbara Löblein, 030/278 919 19, loeblein@babylonberlin.de
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